Freitag, 18. April 2014

Forscherferien Ostern 2014: Forschertag bei der Firma Kurtz Wiebelbach


Werheim/Wiebelbach. Große Maschinen und noch größere Augen gab es beim Forschertag der Firma Kurtz in Wiebelbach zu sehen. Im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim bekamen 20 Kinder zwischen sieben und elf Jahren Einblicke in den Bau verschiedener Maschinen. Außerdem durften sie praktisch in die Berufswelt hineinschnuppern. Zu Beginn stellte Ausbildungsleiter Frank Adam in einer Präsentation das Unternehmen vor. Alles Begann 1779 mit der Hammerschmiede in Hasloch, 1852 kam dann die dortige Eisengießerei dazu und 1860 die Maschinenfabrik. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe Kurtz Ersa insgesamt 950 Mitarbeiter.
Weiter ging er auf die Produktpalette ein. Spannend fanden die Kinder einen neuen Schaumstoff mit besonderen Eigenschaften. Dieser würde für die Produktion einer speziellen Zwischensohle für Turnschuhe einer bekannten Marke verwendet. "Die für die Herstellung dieser Sohlen nötigen Maschinen werden bei uns gebaut," erklärte Adam. Auch bekannte Autobauer setzen Maschinen des Unternehmens ein.
Ein weiterer Teil seines Vortrags beschäftigte sich mit den Ausbildungsmöglichkeiten im Konzern. So würden pro Jahr 30 neue Azubis eingestellt. "Insgesamt bilden wir in 20 verschiedenen Berufen aus."
Die Führung durch das Unternehmen begann Adam im Lager der Rohmaterialien. Daneben konnte man sehen wie eine Säge automatisch Metallstücke auf die richtige Länge brachte. Dabei wurde auch besprochen, wie die Kühlflüssigkeit zum längeren Erhalt der Sägeblätter beiträgt. Auf Interesse stießen auch die Mitarbeiter die mit Hilfe der heißen Flamme Bauteile abtrennten. Vorbei an den Schweißstationen kam man in die Montageabteilung für die Kunststoffmaschinen. Dort konnte man gerade einen Test beobachten. So entstanden vor den Augen der jungen Besucher Styropordämmplatten für Gebäude. Auch eine der vorher angesprochenen Schuhsolenmaschinen konnte man aus der Nähe betrachten. Die Kinder staunten auch über den großen Ofen, der Teil von Aluminiumgießmaschinen ist und dafür sorgt, dass das Metall auf einer Temperatur von 700-800 Grad Celsius gehalten wird, so dass es flüssig bleibt. In der neue errichteten Halle konnten die Besucher Gießereimaschinen mit einen Gewicht von bis zu 35 Tonnen bestaunen. Auch einen Kran mit einer Belastung von bis zu 50 Tonnen gab es in Aktion zu sehen. "Das sind ja mehr als sieben Elefanten", stellten einige der jungen Forscher fest. Adam verwies auch auf zwei anderen Kräne. "Sie schaffen immer noch je 32 Tonnen, das reicht aber meist aus, da wir nicht die gesamte Maschine anheben müssen."
Immer wieder wanderte der Blick in der zwölf Meter hohen Halle nach oben, den eine der Maschine die dort gerade montiert wurde, brachte es auf stattliche acht Meter Höhe.
Nach einer Stärkung in der Kantine durften die Kinder die Berufe der Industrie- und Zerspandungsmechaniker ausprobieren. Angeleitet und unterstützt von den Auszubildenden bauten sie in der Lehrwerkstatt ein Reise-Mühlespiel. Dazu mussten sie in die Spielplatte bohren und fräsen und die Spielsteine an der Drehmaschine auf die richtige Länge bringen. Die Linien konnte jedes Kind mit Hilfe einer CNC gesteuerten Maschine aufbringen. Zum Abschluss erhielt jedes Spiel auf der Rückseite noch eine Einprägung mit dem Namen des Kindes, so wurde es zu einem echten Unikat.