Bestenheid. Was ist eigentlich ein "Königdorn" und wie wird dieser hergestellt? Dieser Frage gingen 18 junge Forscher der dritten bis fünften Klasse am Mittwoch im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim nach. Während eines Forschertags bei den Firmen Wilhelm König Maschinenbau und König MTM in Bestenheid lernten sie die Produktion kennen und durften vieles selbst ausprobieren. Anfangs gaben die Ausbilder Michael Seyfert und Christoph Klein den Gästen einen Überblick über die Unternehmen. Wie Seyfert berichtete, stellen diese Spannwerkzeuge für hydraulische Maschinen sowie Hydraulikkomponenten her. "Letztere können zum Beispiel Ventile für einen Bagger sein", erläuterte er. Das Unternehmen sei 1947 gegründet worden und sei heute in der dritten Generation in Familienbesitz. Insgesamt beschäftige man 250 Mitarbeiter, darunter 19 Azubis. Im Anschluss an die Vorstellung ging Seyfert auf den "Königdorn" ein, eine Eigenentwicklung der Firma. Er werde in der mechanischen Fertigung zum Beispiel von Zahnrädern oder Triebwerkschaufel für Flugzeuge eingesetzt. "Mit Öldruck wird der obere Teil auseinander gedrückt und das Werkstück damit festgehalten", beschrieb er die Funktion. Anschließend konnten der Weg des Spanndorns vom Rohmaterial bis zum fertigen Teil in der Produktion erlebt werden. Im Lager stellten die Ausbilder den Kindern die verschiedenen Metalle und Kunststoffe vor, die zum Einsatz kommen. Dabei staunten die jungen Forscher über die großen automatischen Sägen die die Metalle in die passende Größe bringen. Danach ging es weiter zu den Drehmaschinen, an denen der Dorn seine Grundform erhält. Dabei bekamen die Kinder sowohl konventionelle als auch CNC gesteuerte Maschinen erklärt. "Die Grundformen sind heftig schwer", stellten die Besucher beim hochheben fest. Weiter ging es zur Fertigung der Details mit der CNC Bohrmaschine. Nach dem härten in einer Fremdfirma werden die Teile geschliffen. "Für eine schöne Oberfläche", so Seyfert. Dabei arbeite man auf den tausendstel Millimeter genau. Weiter ging es zur Montage. Am Prüfstand konnten die Kinder selbst ausprobieren, wie der Dorn funktioniert, außerdem sah man die Qualitätsprüfung. Nach dem Rundgang galt es bei einer Kranrallye sein Geschick zu beweisen. Die "Laufkatze" hebt normalerweise Gewichte bis fünf Tonnen. Heute galt es diese möglichst schnell durch Pylonen zu steuern, ein Seil daran zu hängen und dieses über eine Absperrung zu heben. "Normalerweise dürfen mit dem Kranen nur wenige geschulte Mitarbeiter fahren", betonte Seyfert. Zum Abschluss fertige jeder Teilnehmer auf einer CNC-Fräse einen Kreisel aus Aluminium, den er mit nach Hause nehmen durften. Am Ende zeigten sich alle Teilnehmer begeistert. "Ich finde es spannend wie der Königdorn funktioniert", berichtete der neunjährige David Franceschinel. "Ich fand toll, dass man an einer CNC Fräse arbeiten durfte", ergänzte der gleichaltrige Marcel Vollhardt. Beiden gefiehl außerdem die Kranrallye.