Wertheim / Freudenberg. Mit Beginn der Osterferien starteten auch die Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim in eine neue Runde. Die Osterferien drehen sich dabei rund um die "Faszination Technik". Den Anfang machte am Montag ein Forschertag bei der Firma Rauch Möbelwerke in Freudenberg bei der 16 Kinder zwischen acht und zehn Jahren erfuhren wie Möbel fürs Kinderzimmer und andere Räume entstehen. Geführt wurden sie dabei von den Auszubildenden zu Holzmechanikern Luisa Büttgenbach, Laura Diehm und Mike Baumann, sowie Ausbilder Karl Hofmann. Zuerst führten die drei Auszubildenden die jungen Forscher durch das firmeneigene Museum, in dem diese vieles über die Firmengeschichte und die Einrichtung ihrer Vorfahren lernten. So gab es das erste Möbelstück aus dem Jahr 1897 zu sehen, dass Rauch hergestellt hatte. Anhand von Bildern tauchte man dann in die Firmenhistorie ein und hörte dabei, dass das Familienunternehmen in jeder Generation von Inhabern gewachsen ist. Aktuell würden jedem Tag 4500 Schränke produzieren. Hinzu kämen Betten und Beistellmöbel wie Nachttische. Die Teilnehmer durften die verschiedenen Möbel und ihre Materialien auch befühlen. Interessant fanden alle die Werkstatt aus dem Jahr 1930, in der die alten Maschinen auch in Bewegung bestaunt werden konnten. "Der Leim wurde aus Tierknochen und Tierhaut hergestellt", erklärten die Auszubildenden. Blickfang war auch ein aus Holz geschnitzter Schreinermeister, der an der Werkbank stand. Im nächsten Raum verdeutlichten drei Modelle der Betriebsstandorte den jungen Besuchern die Größe des Unternehmens. An einem weiteren Modell lernten sie den Aufbau von Spanplatten kennen. Interessant fanden die Nachwuchsforscher auch, dass es in der Schule früher das Unterrichtsfach "Einrichten" gab, in der mit Hilfe kleiner Modelle lernte einen Raum passend auszustatten.
"Das Museum wird von der Holzmechanikerlehrlingen eingerichtet. Jedes Jahr gibt es neue Ausstellungen", erklärte Hofmann stolz.
Nach dem Ausflug in die Geschichte widmete man sich den aktuellen Produkten. Die firmeneigene Ausstellung hat mit rund 4000 Quadratmeter die Größe eines ganzes Möbelhauses. "Hier dürfen normalerweise nur Möbelhändler und keine Endkunden rein", erklärte Hofmann. Für die jungen Forscher machte er aber gerne eine Ausnahme. Am schönsten fanden die Kinder natürlich die verschiedenen Jugendzimmer, die präsentiert wurden.
Nach einer Stärkung in der Kantine besuchte man das Fotostudie in dem die Möbel für die Präsentation fotografiert werden. Bis zu einem perfekten Foto benötige man etwa drei bis vier Stunden, plus Nachbearbeitung am Computer. Dazu passt auch der Preis der eingesetzten Kamera. Sie kostet mit 25000 Euro soviel wie ein ganzes Auto.
Der Weg führte weiter durch das Dekolager, den Versand für Messen und die Kabine zum Lackieren der Möbel. Im Maschinenraum von Azubis und Modellbau wurden 22 Maschinen begutachtet, die älteste davon stammt aus dem Jahr 1959. Aber auch eine ganze aktuelle aus 2013 gab es zu sehen. Im Werkraum für die Auszubildenden durften die Kinder dann selbst mit anpacken. Sie stellten einen Hocker her, den sie anschließend mit nach Hause nehmen durften. Dazu wurden Platten zuerst auf der CNC Fräse vorbereitet, anschließend sägten die Azubis die Teile aus. Nun mussten die Kinder sie noch von Hand schleifen und zusammenbauen.


