Samstag, 6. Juni 2015

Forscherferien Pfingsten 2015: Spannender Forschertag rund ums Kloster

 
Bronnbach. Einen besonderen Forschertag rund um das Kloster Bronnbach
erlebten die Teilnehmer der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim
am Donnerstag. Die Kosten der Aktion inklusive Essen wurden von der
Alfred-Prassek-Stiftung Wertheim übernommen. Aufgeteilt in zwei Gruppen
erforschten die Kinder zwischen sechs und zehn Jahren Kloster und
Staatsarchiv. Barbara Ernst-Hofmann führte sie in ihrem Rundgang auch in
Bereiche des Klosters die normalen Besucher verschlossen bleiben. Beginn
war im Josefssaal. Dort erfuhren sie, dass das Kloster über 800 Jahre
alt ist, und in ihm insgesamt 650 Jahre lang Mönchen lebten. Anhand
eines 300 Jahren alten Bildes gab Ernst-Hofmann den Besuchern einen
Überblick über die Klosteranlage der damaligen Zeit. Es habe unter
anderem über Landwirtschaft, eine Mühle, Wald, Fischteiche und Schafe
verfügt. Letztere aber nur zur Wollproduktion, denn "die Mönche durften
im Mittelalter keine Tiere mit vier Beinen essen." Ein Kind durfte
während der Führung die Nachbildung der Kutte eines Abtes tragen, deren
Aufbau die Expertin auch erläuterte. Weiter ging es in den einzigen Raum
der früher beheizt war, warm sei es sonst nur noch in der Küche gewesen.
Im ehemaligen Speiseraum (heute Bernhardssaal) ging sie auf die
Essensregeln der Mönche und weiter auf die Deckengemälde ein, die die
Geschichte des Heiligen Bernhard erzählen. Danach wurde das Brunnenhaus
besichtigt, in dem sich die Mönche wuschen. Über den Innenhof ging es in
den Kreuzgang, dort wurden auch Grabplatten begutachtet. Im Kapitelsaal
und der Klosterkirche wurden Lebens- und Gebetsregeln der Mönche
besprochen. Wie die Expertin erläuterte, habe das Deckenloch im
Altarbereich zum Leuten der Glocken gedient. Die Kinder durften die
Empore mit Orgel und den Bereich in dem früher die Fürsten dem
Gottesdienst beiwohnten betreten. Im Staatsarchiv Wertheim erfuhren die
jungen Forscher von Archivleiterin Monika Schaupp vieles über die Arbeit
der Einrichtung und das Thema Urkunden. Im Magazin durften sie die
Schränke, die ein Einzelgewicht von 2,5 Tonnen haben durch die spezielle
Mechanik bewegen. Danach wurde eine Originalurkunde von 1369 bestaunt,
auf der die Kinder sogar einige Zeilen entziffern konnten, außerdem der
Nachdruck der Mainleitkarte. Weiteres Thema war die Bedeutung eines
Kerbholz. Nach dem Rundgang schrieben die Kinder mit Tinte und Gänsekiel
selbst Urkunden und konnten diese siegeln. Zwischen den beiden Aktionen
besuchte die Gruppen gemeinsam Pater Joachim, einer der Patres der
Heiligen Familie. Er berichtete über seine Aufgabe als Ordenspriester
und führte die Kinder durch die Räumlichkeiten in der früher die Mönche
und heute zwei Brüder der Gemeinschaft leben. Auch die Kapelle und
Gästezimmer im zweiten Stock gab es zu sehen. Auf dem Weg dorthin
läutete jedes Kind einmal die Glocke die früher die Mönche zum Gebet
rief. In der Klosterkirche erzählte Marius, dass die Patres insgesamt
sieben Pfarrgemeinden der Seelsorgeeinheit Külsheim betreuen und sich
vor allem der Jugend- und Familienarbeit widmen. Für alle
Nachwuchsforscher war es ein spannender und lehrreicher Tag.