Freitag, 18. April 2014

Forscherferien Ostern 2014: Forschertag bei Vermop Wertheim


Bestenheid. Putzen gehört eigentlich nicht zu den Lieblingsbeschäftigung von Kindern, dennoch war das Interesse am Forschertag bei der Firma Vermop groß. Im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim bekamen 24 Kinder der ersten bis fünften Klasse Einblicke in den Bereich "Liquid" des Unternehmens, in dem Reinigungsmittel für den professionellen Bereich hergestellt werden. Außerdem durften sie im Labor selbst forschen. Die Führung übernahm der Leiter des Fertigungsbereichs Dr. Rudolf Fackler, der dazu extra vom Sitz in Gilching angereist war. Zu Anfang der Exkursion stand eine Einführung von Günter Herberich, Leiter Personal des Vermopstandort Wertheim. Wie er berichtete gebe es in Wertheim insgesamt fünf Werke die Reinigungsgeräte und Zubehör produzieren. Entwickelt würde das umfangreiche Sortiment in Gilching bei München. "Den Bereich Reinigungschemie gibt es bei uns seit dem Jahr 2012", erklärte er. Fackler besprach im Anschluss, für welche Reinigungsaufgaben man spezielle Produkte benötigt.
Ausgestattet mit weißen Schutzanzügen und Hauben führte der Abteilungsleiter die Kinder zuerst ins Rohstofflager. "Hier riecht es so gut nach Spülmittel", stellte der siebenjährige Luis fest.
Fackler stellte den Kindern verschiedene Düfte vor und lies sie auch daran riechen. "Reinigungsmittel herstellen ist so ähnlich wie Kuchenbacken", zog er einen Vergleich. Auch bei Vermop würden Wasser, Duftstoffe und andere Zutaten zu den verschiedenen Reinigern gerührt. Insgesamt stelle das Unternehmen rund 1000 Tonnen Reinigungsmittel jährlich her. Besprochen wurden auch die verschiedenen Gefahrensymbole der Rohstoffe und wie man richtig und sicher mit ihnen umgeht. "Wannen unter den Regalen sorgen dafür, dass eventuell auslaufende Stoffe aufgefangen werden", so Fackler. Der Weg führte weiter zu einem Heizcontainer. Darin werden feste und zähflüssige Rohstoffe erwärmt und so verflüssigt, damit sie besser verarbeitet werden können. Große Augen bekamen die Kinder bei den Behältern zum Kochen und Anrühren. "Da passen über 2000 Liter rein", berichtete der Abteilungsleiter. Die Rührer würden sich mit 2000-3000 Umdrehungen pro Minuten bewegen, eine für die Kinder kaum vorstellbare Geschwindigkeit.
Weiter ging es zur Abfüllanlage wo die jungen Forscher selbst mithelfen durften. Der Experte erklärte ihnen auch die Funktion des speziellen Druckers, der Datum und Chargennummer auf sprüht, sowie der Etikettieranlage. Vor allem letztere stieß auf großes Interesse und wurde in allen Details beäugt.
Viel zu lernen gab es auch bei der Neutralisationsanlage für das Abwasser. Dabei wurde besprochen, dass man das Wasser auf seinen normalen PH-Wert von sieben bringt in dem man Säure mit Lauge und umgekehrt neutralisiert.
Im Lager erhielten die Kinder dann einen Eindruck über die Produktvielfalt des Bereichs. Besonders spannend fanden alle das Labor, in dem die beiden Laborantinnen aus Gilching Julia Dienemann und Dagmer Bergel die Kinder beim Experimentieren unterstützten. So wurde mit Hilfe von Marmor die Kalklösefähigkeit von Reinigern getestet und die Kinder erfuhren wie man die Wirkung von Spülmittel mit Hilfe von gefärbten Schweineschmalz prüft.
Zum Abschluss durfte sich jeder Nachwuchsforscher aus Duftstoffen, Farbe und Rohstoff ein eigenes Spülmittel herstellen und dieses mit individuellem Etikett versehen.