Wertheim. Einen Forschertag rund um die Kräuter erlebten 13 Kinder
zwischen sechs und elf Jahren im Rahmen der Forscherferien des
Stadtjugendring Wertheim.
In der Bioland Gärtnerei Haas in Wertheim lernten sie dabei viele
Kräuter, deren Geruch und Verwendung kennen. Als Expertin stand
Inhaberin Christiane Bauer den jungen Forscher Rede und Antwort. Bei der
Aktion wurde sie von ihrer Tochter Urte unterstützt.
Die Führung begann vor dem großen Komposthaufen. "Als Biolandgärtnerei
erzeugen wir unseren Kompost selbst", erklärte die Gärtnerei. Diesen
würde man zusammen mit gekaufter Bioerde und natürlichem Dünger zum
Beispiel aus Hornspäne von geschlachteten Tieren zum Eintopfen
verwenden. Um den Komposthaufen gebe es aber auch Lebensraum für die
Wühlmaus. Bei der Schädlingsbekämpfung setzt man auf natürliche
Fressfeinde, wie die Schlingnatter. "Die ist nicht giftig, dafür aber
selten", erklärte Bauer und beruhigte die Kinder: "Die hat mehr Angst
vor uns, als wir vor ihr." Wie sie weiter erläuterte, sei in der
Biolandwirtschaft außerdem die Verwendung von Kunstdünger und Torf
verboten. "Wir setzen Dünger aus tierischen und pflanzlichen Rohstoffen
ein, zum Beispiel Brennnesseljauche." Das Unkraut müsse man von Hand
zupfen. "Das kostet viel Arbeitszeit, deswegen sind Biopflanzen oft
teurer", verdeutlichte sie einen Zusammenhang.
Im Kräutergarten lernten die interessierten Kinder dann viele
verschiedene Kräuter kennen. Dabei durften sie nicht nur daran riechen,
sondern die meisten auch probieren. "Die riecht nach Zahnpasta, und die
nach Kaugummi", stellten die Nachwuchsforscher beim Riechen an den
verschiedenen Minzarten fest. Insgesamt, so Bauer, gebe es über hundert
Minzsorten, in der Gärtnerei würde man rund 20 aus vielen verschiedenen
Ländern anbieten. Wie sie weiter berichtete helfe die Minze bei
Erkältungen und sei gut für den Magen. "Alle Minzsorten brauchen im
Garten Platz, da sie sich ausbreiten", gab sie noch einen gärtnerischen
Tipp. Zwei geteilt war die Meinung der Kinder zum Geschmack des herben
Salbei. Er helfe bei Halsweh. Den Tee könne man Gurgeln oder das Blatt
kauen. Etwas besonderes sei der groß gewachsene Muskatellersalbei mit
seiner schönen Blüte. Er ist auch für seltene Insekten wie die Holzbiene
wichtig. Für Begeisterung sorgte der Colastrauch. "Der reicht geil nach
Cola", rief einer der Kinder. Auch wenn man es nicht in der
gleichnamigen Gewürzmischung findet, das Currykraut verfügt über einen
deutlich curryartigen Geruch und Geschmack. Darüber hinaus lernten die
Kinder noch viele weitere Kräuter kennen.
Hinzu kamen heute nur noch wenig bekannte Pflanzen, wie den Baumspinat
oder der "guten Heinrich", der ebenfalls spinatartig schmeckt.
Wie Bauer weiter erläuterte sind Kräuter nicht nur in der Küche gut. So
könne man mit dem Seifenkraut gut Seide oder die eigenen Haare waschen.
Außerdem gebe es viele färbende Pflanzen, wie das Färberwaid, aus der
man die früher seltene blaue Farbe herstellte. Gemeinsam stellten die
Kinder aus Zitronverbene einen Tee her. Diesen konnte man dann zusammen
mit Kürbismuffins genießen. Außerdem durfte sich jeder jungen Forscher
den Setzling seiner Wunschpflanze eintopfen und diesen dann mit nach
Hause nehmen. Am Ende bewiesen die Teilnehmer bei einem Quiz, dass sie
nun echte Kräuterexperten sind.
