Wertheim. An Brücken ist vieles spannend. Wie können sie so groß und so
hoch gebaut werden? Wie werden sie stabil? und Welche Arten gibt es
überhaupt? Das waren nur einige Fragen denen die Kinder der zweiten bis
vierten Klasse im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim
am Donnerstag in den Herbstferien im Haus der Jugend und Vereine
nachgingen. Der Kurs zum Brückenbau wurde von Juniormentor Laurenz
Dirscherl aus Kreuzwertheim geleitet. Das ehemalige Forscherferienkind
hatte den Stadtjugendring zuvor bereits bei mehreren Aktionen
unterstützt. Der Workshop war die erste Aktion die der elfjährige selbst
leitete. Unterstützt wurde er dabei vom SJR-Vorsitzenden Birger-Daniel
Grein. Zu Beginn erarbeiteten die zwölf jungen Forscher mit Hilfe von
Bildern und Schemata den Aufbau und die Funktionsweise verschiedener
Brückentypen. Der einfachste Typ sei eine Balkenbrücke, so Dirscherl,
diese ließe sich mit einem Baustamm über eine Bach vergleichen. Ohne
zusätzliche Stützen könne man mit ihr aber nur kurze Strecken
überbrücken. "Nicht überall kann man mehrere Zwischenpfeiler im Boden
verankern", verdeutlichte er. Weitere besprochene Typen waren die
Bogenbrücke und die Hängebrücke. Aber auch spezielle Typen wie
Seilbrücken über Schluchten, schwenk- und anhebbare Brücken und
schwimmende Pontonbrücken wurden besprochen. Dabei lernten die Kinder
zum Beispiel das die "Golden Gate Bridge" rund 2800 Meter lang und eine
Hängebrücke ist. Außerdem wurde beleuchtet, wie die Gewichtskraft der
Autos in den Boden abgeführt wird. Auch die Wertheimer Brücken wurden
genauer betrachtet. Hier erfuhren die Teilnehmer unter anderem, dass das
THW eine Pontonbrücke vom Wölfelparkplatz aus über die Tauber baut, und
dass sich das "Messbrückle" bei Hochwasser auf 5,40 Meter anheben lässt.
"Benutzen kann man es dann aber nicht", erklärte der Juniormentor. Die
jungen Forscher konnten auch selbst viel experimentieren. So testen sie
welche Pfeiler besonders stabil sind und entwickelten dabei die
verschiedensten Konstruktionen. Gemeinsam wurde dann der Aufbau einer
Brücke mit L-Profilstützen erarbeitet und ihre Belastbarkeit getestet.
Dabei lernten die Teilnehmer, dass schräge L-Profile in der Mitte die
Fahrbahn stabilisieren. Die selbst gebauten Brücken konnten die Kinder
mit nach Hause nehmen.
Manchmal müssen Brücken auch abgerissen werden. Wie dies abläuft, sahen
die Kinder anhand von Fotos und Videoclips vom Abriss der Brücke über
die A3 vom Dertinger Weg aus, der Anfang Oktober stattfand. Ein
weiteres Thema waren die Liebesschlösser an Werttheimer Brücken. Sie
können für diese zum Problem werden, sei es durch ihr Gewicht, durch
Rost oder durch die Reibung in Folge von Schwingungen. Bei einem Quiz
bewiesen die jungen Forscher, dass sie nun echte Brückenexperten sind.
Die Teilnehmer fanden viel Lob für den Workshop und auch Laurenz war mit
seinen Nachwuchsforschern sehr zufrieden.