Mittwoch, 5. November 2014

Forscherferien Herbst: Kurs zum Brückenbau

Wertheim. An Brücken ist vieles spannend. Wie können sie so groß und so

hoch gebaut werden? Wie werden sie stabil? und Welche Arten gibt es

überhaupt? Das waren nur einige Fragen denen die Kinder der zweiten bis

vierten Klasse im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim

am Donnerstag in den Herbstferien im Haus der Jugend und Vereine

nachgingen. Der Kurs zum Brückenbau wurde von Juniormentor Laurenz

Dirscherl aus Kreuzwertheim geleitet. Das ehemalige Forscherferienkind

hatte den Stadtjugendring zuvor bereits bei mehreren Aktionen

unterstützt. Der Workshop war die erste Aktion die der elfjährige selbst

leitete. Unterstützt wurde er dabei vom SJR-Vorsitzenden Birger-Daniel

Grein. Zu Beginn erarbeiteten die zwölf jungen Forscher mit Hilfe von

Bildern und Schemata den Aufbau und die Funktionsweise verschiedener

Brückentypen. Der einfachste Typ sei eine Balkenbrücke, so Dirscherl,

diese ließe sich mit einem Baustamm über eine Bach vergleichen. Ohne

zusätzliche Stützen könne man mit ihr aber nur kurze Strecken

überbrücken. "Nicht überall kann man mehrere Zwischenpfeiler im Boden

verankern", verdeutlichte er. Weitere besprochene Typen waren die

Bogenbrücke und die Hängebrücke. Aber auch spezielle Typen wie

Seilbrücken über Schluchten, schwenk- und anhebbare Brücken und

schwimmende Pontonbrücken wurden besprochen. Dabei lernten die Kinder

zum Beispiel das die "Golden Gate Bridge" rund 2800 Meter lang und eine

Hängebrücke ist. Außerdem wurde beleuchtet, wie die Gewichtskraft der

Autos in den Boden abgeführt wird. Auch die Wertheimer Brücken wurden

genauer betrachtet. Hier erfuhren die Teilnehmer unter anderem, dass das

THW eine Pontonbrücke vom Wölfelparkplatz aus über die Tauber baut, und

dass sich das "Messbrückle" bei Hochwasser auf 5,40 Meter anheben lässt.

"Benutzen kann man es dann aber nicht", erklärte der Juniormentor. Die

jungen Forscher konnten auch selbst viel experimentieren. So testen sie

welche Pfeiler besonders stabil sind und entwickelten dabei die

verschiedensten Konstruktionen. Gemeinsam wurde dann der Aufbau einer

Brücke mit L-Profilstützen erarbeitet und ihre Belastbarkeit getestet.

Dabei lernten die Teilnehmer, dass schräge L-Profile in der Mitte die

Fahrbahn stabilisieren. Die selbst gebauten Brücken konnten die Kinder

mit nach Hause nehmen.

Manchmal müssen Brücken auch abgerissen werden. Wie dies abläuft, sahen

die Kinder anhand von Fotos und Videoclips vom Abriss der Brücke über

die A3 vom Dertinger Weg aus, der Anfang Oktober stattfand. Ein

weiteres Thema waren die Liebesschlösser an Werttheimer Brücken. Sie

können für diese zum Problem werden, sei es durch ihr Gewicht, durch

Rost oder durch die Reibung in Folge von Schwingungen. Bei einem Quiz

bewiesen die jungen Forscher, dass sie nun echte Brückenexperten sind.

Die Teilnehmer fanden viel Lob für den Workshop und auch Laurenz war mit

seinen Nachwuchsforschern sehr zufrieden.