Samstag, 6. Juni 2015

Forscherferien Pfingsten 2015: Forschertag auf dem Biobauernhof

Reicholzheim. Die jungen Forscher die im Rahmen der Forscherferien des

Stadtjugendring Wertheim am Freitag den Biobauernhof Bund besuchten

packten kräftig mit an. Außerdem lernten sie vieles über die

Biolandwirtschaft und die tägliche Arbeit der Landwirte. Ralf und Beate

Bund hatte sich zusammen mit ihren Söhnen und den Angestellten, sowie

Praktikanten des Hofs einiges einfallen lassen. Zuerst durften die 23

Kinder mithelfen, fünf Kühe zu melken. Dabei erfuhren sie, dass die

älteste Kuh im Stall bereits 19 Jahre alt ist, und für eine Milch

Lebensleistung von 100 000 Kilogramm ausgezeichnet wurde. Die Kühe im

Stall seien durchschnittlich 6,5 Jahre alt, und damit älter als

diejenigen in der konventionellen Landwirtschaft. Der Landwirt

berichtete den Kindern, dass es auch bei Kühen manchmal einen

Kaiserschnitt gebe, und zeigte die dabei entstandene Narbe an Kuh

Anneliese. "Jede Kuh bei uns hat einen Namen und fast schon

Familienanschluss" stellte er fest. Die Kinder konnten die Saugwirkung

der Melkmaschine am eigenen Daumen testen. Mit der gemolkenen Milch

versorgten sie die Kälber. Überrascht waren die jungen Forscher, wie

früh der Arbeitstag der Familie beginnt. Beim Rundgang durch den Stall

lernten sie auch die anderen Milchkühe kennen und erfuhren welche

Vorteile die Biolandwirtschaft für die Tiere hat. Die Nähe zu ihnen

nutzten die Besucher um sie ausführlich zu streicheln. Besonderes

Highlight war ein Kalb das während des Besuch auf die Welt kam und das

bereits nach einigen Lebensminuten von den Kindern umringt wurde. "Kühe

machen Dinge am liebsten zusammen in der Herde", erläuterte Ralf Bund.

An der nächsten Station lernten die Kinder das Futter der Tiere kennen.

Ein Kuh fresse am Tag rund 60 Kilogramm und trinke 100 Liter Wasser.

"Mit einem Schluck trinken sie bis zu einem Liter." Die Kinder lernten

weiterhin die einzelnen Getreidearten die als Futter dienen als Pflanzen

und Körner kennen, sie durften daran riechen und sie probieren. "Wir

bauen unsere Futterpflanzen selbst an", so Bund. Unter ihnen waren auch

Besonderheiten wie Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, der

zusammen mit Erbsen als Kraftfutter dient. Die Nachwuchsforscher

stellten aus den einzelnen Bestandteilen selbst eine Futtermischung

zusammen. Im weiteren Verlauf produzierte jeder von ihnen durch

kräftiges Schütteln aus Sahne Butter und versuchte sich an einer

Melkatrappe. Außerdem durfte jeder mit dem großen Traktor mitfahren. Auf

dem Acker erfuhren sie etwas über Pflanzenarten und ihren Anbau,

darunter auch über Leinen, die man sowohl für die Ölherstellung als auch

als Kleiderfaser verwenden könne. An einem Loch wurde das Bodenprofil,

der Geruch der Erde und die Bedeutung von Regenwürmer besprochen. In der

Pause konnten sich Kinder bei Brot mit der eigenen Butter und Biokäse

aus der Milch des Hofs stärken. Viel Spaß hatten sie auch beim

Strohballenhüpfen in der Scheune zum Abschluss des Besuchs.