Wertheim/ Osterburken. Getreu dem Motto der Forscherferien Pfingsten des
Stadtjugendring Wertheim "Leben früher und heute" bekamen 21 junge
Forscher zwischen sieben und zehn Jahren einen Einblick in das Leben der
Römer. Zusammen mit den ehrenamtlichen Betreuern
Birger-Daniel Grein, Nina Guhl und Nicole Lotz besuchten sie das
Römermuseum Osterburken. Dieses hatte an diesem Tag exklusiv für die
Wertheimer Nachwuchsforscher geöffnet. Zu Beginn erläuterte die Expertin
des Museum anhand einer Karte die Größe des römischen Reichs im Jahr 190
nach Christus. Osterburken sei damals an dessen Rand gelegen. Im Museum
seien Funde ausgestellt die einmalig sind und ein Alter um die 1800
Jahre hätten. Im Gespräch wurden auch einige römische Schlachten
betrachtet. Der Grenzwall Limes sei ursprünglich ein Holzzaun und ein
Wall gewesen, später kamen Mauern hinzu. Um ihr Territorium zu sichern
hätten die Römer 300 000 Soldaten im Einsatz gehabt. Manche Gebiete
wären auch freiwillig im Reich geblieben. Bei den Kämpfern habe man
Hilfstruppen und Legionäre unterschieden, letzteres konnten nur römische
Bürger werden. An einem Modell aus Holz wurde das Aussehen von
Osterburken zur Römerzeit deutlich. "Der Fluss Kirnau trat oft über die
Ufer und brachte Schlamm mit, der im Laufe der Zeit alle Bauwerke
überdeckte." Diese seien bei verschiedenen Erdarbeiten zum Vorschein
gekommen, so die Expertin. Im weiteren Verlauf wurden verschiedene Funde
genauer betrachtet und die Nachwuchsforscher lernten vieles über die
Lebensweise des Volks. Im Untergeschoss erfuhren die Kinder, wie
Ausgrabungen funktionieren und man die Funde datiert. "Alles was man aus
der Römerzeit findet, gehört der Allgemeinheit und muss abgegeben
werden", betonte sie. Dies könne man zum Beispiel beim Landratsamt oder
der Stadtverwaltung tun. Heute werde weniger Ausgegraben, da sich die
Funde in der erde am besten halten, stattdessen verwende man
Radarstrahlen, Magnetfeldmessungen und Luftbilder um größere Funde wie
Gebäudereste darzustellen. Spannend war auch die Besichtigung der
umfangreichen Reste des Römischen Bads, das im Bereich des Museums
gefunden wurde. Hier erfuhren die Kinder, dass die Menschen sich damals
nicht mit Wasser und Seife wuschen. "Sie ölten ihren Körper ein, kamen
durch Gymnastik ins Schwitzen und schabten die Mischung aus Öl, Schmutz
und Schweiß von ihrem Körper ab, erst anschließend ging es ins Wasser."
Eine Nachbildung eines dafür nötigen Schabers konnten die Kinder
ausprobieren. Weiter lernten sie einiges über die römische Schrift.
Einige der Gäste waren bereits echte Romexperten und konnten so auch all
ihre Götter vorstellen. Die jungen Forscher durften im Verlauf des Tages
das römische Handwerke testen. So wurden kleine Schuhsohlen mit Hilfe
von Metallstempeln und Holzhammer verziert. Im Anschluss wanderte man
zum Nachbau eines Limesturms. Auf dem Weg zu diesem wurden Reste der
Limesmauer bestaunt. "Auf insgesamt 550 Kilometer Grenze habe es rund
900 solcher Wachtürme gegeben", gab es zu erfahren. Zum Abschluss konnte
man vom acht Meter hohen Turm einen Blick in die Landschaft werfen.
Archaeskope, eine Art Fernrohr mit integriertem Bild, ermöglichten
dabei einen Einblick in die römische Vergangenheit.

