Freitag, 29. Mai 2015

Forscherferien Pfingsten: Besuch im Mittelalterpark Adventon / Interessante Reise ins Mittelalter

Wertheim / Osterburken. Eine Reise ins Mittelalter erlebten 28 Kinder

zwischen sechs und zehn Jahren im Rahmen der Forscherferien des

Stadtjugendring Wertheim e.V. Zusammen mit den ehrenamtlichen Betreuern

Birger-Daniel Grein, Alfons Göpfert und Pamela Nembach besuchten sie den

Adventon Mittelalterpark in Osterburken und erfuhren dabei vieles über

das Leben in dieser Zeit. Geführt wurden die Kinder von zwei

Mitarbeitern des Parks in historischer Kleidung. Diese erklärten, das

Ziel von Adventon sei der Nachbau einer mittelalterlichen Stadt mit den

Materialien und Methoden von damals. Das Mittelalter habe etwa 500 nach

Christus begonnen und sich über eine Zeit von rund tausend Jahren

erstreckt. In dieser Zeit hätte sich vieles verändert. Wie diese

Änderungen aussahen, wurde beim Rundgang deutlich. Zuerst erfuhren die

Kinder wie Balken für die Häuser hergestellt wurden. Dazu habe man

Baustämme schälen und anschließend mit der Axt behauen müssen. "Wenn man

gut ist, schafft man einen Balken am Tag", verdeutlichten die Experten.

Verarbeitet habe man frisches Holz, denn dieses sei nicht so fest.

Anhand eines Gebäudes im Aufbau wurde auf die Dachkonstruktion

eingegangen. Bedeckt waren die Dächer mit Holzschindeln. "Holz war sehr

billig oder sogar kostenlos zu bekommen", hieß es dazu. Die Kinder

durften danach selbst versuchen Dachschindeln aus einem Stück Baumstamm

zu schlagen, was nach einigem Üben auch gelang. Auch ein historischer

Bohrer konnte getestet werden. Weiter wurden die Funktionsweise der

Kranen von damals und des Flaschenzugs besprochen. Die jungen Forscher

erfuhren an der nächsten Station wie ein mittelalterlicher Backofen

funktionierte und welche Bedeutung die Lehmschicht darum hatte. Einige

der Häuser durften die Kinder betreten. Sie staunten, dass auf dem Dach

eines kleineren mittelalterlichen Fachwerkhaus 10 000 bis 12 000

Schindeln liegen. Früher habe man nur wenig Fenster eingebaut, denn es

habe noch keine so großen Glasscheiben gegeben und ein Fenster bedeutete

Wärmeverlust, betonten die Parkführer. Auf Aufbau und Verputz der Wände

wurde ebenso ausführlich eingegangen. Wege hätten früher einfach aus

Erde bestanden. "Damit die Kleidung nicht schmutzig wurde trugen reiche

Leute Gehwege zum Mitnehmen", erklärten die Mitarbeiter und zeigten hohe

Schuhe mit Holzsohle. Weitere Stationen waren der Brunnen, eine

Stadtmauer im Aufbau sowie landwirtschaftliche Gebäude, wobei die

Nachwuchsforscher auch die Kleidung der Bauern kennenlernten.

Jedes Kind durfte sich einen Nagel aus Holz herstellen. Während der

Pause gab es eine mittelalterliche Stärkung. In der Schmiede erfuhr man

woher der Ausdruck "einen Zahn zulegen" stammt. Es folgten weitere

Themen, der Abschluss fand im Bereich der Wikinger statt, wo die Kinder

das Funkenschlag mit Feuerstein und Feuerstahl testen konnten. Mit einem

alten Kinderspiel und einem Quiz lies man den erlebnisreichen Besuch

ausklingen.