Freitag, 25. April 2014

Forscherferien Ostern: Forschertag rund ums Vakuum / Forschertag bei PINK GmbH Vakuumtechnik

 
Reinhardshof. Einen spannenden Forschertag rund um das Vakuum, den
luftleeren Raum, erlebten 30 Kinder der ersten bis fünften Klasse am
Mittwoch. Im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim
besuchten sie die Firma PINK Vakuumtechnik auf dem Reinhardshof.
Nach einer Begrüßung durch Geschäftsführer Volker Heidinger entdeckten
die jungen Forscher in zwei Gruppen das Unternehmen. Betreut wurden sie

dabei von Frank Schilling, Stefan Deinhardt und Michael Rauch. Getreu
dem Prinzip der Forscherferien selbst Aktiv zu werden, durften die
Kinder als erstes in Lehrlingswerkstatt eine Medaille zum Umhängen
herstellen. Dazu musste von der vorbereiteten Plakette zuerst ein Stück
abgesägt werden. Danach wurde das Metall mit einer Feile entkratet. Zum
Schluss wurde mit Hilfe eines Gravurlasers der Name und ein Bildchen,
das sich jeder aussuchen durfte, eingebrannt.
Im Anschluss demonstrieren die Auszubilden ihren Gästen die CNC Fräse
und die Drehmaschinen und erläuterten ihre Verwendung. Anerkennung
erhielten sie von den Kindern auch für ihre speziellen Werkstücke wie
ein kleiner Tischkicker aus Metall, der auch gleich ausprobiert wurde.
Bei einer Führung durch die einzelnen Abteilungen der Fertigung erfuhren
die Teilnehmer wie aus Rohmaterial die fertigen Maschinen werden. Am
Anfang wird mit Hilfe eines Wasserstrahl, der etwas Quarzsand enthält,
aus dem Metall die groben Formen ausgesägt. "Der Strahl erreicht dabei
rund 1500 Bar Druck", erklärten die Betreuer des Unternehmens. Die
nächsten Schritte konnte man in den großen CNC Fräsen beobachten. Im
Laufe des Rundgang entdeckten die Kinder immer wieder Arbeitsschritte
die sie zuvor selbst ausprobiert hatten. Neben den klassischen Schweißen
sah man auch eine Anlage zum Vakuumschweißen. Dabei werden unter Vakuum
mit Hilfe eines Elektronenstrahls kleinste Verbindungen geschweißt. "Die
Luft muss draußen belieben, denn in ihr kann Staub sein, der das
Zusammenhalten verhindert", stellte einer der Kinder richtig fest. Im
"Finishing" sah man die letzten Arbeiten an den Einzelteilen. Anhand
eines Bauplans verdeutlichten die Experten, dass die Genauigkeit bei der
Bearbeitung bei weniger als einem Zehntel Millimeter liegt. "Das ist
dünner als ein Haar",erklärten sie.
Weiter ging es in den Anlagenbau wo man unter anderem einen großen
Lötofen und eine Prüfanlage für die Schläuche von Autoklimaanlagen im
Detail betrachten konnte.
Zur großen Verwunderung der Betreuer erkannte einer der Kinder auch eine
Teilchenbeschleuniger, der in der Strahlentherapie von Hirntumoren zum
Einsatz kommt.
Nach einer Stärkung begab man sich in die Werkstatt. Dort war das
Fachwissen der Kinder gefragt. In einem "Vakuum ABC" galt es den
richtigen Ausgang eines Experiments vorherzusagen. Dabei wurden Ballons
in minus 195° Celsius kaltem, flüssigem Stickstoff geschrumpft, die nach
dem herausholen wieder anwuchsen. "Das liegt daran, dass sich die Luft
bei Kälte zusammenzieht", wusste einige der Jungforscher. Andere
erklärten, dass sich ein Ballon im Vakuum ausdehnt, da der Luftdruck
herum fehlt. Weitere Experimente drehten sich um die fehlende
Schallübertragung im Vakuum und die Funktionsweise von Vakuumheber.
Die Kinder bewiesen bei den Versuchen viel Vorwissen, lernten aber auch
einiges Neue.
Am Ende nahmen sie stolz ihre Urkunden im Empfang.