Samstag, 4. April 2015

Forscherferien Ostern 2015: Kinder lernten Beruf von Optikern und Hörgeräteakustiker kennen.

Bestenheid. Sehen und Hören sind wichtige Sinne, wie sie funktionieren

und wie man sie unterstützen kann, erfuhren 15 Kinder zwischen sieben

und elf Jahren am Mittwoch im Rahmen der Forscherferien des

Stadtjugendring Wertheim. Bei der Forscheraktion der Firma Distelhorst

Optik in Bestenheid absolvierten sie verschiedene Tests und lernten die

Berufe des Optikers und Hörgeräteakustikers kennen. Max Hahner,

Auszubildender zum Hörgeräteakustiker im zweiten Lehrjahr, führte mit

den Nachwuchsforschern einen kurzen Hörtest durch. Danach ging er auf

den ausführlichen Hörtest ein, bei dem neben verschiedenen Tönen auch

das Verstehen von Wörtern und Zahlen geprüft werde. "Hören und Verstehen

ist ein Unterschied", machte er deutlich. In zunehmenden Alter nehme die

Hörfähigkeit ab, auch viel Lärm schade ihr. Mit Hilfe des PC simulierte

er die Auswirkung des Hörverlust in ruhiger und lauter Umgebung. "Bei

Verminderung der Hörleistung hört man vor allem die hohen Töne nicht

mehr, die die Feinheiten der Sprache ausmachen", so fiele es schwerer

Buchstaben wie f und s, k und g, sowie t und d zu unterscheiden. "Tiefe

Töne sind vor allem für die Lautstärke verantwortlich." Er ging auch auf

die Funktionsweise des Ohrs ein. Die Muschel sammle wie ein Trichter die

Schallwellen, das Trommelfell werde durch sie in Schwingung versetzt,

wie bei einer Trommel. Weiter gehe es über die Gehörknöchelchen, die

kleinsten Knochen im Menschen, zur Schnecke. "In ihr sind kleine Härchen

die sich bei Schall bewegen", vorne fänden sich die Härchen für die

hohen Töne. "Diese gehen im Laufe der Jahre zuerst kaputt." Hörgeräte

seien heute Minicomputer die genau die Tonhöhen verstärken bei denen es

nötig ist. Franziska Heitmann, Augenoptikerlehrling im ersten Lehrjahr,

stellte den Kindern verschiedene Brillenfassungen vor. Etwas besonderes

seien zum Beispiel die Individualgestelle aus Echtholz. "Brillengestelle

gibt es schon für Kinder ab zwei Jahren", erläuterte sie. Durch Hitze

mache man die Kunststoffbügel weich und formbar und passe so jedes

Gestell perfekt an. Auch auf die Funktion und Bedeutung von

Sonnenbrillen ging sie ein. Weiterhin durften die Kindern einen

Führerscheinsehtest versuchen. "Man muss dabei mindestens 70 Prozent der

Sehleistung erreichen." Augenoptikerin Susan Mosch führte bei den

Kindern eine Messung der Sehstärke durch und erläuterte ihnen die

Funktion einer Brille und die Arten der Fehlsichtigkeit. "Kurzsichtige

Menschen sehen Dinge in größere Entfernung schlechter." Kinder und

Jugendliche bis 14 Jahren sollten den Sehtest bei einem Augenarzt

machen, riet sie.

Bei Augenoptikermeisterin Jutta Weiß, durfte dann jedes Kind ein

Brillenglas einschleifen und es als Lupe mit nach Hause nehmen. Dabei

wurde das Glas an eine Fassung angepasst. Zuerst bestimmten die jungen

Forscher den "optischen Mittelpunkt" des Glases , dann tastete ein Gerät

die Form der Brille ab, mit Hilfe dieser Daten wurde dann in der

Schleifmaschine das Glas passgenau geschliffen.