Montag, 4. November 2013

Forscherferien: Kinder besuchten Deutschordensmuseum Bad Mergentheim / Zeitreise in die Anfänge des letzten Jahrhunderts

Wertheim/Bad Mergentheim. Eine Zeitreise in die Anfänge des

20.Jahrhundert erlebten 38 Kinder zwischen sechs und zehn Jahren am

vergangenen Donnerstag im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring

Wertheim. Begleitet von den ehrenamtlichen Betreuern Birger-Daniel

Grein, Nicole Lotz und Alfons Göpfert erfuhren sie im

Deutschordensmuseum Bad Mergentheim wie Kinder vor 100 Jahren lebten.



Zur Einstimmung galt es Kinderbilder aus verschiedenen Jahrzehnten von

1880 bis 1990 ihrer Zeit zuzuordnen. Dabei bekamen die Kinder schon

einen Einblick in die damalige Kleidung. Anhand alter Puppenstuben

besprach Gesine Waal, vom Museum, anschließend die Ausstattung der

Wohnungen. Die Kinder erfuhren auch wie man sich früher wachen musste

und das ärmere Familien meist nur einen Raum für Leben, Kochen und

Schlafen hatten. Da war so mancher froh in der heutigen Zeit zu leben.

Für große Augen sorgte das original "Plumsklo", das im Schloss, erhalten

ist. "Da geht es ganz schön tief runter in den Graben", stellten einige

der jungen Forscher fest. Waal hatte auch alte Haushaltsgeräte, wie ein

Handquirl oder ein Bügeleisen das mit Kohle gefüllt wurde, mitgebracht.

Im Anschluss konnten die Kinder zusammen mit Museumsmitarbeiter Daniel

Gökert einige Kinderspiele aus der vergangenen Zeit ausprobieren.

Brettspiele gab es, wie die Kinder erfuhren, damals eigentlich nur

eines, das Schachspiel. Die Kinder spielten gerne mit Naturmaterialien

und Holzspielzeug. Auch die Nachwuchsforscher hatten die Möglichkeiten

zu Murmeln, mit Nüssen zu spielen oder mit Holzklötzen zu bauen. Auch

einige Gruppenspiele wurden ausprobiert. So hüpften die Kinder auf dem

Steckenpferd oder glitten mit Brettern, an denen Borsten angebracht

waren, im Wettlauf über den Boden. "Mir gefallen die Spiele von vor 100

Jahren besser als die heutigen, da muss man sich mehr konzentrieren",

stellte die neunjährige Magdalena fest. "Die sind aber auch

anstrengender weil man mehr laufen und mehr denken muss", ergänzte der

gleichaltrige Benjamin, der auch gefallen an den alten Spielen fand.

"Damals hatten die Kinder zwar weniger Freizeit als heute, haben aber

mehr gespielt, denn es gab ja keinen TV und keine Konsolen", erklärte

Gökert abschließend. Ute Jäger führte die Kinder in die Einkaufwelt von

damals ein. Wie diese feststellten, waren die meisten Waren in den

damaligen Läden nur lose erhältlich. In einer Raterunde sollten die

Kinder Gewürze, aber auch Kernseife und Bohnerwachs am Geruch erkennen.

Safran und Hirse hingegen konnte man nur durch ihr Aussehen

identifizieren. Gar nicht so einfach war es für die Teilnehmer mit Hilfe

einer alten Waagen und verschiedenen Gewichten das Gewicht von

Kartoffeln zu bestimmen. Nachdem jedes Kind eine Papiertüte gefaltet

hatte, wurden diese, ganz wie damals, mit Rosinen befüllt. Zum Abschluss

betrachteten die Kinder das Modell eines Spielzeugladens von 1930, und

lernten dabei die Spielzeuge der damaligen Zeit kennen.



Nach dem Workshop besichtigten die Kinder in Gruppen auch andere

Abteilungen des Museums. dabei fanden sie vor allem das Kettenhemd, das

man anprobieren konnte, sowie das große Schlossmodell faszinierend.