Reicholzheim. Die jungen Forscher die im Rahmen der Forscherferien des
Stadtjugendring Wertheim am Freitag den Biobauernhof Bund besuchten
packten kräftig mit an. Außerdem lernten sie vieles über die
Biolandwirtschaft und die tägliche Arbeit der Landwirte. Ralf und Beate
Bund hatte sich zusammen mit ihren Söhnen und den Angestellten, sowie
Praktikanten des Hofs einiges einfallen lassen. Zuerst durften die 23
Kinder mithelfen, fünf Kühe zu melken. Dabei erfuhren sie, dass die
älteste Kuh im Stall bereits 19 Jahre alt ist, und für eine Milch
Lebensleistung von 100 000 Kilogramm ausgezeichnet wurde. Die Kühe im
Stall seien durchschnittlich 6,5 Jahre alt, und damit älter als
diejenigen in der konventionellen Landwirtschaft. Der Landwirt
berichtete den Kindern, dass es auch bei Kühen manchmal einen
Kaiserschnitt gebe, und zeigte die dabei entstandene Narbe an Kuh
Anneliese. "Jede Kuh bei uns hat einen Namen und fast schon
Familienanschluss" stellte er fest. Die Kinder konnten die Saugwirkung
der Melkmaschine am eigenen Daumen testen. Mit der gemolkenen Milch
versorgten sie die Kälber. Überrascht waren die jungen Forscher, wie
früh der Arbeitstag der Familie beginnt. Beim Rundgang durch den Stall
lernten sie auch die anderen Milchkühe kennen und erfuhren welche
Vorteile die Biolandwirtschaft für die Tiere hat. Die Nähe zu ihnen
nutzten die Besucher um sie ausführlich zu streicheln. Besonderes
Highlight war ein Kalb das während des Besuch auf die Welt kam und das
bereits nach einigen Lebensminuten von den Kindern umringt wurde. "Kühe
machen Dinge am liebsten zusammen in der Herde", erläuterte Ralf Bund.
An der nächsten Station lernten die Kinder das Futter der Tiere kennen.
Ein Kuh fresse am Tag rund 60 Kilogramm und trinke 100 Liter Wasser.
"Mit einem Schluck trinken sie bis zu einem Liter." Die Kinder lernten
weiterhin die einzelnen Getreidearten die als Futter dienen als Pflanzen
und Körner kennen, sie durften daran riechen und sie probieren. "Wir
bauen unsere Futterpflanzen selbst an", so Bund. Unter ihnen waren auch
Besonderheiten wie Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, der
zusammen mit Erbsen als Kraftfutter dient. Die Nachwuchsforscher
stellten aus den einzelnen Bestandteilen selbst eine Futtermischung
zusammen. Im weiteren Verlauf produzierte jeder von ihnen durch
kräftiges Schütteln aus Sahne Butter und versuchte sich an einer
Melkatrappe. Außerdem durfte jeder mit dem großen Traktor mitfahren. Auf
dem Acker erfuhren sie etwas über Pflanzenarten und ihren Anbau,
darunter auch über Leinen, die man sowohl für die Ölherstellung als auch
als Kleiderfaser verwenden könne. An einem Loch wurde das Bodenprofil,
der Geruch der Erde und die Bedeutung von Regenwürmer besprochen. In der
Pause konnten sich Kinder bei Brot mit der eigenen Butter und Biokäse
aus der Milch des Hofs stärken. Viel Spaß hatten sie auch beim
Strohballenhüpfen in der Scheune zum Abschluss des Besuchs.


