Bestenheid. Sehen und Hören sind wichtige Sinne, wie sie funktionieren
und wie man sie unterstützen kann, erfuhren 15 Kinder zwischen sieben
und elf Jahren am Mittwoch im Rahmen der Forscherferien des
Stadtjugendring Wertheim. Bei der Forscheraktion der Firma Distelhorst
Optik in Bestenheid absolvierten sie verschiedene Tests und lernten die
Berufe des Optikers und Hörgeräteakustikers kennen. Max Hahner,
Auszubildender zum Hörgeräteakustiker im zweiten Lehrjahr, führte mit
den Nachwuchsforschern einen kurzen Hörtest durch. Danach ging er auf
den ausführlichen Hörtest ein, bei dem neben verschiedenen Tönen auch
das Verstehen von Wörtern und Zahlen geprüft werde. "Hören und Verstehen
ist ein Unterschied", machte er deutlich. In zunehmenden Alter nehme die
Hörfähigkeit ab, auch viel Lärm schade ihr. Mit Hilfe des PC simulierte
er die Auswirkung des Hörverlust in ruhiger und lauter Umgebung. "Bei
Verminderung der Hörleistung hört man vor allem die hohen Töne nicht
mehr, die die Feinheiten der Sprache ausmachen", so fiele es schwerer
Buchstaben wie f und s, k und g, sowie t und d zu unterscheiden. "Tiefe
Töne sind vor allem für die Lautstärke verantwortlich." Er ging auch auf
die Funktionsweise des Ohrs ein. Die Muschel sammle wie ein Trichter die
Schallwellen, das Trommelfell werde durch sie in Schwingung versetzt,
wie bei einer Trommel. Weiter gehe es über die Gehörknöchelchen, die
kleinsten Knochen im Menschen, zur Schnecke. "In ihr sind kleine Härchen
die sich bei Schall bewegen", vorne fänden sich die Härchen für die
hohen Töne. "Diese gehen im Laufe der Jahre zuerst kaputt." Hörgeräte
seien heute Minicomputer die genau die Tonhöhen verstärken bei denen es
nötig ist. Franziska Heitmann, Augenoptikerlehrling im ersten Lehrjahr,
stellte den Kindern verschiedene Brillenfassungen vor. Etwas besonderes
seien zum Beispiel die Individualgestelle aus Echtholz. "Brillengestelle
gibt es schon für Kinder ab zwei Jahren", erläuterte sie. Durch Hitze
mache man die Kunststoffbügel weich und formbar und passe so jedes
Gestell perfekt an. Auch auf die Funktion und Bedeutung von
Sonnenbrillen ging sie ein. Weiterhin durften die Kindern einen
Führerscheinsehtest versuchen. "Man muss dabei mindestens 70 Prozent der
Sehleistung erreichen." Augenoptikerin Susan Mosch führte bei den
Kindern eine Messung der Sehstärke durch und erläuterte ihnen die
Funktion einer Brille und die Arten der Fehlsichtigkeit. "Kurzsichtige
Menschen sehen Dinge in größere Entfernung schlechter." Kinder und
Jugendliche bis 14 Jahren sollten den Sehtest bei einem Augenarzt
machen, riet sie.
Bei Augenoptikermeisterin Jutta Weiß, durfte dann jedes Kind ein
Brillenglas einschleifen und es als Lupe mit nach Hause nehmen. Dabei
wurde das Glas an eine Fassung angepasst. Zuerst bestimmten die jungen
Forscher den "optischen Mittelpunkt" des Glases , dann tastete ein Gerät
die Form der Brille ab, mit Hilfe dieser Daten wurde dann in der
Schleifmaschine das Glas passgenau geschliffen.

