Wertheim/Gottersdorf. Einen besonderen Einblick in das Leben ihrer
Vorfahren bekamen die Teilnehmer der Forscherferien des Stadtjugendring
Wertheim am Mittwoch. Gemeinsam mit Birger-Daniel Grein, Vorsitzender
des Stadtjugendring und den Betreuerinnen Daniela Löser und Andrea
Fluhrer erfuhren sie im Freilandmuseum Gottersdorf vieles über die Wohn-
und Lebensweise der Menschen aus vergangenen Jahrhunderten. Der Besuch
begann mit einer speziellen Führung über das bäuerliche Leben im ersten
Teil des 20. Jahrhundert. Im Schäferhaus aus dem Jahr 1870 bekamen die
jungen Forscher einen Einblick in die Lebensweise und die Ausstattung
eines Hauses der damaligen Zeit. Dabei lernten sie, dass man auch als
Schäfer zum größten Teil Selbstversorger war, weshalb dem Garten eine
besondere Bedeutung zukam. Die Kinder lernten aber auch das Leben der
noch ärmeren Tagelöhner und ihre Häuser kennen. Weiter gab es eine
Zeitreise in die Zeit des zweiten Weltkriegs. Dabei erfuhren die
Teilnehmer, dass die Regierung früher Kinder aus den Großstädten zu
fremden Familien aufs Land schickte um sie vor den Bomben in Sicherheit
zu bringen.
Auf einem Bauernhof aus dem Jahr 1798, der im Inneren im Stiel der
1920er Jahre ausgestattet war lernten die Teilnehmer die
landwirtschaftlichen Geräte der damaligen Zeit kennen und erfuhren wie
der Alltag einer Bauernfamilie aussah. Dabei wollten sie nicht mit den
Kindern der damaligen Zeit tauschen, denn diese mussten sich nicht nur
das Bett teilen. "Die ganze Familie badete im gleichen Wasser", erklärte
die Führerin und sorgte damit bei manchem Kind für schaudern.
Im Haus des Bauernhof durften die Besucher selbst auf Spurensuche gehen
und tauchten dabei tief in die Lebensbedingungen der ehemaligen Bewohner
ein.
Den Abschluss der Führung machten verschiedene Kinderspiele aus
vergangenen Tagen, an denen auch die Teilnehmer von heute gefallen fanden.
Anschließend begab man sich in Kleingruppen auf Entdeckungstour durch
die vielen Häusern des Museums. Dabei waren die Nachwuchsforscher vor
allem vom Armen- und Gesindehaus und den sehr ärmliche
Lebensverhältnissen dieser Schicht beeindruckt.
Am Ende hatte jeder Teilnehmer sein Lieblingshaus gefunden, auch wenn
alle lieber im 21. Jahrhundert leben.
Zu den Fotos: Alte Kinderspiele wie "Ochs am Berg" kamen auch bei den
Kindern von heute an und besonders beeindruckend fanden die jungen
Forscher die schlechten Lebensverhältnisse im Armen- und Gesindehaus.

