Ebenheid. Einen Tag rund ums Modellfliegen bot der Stadtjugendring
Wertheim im Rahmen seiner Forscherferien am Freitag in Ebenheid. Die
Modellflugfreunde Ebenheid boten den 20 Kindern zwischen sieben und zehn
Jahren dabei vielfältige Einblicke in die Modellfliegerei. Edgar Arnold,
Vorsitzender des Vereins, stellte diesen in seiner Begrüßung vor. Er
selbst gehe dem Hobby schon 56 Jahre nach. Neben ihm waren auch sein
Stellvertreter Hubert Berberich, sowie weitere Vereinsfunktionäre am Tag
beteiligt. Berberich ging in seiner Präsentation "Der Traum vom
Fliegen", auf die Geschichte und Technik der Fliegerei ein. Anfangs
wurde geklärt was alles Fliegen kann, dazu gehören neben Flugzeuge und
Raketen, auch bestimmte Pflanzenteile und Tiere. Heißluftballons
hingegen würden in der Luft fahren. "Bei allem was leichter als Luft
ist, sagt man fahren, bei schwerem fliegen." Weiter ging er auf
verschiedene historische Rekorde ein. Den ersten Helikopter habe bereits
Leonardo da Vinci konstruiert. Die ersten Menschen die abhoben, seien
die Brüder Montgolfier mit ihrem Heißluftballon gewesen. 1783 kamen die
beiden rund 300 Meter weit. Für den ersten Flug sei Otto Lilienthal 1848
bekannt geworden. Der erste Motorflug der Brüder Wright folgte 1903. Der
erste Interkontinentalflug von den USA nach Europa habe 1927 Charles
Lindbergh gemeistert. "Er flog die 6000 Kilometer mit seiner Maschine
Spirit of St. Louis in 33,5 Stunden", erläuterte Berberich. 1947 habe
Chuck Yeager mit Mach 1,06 erstmals die Schallmauer durchbrochen. Der
schnellste benannte Flug der Welt habe 1976 der Pilot der SR 71
Blackbird erreicht. Er schaffte es auf einer Höhe von rund 24 Kilometer
auf 3529 km/h. Die längste Flugstrecke eines Segelfliegers habe bei 3008
Kilometer gelegen. Weiter ging er auf die Wirkweise des Auftriebs ein,
der durch den Druck und Sog an den Flügel entsteht. Weitere Elemente des
Vortrags waren die Steuerung eines Flugzeugs über die Höhen- und
Seitenruder, der Aufbau eines Modellflugzeugs und die verschiedenen
Arten der Modellflieger. "Als Modellpilot muss man eine gute Motorik
haben, die Grundlagen von Mathematik und Physik verstehen, elektrische
Kenntnisse und PC Kenntnisse haben und handwerkliches Geschick für den
Modellbau mitbringen."
Das Modellfliegen lerne man am besten im Verein. Flugzeuge gebe es als
Einsteigerpaket schon ab rund 500 Euro. In kleinen Videoclips zeigte er
seine eigene umfangreiche Hobbywerkstatt für den Modellflugzeugbau und
erläuterte wie Modellteile mit Hilfe einer CNC Fräse entstehen. Nun war
das handwerkliche Geschick der jungen Forscher gefragt. Unterstützt
durch die Vereinsmitglieder baute jeder von ihnen ein flugfähiges Modell
aus Balsaholz. Dazu musste geschliffen, geklebt und zusammengebaut
werden. Jede Maschine erhielt auch ein individuelles Design. Vom
Gemeindezentrum aus, wo der erste Teil des Tages stattfand, ging es zum
Flugplatz des Vereins. Dort sahen die Kinder verschiedene Flugzeugtypen
im Einsatz. Besonderes Highlight dabei war ein
Hochgeschwindigkeitsflugzeug, dass bis zu 300 km/h schnell werden kann,
aber auch der Segelflieger, der mit Hilfe eines gespannten langen
Gummiseils startete.
Auch die Modelle der Kinder hoben bei bestem Flugwetter ab und machten
ihre Erbauer damit stolz.


