Bestenheid. Die letzte Aktion der Forscherferien Ostern des Stadtjugendring Wertheim führte am Donnerstag 20 Kinder der zweiten bis fünften Klasse zur Firma Zippe in Bestenheid. Dort erlebten sie einen Forschertag rund um die Anlagen zur Glasproduktion. Susanne Smeets-Zippe, zuständig für den Bereich Marketing, stellte anfangs das Unternehmen vor. Seit 1951 sei Zippe in Wertheim. Das Unternehmen entwickelt und baut mit rund 200 Mitarbeitern in der Main-Tauber-Stadt Gemenge- und Scherbenanlagen für die Glasindustrie weltweit. "Wir machen selbst kein Glas, wir bauen die Anlagen dazu", räumte Ausbilderin Andrea Hörnig gleich zu Beginn mit einem verbreiteten Irrtum über die Firma auf. Dennoch ging sie natürlich auf die Glasarten und deren Herstellung ein. "Man unterscheidet zum Beispiel Hohlgläser, die man füllen kann, und Flachgläser wie Scheiben." Hinzu kämen weitere Arten wie Glasfasern, Glasschmuck aber auch Laborglas. Letzteres habe den Vorteil das es nicht mit seinem Inhalt reagieren kann. Die jungen Forscher wussten auch genau aus was Glas besteht.
Anhand eines Schaubilds erklärte Hörnig den Aufbau der Anlagen und erläuterte wie aus den einzelnen Rohstoffen bei 800-1400° Celsius das fertige Glas wird. "Die eingesetzte Temperatur hängt von der Glasart ab", ergänzte sie.
Auch auf die Vorteile des Glasrecyclings ging sie ein.
Weiter ging es in den Besprechungsraum wo Florian Schmitt, die 3-D Konstruktion einer Gemengeanlage demonstrierte. Dabei verdeutlichte er mit virtuellen Personen die Größe der Anlagen. Die Kinder sahen auf einem Video auch einen Glasbrecher in Aktion. Dieser dient dazu Altglas für das Einschmelzen zu zerkleinern. In der Werkstatt sahen sie dann einen Glasbrecher in Originalgröße, was sie sichtlich beeindruckte.
Bei einem Einblick in das Planungsbüro konnte man einen Eindruck der Arbeit gewinnen, die nötig ist um eine komplexe Anlage zu planen. Dabei beantworteten die Mitarbeiter geduldig alle Fragen der Nachwuchsforscher.
Spannend wurde es in der Werkstatt. Unter Anleitung der Mitarbeiter durfte jedes Kind eine Kranenrallye absolvieren. Dabei galt es durch das richtige Steuern einen Kranen mit einem angehängten 500kg-Gewicht durch einen Slalom aus Glasflaschen zu steuern und das Gewicht anschließend auf einem Ballon abzusetzen, so dass dieser platzt. Die Kinder bemerkten schnell, dass dies nicht so einfach ist. "Man muss aufpassen, das Gewicht schwankt immer hin und her", berichtete der neunjährige Jannik Bruder. Am Ende gelang es aber allen.
Nach einer Stärkung bekamen die Gäste einen Einblick in den Bau von Schaltschränken. Dabei wurde unter anderem die Bedeutung von Erdungskabeln und die Funktionsweise von Sicherungen besprochen.
Zum Abschluss baute jeder junge Forscher, unterstützt von den Auszubildenden, das elektrisches Spiel "Der heiße Draht". Dazu musste geschraubt und gebogen und natürlich alle Kabel richtig verbunden werden. Der Bau klappte bei allen gut. Das Spiel selber wollten die Kinder aber noch üben, so dass der laute Ton, der beim berühren des Drahtes entsteht, bald nicht mehr zu hören ist.


