Freitag, 1. November 2013

Forscherferien Herbst: Kochkurs im Stadtpalais / Kinder lernten viele Tricks ums Kochen und Tischdecken

 
Wertheim. Einblicke in die Küche eines mehrfach ausgezeichneten Kochs
erhielten 16 Kinder im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring
Wertheim. Am Montag absolvierten sie einen Kochkurs bei Ralf Kronmüller
im Stadtpalais Wertheim. Aufgeteilt in eine Jungen- und eine
Mädchengruppe widmeten man sich abwechselnd der Zubereitung des Essens
und der Tischdekoration auf gehobenen Restaurantniveau.

Unterstützt von seinem Kochazubi Michael Müller bereitete Kronmüller mit
den Kindern Hackfleischküchle mit selbstgemachten Kartoffelpüree und
Möhren zu. Nach einigen Sicherheitshinweisen zum Umgang mit heißen
Platten und den Messern, besprach der Koch die Obstsorten für den
Nachtisch. Die meisten waren den Kindern bekannt, nur bei der aus
Südamerika stammende Physalis gerieten viele ins Stocken. Bei den
vorgestellten Gemüsesorten glänzten alle jungen Forscher mit Wissen.
Nach dem obligatorischen Händewaschen widmete man sich dem Waschen,
schälen und Schneiden von Gemüse und Kartoffeln. Einige der Kinder
konnten mit dem Fleischwolf das Rindfleisch und Gemüse für die
Fleischküchle zerkleinern. "Der Fleischwolf ist aber größer wie der bei
uns daheim", stellte der siebenjährige Tobias fest.

"Wenn man zwischen den Fleischstücken Gemüse durch den Wolf dreht, wird
das Fleisch herausgerückt", empfahl Kronmüller den Nachwuchsköchen. Zwei
Jungen schnitten Brotscheiben klein und weichten diese in Milch ein.
Dabei hatten sie großen Spaß daran das Brot mit der Milch zu
vermanschen. Die Karotten für die Beilage durften die Kinder mit einem
gewelltem Messer schneiden. Dabei brauchten sie einiges an Kraft. Das
Messer sorge, so der Restaurantinhaber, für ein schönes Aussehen des
Gemüses. Das Fleisch und Gemüse wurde mit bloßen Händen mit
Salz,Pfeffer, Ketchup, Senf und Eier verknetet. Alle Kinder hatten
danach die Möglichkeit die Küchle in der Pfanne anzubraten. Danach
wanderten diese mit etwas Butter in den Kovektomaten, den man daheim
auch durch den Backofen ersetzen kann. Inzwischen erhitzte man die
Karotten mit Butter, Salz und Zucker. Letztere unterstütze die Süße der
Karotte und erhalte beim Kochen ihre Farbe, verriet Kronmüller. Für das
Kartoffelpüree war nochmals Kraftaufwand nötig. Die gekochten Kartoffeln
wurde gepresst und mit Milch, Butter, Salz und Muskat vermischt.

Natürlich schnitten die Kinder das Obst für ihren Nachtisch selbst.
Dabei bemerkten sie, dass man von den Physalisblättern klebrige Finger
bekommt.

Während sich die einen in der Küche engagierten, lernten die anderen von
den Servicekräften Melanie Bost und Yvonne Schumann Knieciak die
Geheimnisse eines perfekt gedeckten Tisch. Als erstes übte man das
Falten von Servierten. Dabei gebe es tausende verschiedene Arten,
erklärten die Expertinnen. Am einfachsten sei der Tafelspitz, eine
Dreiecksform. Einige versuchten sich aber auch an komplexeren Motiven,
wie Schiffchen oder Kerzen. Die Servierte wurde mittig vor den Gast
gestellt. Darüber liegt, wie die Kinder erfuhren, das Dessertbesteck.
Der Dessertlöffel liegt ganz oben und zeigt mit der Spitze nach links,
die Dessertgabel darunter mit den Zinken nach recht. Auf der linken
Seite der Servierte liegt die Gabel für das Hauptgericht, auf der
rechten Seite das Messer. "Die Schneide muss nach innen liegen",
erklärte Bost. "Das Glas steht oberhalb des Messers", ergänzte sie.

Auch beim Anrichten der Speisen auf dem Teller wurde auf perfektes
Aussehen geachtet. Die Kinder waren mit der Aktion und ihrem Gekochten
zufrieden. "Mir gefiel das Kartoffelschneiden am besten", erklärte die
zehnjährige Greta, die zu Hause eher selten beim Kochen hilft. Dem
neunjährigen Lennert gefiel das ganze Kochen aber auch das Falten der
Servierten. Kronmüller selbst zeigte sich von dem Wissen der Kinder
begeistert. "Mir war wichtig, dass sie erfahren wie man frisch kochen
kann", erklärte er am Ende.