Donnerstag, 2. April 2015

Forscherferien Ostern 2015: Forschertag bei der Firma Woerner

Bestenheid. Die Forscherferien Ostern des Stadtjugendring Wertheim e.V.

führen die Kinder in die Welt der Technik. Nachdem am Montag ein Blick

hinter die Kulissen des Flughafens Stuttgart auf dem Programm stand,

erfuhren die jungen Forscher am Dienstag bei der Firma Woerner in

Bestenheid vieles über den Bau und die Anwendung von Zentralschmieranlagen.

Nicole Fabig, verantwortlich für den Bereich Personalwesen, gab den 14

Kinder zwischen sieben und elf Jahren einen Überblick über das

Unternehmen. Aktuell habe man 170 Mitarbeiter, davon 21 Auszubildende in

technischen und kaufmännischen Berufen. Das Unternehmen biete auch

Studienangebote zusammen mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg an.

Man beliefere Kunden weltweit mit Anlagen die Maschinen mit Fett und Öl

versorgen. Diese Schmierung diene dazu die Reibung und damit die

Wärmeentwicklung zu verringern. Im Anschluss führte Helmut Ballweg,

Ausbilder der Industriemechaniker, zusammen mit seinen Lehrlingen Daniel

Schlachter, Johannes Geier und Philipp Ehrlenbach die Gäste durch die

Produktion. Beginn war in der Arbeitsvorbereitung, weiter ging es in die

Fertigung in der die Kinder verschiedene CNC gesteuerte Fräs- und

Bohrmaschinen, sowie Drehmaschinen genau begutachteten. Erstaunt waren

sie über den "Tiefbohrer", der Löcher bis 60 Zentimeter Tiefe Bohren

kann. "Damit das Möglich ist, werden die Späne mit 80 Bar Öldruck

weggedrückt", so Ballweg. Bei einem Drehautomat, der bis zu 64 Werkzeuge

verwenden kann, sahen die Kinder die Herstellung eines Zylinders für die

Verteiler der Schmiermittel. Für ein Teil brauche die Maschine nur

eineinhalb Minuten. Sie arbeite mit der Genauigkeit von einem sechs

millionstel Millimeter, "etwa dem Zehntel eines menschlichen Haars." Die

Kinder durften einen der fertigen Zylinder selbst testen. "Sie werden in

Pumpen eingesetzt die bis zu 350 Bar Druck erzeugen, dennoch brauchen

wir durch die genaue Passung keine Dichtungen", so der Ausbilder.

Vorbei an der Schleifmaschine ging es zur großen Wachmaschine für die

Teile, die bei 60°C und zusätzlich durch Ultraschall gereinigt werden,

denn jedes Staubkorn verändere die Genauigkeit. Wie diese Kontrolliert

wird, sahen sie in der Qualitätskontrolle. Dort erklärte Ballweg die

optische Prüfung und die 3D Messmaschine die die Teile mit einer

Diamantkugel abtastet.

Auch die Montage von kleineren Pumpen und die Funktionsweise von großen

Schmieraggregaten wurde erläutert. Im Versand erfuhren die

Nachwuchsforscher, dass täglich 30 bis 40 Pumpen ausgeliefert werden.

Die Kleinste gibt etwa einen drittel Tropfen pro Hub ab, der über einen

Luftstrom verteilt wird. Die größte gibt 60 Liter pro Minute ab. "Wir

haben auch die größte Papiermaschine der Welt in China mit einer

Schmieranlage versorgt", betonte Ballweg stolz. Im Aggregatebau sahen

Kinder verschiedene Schmiermitteltanks. Sie gebe es in Größen zwischen

80 und 26 000 Litern. Nach viel Information lernten die Kinder die

Tätigkeit der Industriemechaniker hautnah kennen. Nach einem genauen

Plan bauten sie einen Buchständer aus Metall. Dazu musste genau

gemessen, gebohrt und gebogen werden. Danach wurden die Teile poliert

und die Platte mit dem Namen des Kindes Laser graviert. Nach der Montage

hatte jeder eine praktische persönliche Erinnerung an den Tag. "Wir

hoffen manche der Kinder bewerben sich später einmal bei uns", stellte

Ballweg abschließend fest.