Montag, 13. April 2015

Forscherferien Ostern: Spannender Forschertag rund ums Modellfliegen bei den Modellflugfreunden Ebenheid

Ebenheid. Einen Tag rund ums Modellfliegen bot der Stadtjugendring

Wertheim im Rahmen seiner Forscherferien am Freitag in Ebenheid. Die

Modellflugfreunde Ebenheid boten den 20 Kindern zwischen sieben und zehn

Jahren dabei vielfältige Einblicke in die Modellfliegerei. Edgar Arnold,

Vorsitzender des Vereins, stellte diesen in seiner Begrüßung vor. Er

selbst gehe dem Hobby schon 56 Jahre nach. Neben ihm waren auch sein

Stellvertreter Hubert Berberich, sowie weitere Vereinsfunktionäre am Tag

beteiligt. Berberich ging in seiner Präsentation "Der Traum vom

Fliegen", auf die Geschichte und Technik der Fliegerei ein. Anfangs

wurde geklärt was alles Fliegen kann, dazu gehören neben Flugzeuge und

Raketen, auch bestimmte Pflanzenteile und Tiere. Heißluftballons

hingegen würden in der Luft fahren. "Bei allem was leichter als Luft

ist, sagt man fahren, bei schwerem fliegen." Weiter ging er auf

verschiedene historische Rekorde ein. Den ersten Helikopter habe bereits

Leonardo da Vinci konstruiert. Die ersten Menschen die abhoben, seien

die Brüder Montgolfier mit ihrem Heißluftballon gewesen. 1783 kamen die

beiden rund 300 Meter weit. Für den ersten Flug sei Otto Lilienthal 1848

bekannt geworden. Der erste Motorflug der Brüder Wright folgte 1903. Der

erste Interkontinentalflug von den USA nach Europa habe 1927 Charles

Lindbergh gemeistert. "Er flog die 6000 Kilometer mit seiner Maschine

Spirit of St. Louis in 33,5 Stunden", erläuterte Berberich. 1947 habe

Chuck Yeager mit Mach 1,06 erstmals die Schallmauer durchbrochen. Der

schnellste benannte Flug der Welt habe 1976 der Pilot der SR 71

Blackbird erreicht. Er schaffte es auf einer Höhe von rund 24 Kilometer

auf 3529 km/h. Die längste Flugstrecke eines Segelfliegers habe bei 3008

Kilometer gelegen. Weiter ging er auf die Wirkweise des Auftriebs ein,

der durch den Druck und Sog an den Flügel entsteht. Weitere Elemente des

Vortrags waren die Steuerung eines Flugzeugs über die Höhen- und

Seitenruder, der Aufbau eines Modellflugzeugs und die verschiedenen

Arten der Modellflieger. "Als Modellpilot muss man eine gute Motorik

haben, die Grundlagen von Mathematik und Physik verstehen, elektrische

Kenntnisse und PC Kenntnisse haben und handwerkliches Geschick für den

Modellbau mitbringen."

Das Modellfliegen lerne man am besten im Verein. Flugzeuge gebe es als

Einsteigerpaket schon ab rund 500 Euro. In kleinen Videoclips zeigte er

seine eigene umfangreiche Hobbywerkstatt für den Modellflugzeugbau und

erläuterte wie Modellteile mit Hilfe einer CNC Fräse entstehen. Nun war

das handwerkliche Geschick der jungen Forscher gefragt. Unterstützt

durch die Vereinsmitglieder baute jeder von ihnen ein flugfähiges Modell

aus Balsaholz. Dazu musste geschliffen, geklebt und zusammengebaut

werden. Jede Maschine erhielt auch ein individuelles Design. Vom

Gemeindezentrum aus, wo der erste Teil des Tages stattfand, ging es zum

Flugplatz des Vereins. Dort sahen die Kinder verschiedene Flugzeugtypen

im Einsatz. Besonderes Highlight dabei war ein

Hochgeschwindigkeitsflugzeug, dass bis zu 300 km/h schnell werden kann,

aber auch der Segelflieger, der mit Hilfe eines gespannten langen

Gummiseils startete.

Auch die Modelle der Kinder hoben bei bestem Flugwetter ab und machten

ihre Erbauer damit stolz.