Samstag, 6. Juni 2015

Forscherferien Pfingsten: Beim Römerforschertag vieles über das bedeutende Reich erfahren

Wertheim/ Osterburken. Getreu dem Motto der Forscherferien Pfingsten des

Stadtjugendring Wertheim "Leben früher und heute" bekamen 21 junge

Forscher zwischen sieben und zehn Jahren einen Einblick in das Leben der

Römer. Zusammen mit den ehrenamtlichen Betreuern

Birger-Daniel Grein, Nina Guhl und Nicole Lotz besuchten sie das

Römermuseum Osterburken. Dieses hatte an diesem Tag exklusiv für die

Wertheimer Nachwuchsforscher geöffnet. Zu Beginn erläuterte die Expertin

des Museum anhand einer Karte die Größe des römischen Reichs im Jahr 190

nach Christus. Osterburken sei damals an dessen Rand gelegen. Im Museum

seien Funde ausgestellt die einmalig sind und ein Alter um die 1800

Jahre hätten. Im Gespräch wurden auch einige römische Schlachten

betrachtet. Der Grenzwall Limes sei ursprünglich ein Holzzaun und ein

Wall gewesen, später kamen Mauern hinzu. Um ihr Territorium zu sichern

hätten die Römer 300 000 Soldaten im Einsatz gehabt. Manche Gebiete

wären auch freiwillig im Reich geblieben. Bei den Kämpfern habe man

Hilfstruppen und Legionäre unterschieden, letzteres konnten nur römische

Bürger werden. An einem Modell aus Holz wurde das Aussehen von

Osterburken zur Römerzeit deutlich. "Der Fluss Kirnau trat oft über die

Ufer und brachte Schlamm mit, der im Laufe der Zeit alle Bauwerke

überdeckte." Diese seien bei verschiedenen Erdarbeiten zum Vorschein

gekommen, so die Expertin. Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Funde

genauer betrachtet und die Nachwuchsforscher lernten vieles über die

Lebensweise des Volks. Im Untergeschoss erfuhren die Kinder, wie

Ausgrabungen funktionieren und man die Funde datiert. "Alles was man aus

der Römerzeit findet, gehört der Allgemeinheit und muss abgegeben

werden", betonte sie. Dies könne man zum Beispiel beim Landratsamt oder

der Stadtverwaltung tun. Heute werde weniger Ausgegraben, da sich die

Funde in der erde am besten halten, stattdessen verwende man

Radarstrahlen, Magnetfeldmessungen und Luftbilder um größere Funde wie

Gebäudereste darzustellen. Spannend war auch die Besichtigung der

umfangreichen Reste des Römischen Bads, das im Bereich des Museums

gefunden wurde. Hier erfuhren die Kinder, dass die Menschen sich damals

nicht mit Wasser und Seife wuschen. "Sie ölten ihren Körper ein, kamen

durch Gymnastik ins Schwitzen und schabten die Mischung aus Öl, Schmutz

und Schweiß von ihrem Körper ab, erst anschließend ging es ins Wasser."

Eine Nachbildung eines dafür nötigen Schabers konnten die Kinder

ausprobieren. Weiter lernten sie einiges über die römische Schrift.

Einige der Gäste waren bereits echte Romexperten und konnten so auch all

ihre Götter vorstellen. Die jungen Forscher durften im Verlauf des Tages

das römische Handwerke testen. So wurden kleine Schuhsohlen mit Hilfe

von Metallstempeln und Holzhammer verziert. Im Anschluss wanderte man

zum Nachbau eines Limesturms. Auf dem Weg zu diesem wurden Reste der

Limesmauer bestaunt. "Auf insgesamt 550 Kilometer Grenze habe es rund

900 solcher Wachtürme gegeben", gab es zu erfahren. Zum Abschluss konnte

man vom acht Meter hohen Turm einen Blick in die Landschaft werfen.

Archaeskope, eine Art Fernrohr mit integriertem Bild, ermöglichten

dabei einen Einblick in die römische Vergangenheit.