Freitag, 25. April 2014

Forscherferien Ostern: Wie wird aus Müll Energie? - Einblicke in das Müllheizkraftwerk Würzburg


Wertheim /Würzburg. Wie wird aus Restmüll nutzbare Energie und Wärme?
Dieser Frage gingen über 30 junge Forscher am Dienstag nach. Im Rahmen
der Forscherferien des Stadtjugendring (SJR) Wertheim bekamen sie einen
Einblick in ein Müllheizkraftwerk in Würzburg. Dort wird durch die
Verbrennung von Hausmüll, aber auch Restmüll aus Gewerbe Strom und
zugleich Wärme für da Fernwärmenetz erzeugt. Begleitet wurden sie auf
der Entdeckungstour vom SIR-Vorsitzenden Birger-Daniel Grein, sowie
Alfons Göpfert, Andrea Fluhrer und Daniela Löser.
Wie Hans Dresch vom Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Würzburg
(ZVAWS) berichtete, umfasst das Einzugsgebiet, aus dem ein Teil des
Mülls angeliefert wird rund 900.000 Haushalte und zusätzlich die
Gewerbebetriebe aus dem Einzugsgebiet. "Wir erzeugen durch die
Verbrennung Strom für rund 20 Prozent der Würzburger Haushalte". Positiv
sei auch, dass man den Heizwert von Restmüll nutzbar mache. Wie dies
konkret funktioniert, erklärte er Anhand eines Schaubilds. Spannend
fanden die jungen Forscher, dass sie ein Filtermodell der Abgasreinigung
aus Originalmaterial befühlen konnten.
"Rund 15 Prozent der angelieferte Menge bleibt als Schlacke übrig.
Schlacke ist quasi unsere Asche", so Dresch. Diese würde unter anderem
als Untergrund im Straßenbau Verwendung finden.
Nach dem theoretischen Teil ging es auf einen Rundgang durch die Anlage.
Während eine Gruppe von Dresch geführt wurde, begleitete sein Kollege
Walter Frankenberger die zweite Gruppe. Der erste Weg führte in die
Kabine des Kranen mit dem der Müll zu den Öfen transportiert wird.
Weiter ging es auf 40 Meter Höhe. Die Kinder konnten dort oberhalb des
Verbrennungsofens entlang gehen. Das es in diesem bis zu 1000° Celsius
heiß wird, merkte man auch an der großen Hitze die über ihm herrschte.
Den höchsten Punkt erreichte man auf dem Dach der Anlage bei 43 Metern.
Von hier aus sah man nicht nur die noch wesentlich höheren Schornsteine,
man hatte auch einen schönen Blick auf die Umgebung.
In der Schaltwarte erfuhren die junge Forscher wie die Anlage überwacht
wird. Dabei staunten sie über die großen Schalttafeln und die vielen
Monitore.
Interessant fanden sie auch, dass es in der Schaltwarte ein
Salzwasseraquarium gibt. "Das dient der Entspannung der Augen",
berichteten die Mitarbeiter.