Freitag, 1. Mai 2015

Kinderuni: Kinder erfuhren aus erster Hand vieles über die Arbeit des Bundestags

Wertheim. Aus erster Hand erfuhren die Kinder bei der Kinderuni des
Stadtjugendring Wertheim e.V. wie die tägliche Arbeit einer
Bundestagsabgeordnete aussieht. Nina Warken (CDU) Abgeordnete aus dem
Wahlkreis Odenwald-Tauber berichtete über die Aufgaben des Deutschen
Bundestages und ihre tägliche Arbeit. Auf die Frage was Demokratie ist,
wussten die Nachwuchsstudenten sofort eine Antwort. "Da entscheidet das
Volk und alle werden an einer Entscheidung beteiligt." Warken ergänzte,
die Bürger wählten ihre Vertreter, die dann die Entscheidungen treffen.
Diese Vertreter wählen dann auch ihren Chef. Um dies zu verdeutlichen
griff sie auf das Lebensumfeld der Kinder zurück. So wählten zum
Beispiel die Klassensprecher den Schulsprecher oder die Ortschaftsräte
den Ortsvorsteher. In ihren Vortrags lies sie auch kleine Filme
einfließen. Einer von ihnen zeigte anhand des Stadtparlaments wie man
Politiker werden kann. Sie ging weiter auf ihren eigenen Weg ein. So
trat sie der Jungen Union bei und wurde für die CDU in den Gemeinderat
von Tauberbischofsheim gewählt. Ihre Partei habe sie dann für den
deutschen Bundestag aufgestellt, wo sie vor eineinhalb Jahren auch
einzog. Gemeinsam mit den Kindern erarbeitete sie die grundlegenden
Informationen zur Bundesrepublik. Das Land habe 80 Millionen Einwohner,
die Hauptstadt heiße Berlin und das Wahlrecht gelte ab 18 Jahren. "Jeder
ab diesem Alter darf wählen und jede Stimme zählt gleich viel", betonte
sie. Früher sei dies anders gewesen, da durften nur bestimmte Gruppen
wählen und die Stimmen hatten auch verschiedenes Gewicht. In Deutschland
gebe es 299 Wahlkreise. Ihr Wahlkreis bestehe aus den Landkreisen
Main-Tauber und Neckar-Odenwald. Der Bundestag bestehe zur Zeit aus 631
Abgeordneten. Da es viele unterschiedliche Meinungen gebe, habe man
verschiedene Parteien. In einem Film wurde die Bedeutung von erst und
Zweitstimme erläutert und dabei auch Politikfelder wie Hochwasserschutz
und Arbeitsplätze angesprochen. Aktuell säßen vier Parteien im
Bundestag, die den Kindern alle bekannt waren. Es herrsche das
Mehrheitsprinzip, das beudeute die Mehrheit entscheide. Sie muss dies
nicht immer richtig tun, aber Konflikte würden auf diese Weise
friedlich gelöst, erklärte sie. Als praktisches Beispiel für
Mehrheitsentscheidungen nannte sie den Beschluss für einen
Schulstandort. Auch auf die Bildung und den Sinn von Koalitionen ging
Warken ein. Sie bestehen aus zwei bis drei Parteien, die sich zuvor auf
gemeinsame Ziele einigten. Weiter erklärte die Abgeordnete den Aufbau
des Plenarsaals. "Dort wird viel besprochen und entschieden." Die
Debatten würden oft im Fernsehen, beim Sender Phönix, übertragen. "Am
hinteren Ende des Saals hängt der große schwere Bundesadler", zeigte sie
auf. Nach Vorstellung verschiedener Abstimmungsarten zählte sie
Beispiele für den Sinn von Gesetzen auf. Von den Kindern wurde unter
anderem der Nichtraucherschutz genannt, Warken ergänzte Themen wie die
Verteilung der Gelder, die Schulpflicht, die Sicherheit von
Nahrungsmitteln, Elektrogeräten und Spielzeug, sowie Gesetze zum Thema
Verkehr. Die Arbeit der Ausschüsse machte sie am Beispiel des
Innenausschuss deutlich, dem sie selbst angehört. Dieser beschäftige
sich unter anderem mit der Sicherheit der Bürger, mit dem Schutz bei der
Internetnutzung, mit Bundesorganisationen wie dem THW, das zum Beispiel
bei Hochwasser hilft, und dem aktuellen Thema Kriegsflüchtlinge die nach
Deutschland kommen. Aus ihrem Alltag erzählt sie, dass sie jede zweite
Woche in Berlin sei, die andere unterwegs im Wahlkreis. Dabei treffe sie
Bürgermeister, besuche Firmen und biete Sprechstunden an. Bei einem
Quiz konnten die Kinder das Gelernte unter Beweis stellen. "Schön, dass
ihr so gut mitgemacht und schon soviel gewusst habt", lobte sie. Am Ende
gab es von Warken noch viele Infobroschüren zum Thema Bundestag.