Bestenheid. Einen Einblick in die Entwicklung und Produktion von Vakuumpumpen bekamen 15 "junge Ingenieure" im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim. Die Firma Vacuubrand hatte zum Forschertag eingeladen. Anfangs gab Rainer Ries, verantwortlich für die Bereiche Fertigung und Montage, den Gästen einen Überblick über das Unternehmen. Die Firma habe heute über 200 Mitarbeiter. Als eigenständiges Unternehmen sei es zum Jahresbeginn 1985 gegründet worden. Zuvor sei der Bereich Teil der Brand GmbH gewesen. Die Fertigung der meisten Einzelteile und die Endmontage der Pumpen würde im Werk in Bestenheid erfolgen, so Ries. Die Geräte kämen zum Beispiel in der Forschung und in Laboren zum Einsatz. "Mann kann sie unter anderem zur Probenabsaugung bei der Suche nach Medikamenten gegen Ebula verwenden", gab er ein aktuelles Beispiel. Rund 55 Prozent der Produkte würde heute in den weltweiten Export gehen. "Wir liefern in rund 100 Länder", erklärte er. Alle Produkte seien dabei eigene Entwicklungen. Den Anfang des Firmenrundgangs machte ein Besuch in der Lehrlingswerkstatt. Die technischen Auszubildenden aller Lehrjahre um Ausbilder Jürgen Leimeister hatten einiges Vorbereitet um den Kindern zu zeigen, was in den großen Maschinen passiert. So konnten diese probieren, einen Nagel in Holz zu schlagen, Metall zu sägen und dieses zu bohren. Anhand einer Apfelschälmaschine demonstrierten die Azubis das Prinzip einer Drehmaschine. Danach stellten sie den Kindern die unterschiedlichen Metalle vor, die verarbeitet werden. An einem Schaukasten wurden anschließend die einzelnen Teile einer Vakuumpumpe erklärt. In der Produktionshalle konnten die Maschinen, zum Beispiel CNC Fräsen, bestaunt werden. Diese werden zum Teil automatisch bestückt. Faszinierend fanden die Kinder, die Genauigkeit mit der gearbeitet wird. Diese liegt bei einem Fünftausendstel Millimeter, was Ries mit verschiedenen dünnen Folien demonstrierte. Im Jahr würden rund 20.000 Pumpen hergestellt. "Für den Preis der teuersten bekommt man einen Kleinwagen", beantwortete er die Fragen zweier jungen Forscher. In der Qualitätskontrolle waren die Besucher von den 3D- Messmaschinen die die Genauigkeit der Fertigung überprüfen, begeistert. "So einen Maschine kostet 300.000 Euro", erläuterten die dortigen Mitarbeiter. Weitere Stationen war der Spitzguss und der Versand. Die Fachlageristen zeigten den Kindern wie Ware sicher verpackt wird. Besonders toll fanden die Gäste die Papierknüllmaschine.
Zurück in der Lehrlingswerkstatt durften die Kinder verschiedene Experimente mit den Vakuumpumpen durchführen. So fanden sie heraus, dass sich Ballons, Marchmallows und Mohrenköpfe im Vakuum ausdehnen. Gummienten jedoch nicht, den diese sind keine geschlossen Körper. Außerdem konnten sie mit der "Magdeburger Halbkugel" selbst die Kraft des Luftdrucks spüren. Jeder Teilnehmer prägte sich außerdem von Hand eine Metallanhänger mit seinem Namen. "Wir würden uns über eine spätere Bewerbung von euch freuen", gab Ries den Kindern abschließend mit auf den Weg. Diese waren vom Tag begeistert und werden sich das Angebot sicher überlegen.
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