Wiebelbach. Einen Einblick in die Herstellung von mobilen Ferienhäusern erhielten 21 Kinder im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim am vergangenen Mittwoch.
Dazu besuchten die sieben bis zehnjährigen Nachwuchsforscher die Firma Tischer Freizeitfahrzeuge in Wiebelbach. Die Firma produziert seit 40 Jahren mit aktuell 25 Mitarbeitern Wohnmobilkabinen für PikUps. Das besondere daran, ist, dass diese Kabinen auf der Ladefläche montiert werden, sich aber vom Besitzer einfach ab- und wieder aufbringen lassen. Nach der Begrüßung durch Prokurist Thomas Klein sahen die Gäste einen Film über die Herstellung der Kabinen und über deren An- und Abbau durch den Nutzer. Außerdem durften sie das Sperrholz befühlen, aus denen die Möbel hergestellt werden.
Die Kinder durften auch die Kabine besichtigen, mit der vor 40 Jahren alles Angefangen hatte.
"Alles wird bei uns im Haus produziert von der Außenwand bis zu den Möbeln", erklärte das Mitglied der Geschäftsleitung. Die jungen Forscher konnten sich danach davon überzeugen, dass dies auch stimmt. Zuerst führte der Weg über den Hof wo es aktuelle Kabinenmodelle zu bestaunen gab.
Danach führte Klein die Gäste in die Produktion der Seitenwände. Dabei betonte er, dass jede Kabine individuell auf das Fahrzeug und die Wünsche des Kunden angepasst werde.
Im Jahr produziere man rund 120 bis 140 Kabinen. Frank Nehr zeigte den Kindern in der Wandfertigung wie eine große CNC Fräse die nötigen Teile für die Innenseite der Wände millimetergenau aus fräst Dabei spürten sie auch, dass die bearbeiteten Platten mit Unterdruck festgehalten werden. Der Angestellte fräste anschließend vor den Augen der Kinder originalgetreue Modelle einer Seitenwand, die die Gäste später weiter bearbeiteten. Außerdem sah man den Aufbau der Wand mit der eingebrachten Isolierung.
Beim Möbelbau erfuhren die Teilnehmer wie aus den Sperrholzplatten und der Isolierung Schränke und Türen für die Kabinen werden. Für Aufmerksamkeit sorgten die Türen zur Kabinentoilette, denn aus Platzgründen sind diese Rund. Auf dem Weg zum Zusammenbau der Kabinen sahen die Kinder auch deren Dachteile. "Das eine sieht aus wie eine Badewanne", stellte einer der jungen Forscher fest. Klein erklärte das Teil sei ein Alkoven, das Bauteil der Kabine die über das Führerhaus ragt. Darin befindet sich das Bett für zwei Personen. Wie diese Formen entstehen sahen sie später an der Vakkuumtiefziehmaschine. Dabei wird eine Aluminiumplatte für das Äußere der Kabine mit Unterdruck in Form gebracht. Bestaunt wurde auch die Programmierung der CNC Fräse am PC. Dabei kann der gesamte Vorgang auch digital simuliert werden. "Von hier aus geht der Plan per Datenleitung direkt an den Computer der Fräse in der anderen Halle", erklärte Klein.
Im Anschluss konnten die Jungen und Mädchen verschiedene Kabinen mit unterschiedlichen Ausbaustufen von innen begutachten.
Zum Abschluss wurden die Teilnehmer selbst handwerklich aktiv. Aus den Wandmodellen wurden mit Hilfe von Farbe, Klarlack und Hacken ein Schlüsselbrett das die Teilnehmer mit nach Hause nehmen durften. Nach einer Stärkung konnten sie ihren Eltern stolz vom neu erfahrenen berichten und ihnen ihr Modell präsentieren.


