Freitag, 29. März 2013

Forscherferien: Kinder erhielten Einblick in die Arbeit der Feuerwehr

 

Über Technik und große Fahrzeuge gestaunt

Wertheim. Die großen roten Autos und die umfangreiche Technik der
Feuerwehr faszinieren fast jedes Kind. Auch die 31 Grundschüler zwischen
sechs und zehn Jahren, die im Rahmen der Forscherferien des
Stadtjugendrings, die Feuerwache besuchten staunten über die vielen
Fahrzeuge und deren Inhalt. Empfangen wurden sie am Dienstagnachmittag
von Jugendfeuerwehrwart Sebastian Szesny und seinen Ausbilderkollegen
Melanie Zorneth und Gerätewart Rainer Schwenk.
Diese hatten einiges für die jungen Forscher vorbereitet. Unterstützt
wurden sie dabei von Mitgliedern der Jugendfeuerwehr. Aufgeteilt in drei
Gruppen konnten die Kinder die Feuerwache erkunden und bekamen dabei
vieles über die Technik und Arbeit der Feuerwehrleute erklärt. So wurde
das große Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 bestaunt. Es hat einen Wassertank
von 5000 Liter. „Das sind ungefähr 50 Badewannen voll", erklärte
Schwenk. Der große Wassertank kann aber auch ganz schnell werden.
Spätestens dann, wenn man den Wasserwerfer auf dem Dach des Fahrzeugs in
Betrieb nimmt. Er spritzt bis zu 2400 Liter pro Minute.
Außerdem gehört ein Tank mit 500 Litern Schaummittel zur Beladung des
Fahrzeugs. „Schaum verwendet man zum Beispiel um brennende Flüssigkeiten
zu löschen", erklärte der Gerätewart.

Als nächste wandte man sich dem Rüstwagen zu. „Er ist eine rollende
Werkzeugkiste.", erklärte Schwenk, „auf ihm ist alles was man für die
technische Hilfeleistung braucht." Dazu gehört unter anderem
hydraulisches Rettungsgerät wie Schere und Spreizter mit dem man zum
Beispiel eingeklemmte Personen nach einem Verkehrsunfall befreien kann.
Die Kinder wunderten sich auch über das große Gewicht das Fahrzeugs. Es
wiegt 15 Tonnen und, so Schwenk, „damit soviel wie zehn normale Autos."
Auch der eingebaute Generator rief Verwunderung hervor. „Man könnte mit
ihm theoretisch drei bis vier Wohnhäuser mit Strom versorgen", erklärte
er den Kindern.

Nach einem Blick auf die großen, grünen Schutzanzüge, die die Feuerleute
bei Gefahrguteinsätzen tragen, durften alle Kinder im Löschfahrzeug LF
16 Platz nehmen, was auf große Begeisterung stieß. Der Gerätewart
stellte auch die Beladung des Fahrzeugs vor. Von großem Interesse war
dabei vor allem der Überdrucklüfter „einen großen Ventilator mit dem man
Räume von Rauch befreien kann" und der Sprungretter, der Personen bei
einem Sprung aus dem Fenster sicher auffängt. „Allerdings nur bis zum
zweiten Stockwerk", erklärte der Gerätewart. Zum Einsatz kam der Retter
aber noch nicht. Zur Personenrettung wird normalerweise die Drehleiter
eingesetzt.

Am zweiten Tanklöschfahrzeug erklärte Jugendwart Sebastian Szensny neben
den einzelnen Strahlrohren auch die Wärmebildkamera, deren Funktion die
Kinder live erleben konnten.
Dass die Arbeit der Feuerwehrleute nicht nur schöne Seiten hat zeigte
Schwenks Antwort auf die Teilnehmerfrage ob bei einem Brand schon mal
jemand gestorben sei. „Wir haben das auch schon erlebt", bedauerte er,
„aber zum Glück war es kein Feuerwehrkollege."
Weiter ging es in den Bereich der Spinde. Dort stellte Schwenk die
einzelnen Teile der schützenden Uniform vor. In der Funkzentrale
erfuhren die jungen Forscher wie die Alarmierung und Kommunikation der
Feuerwehr funktioniert. Am Anfang steht die europaweite Notrufnummer 112
mit der man Feuerwehr- und Rettungsdienst erreichen kann. Diese kannten
schon alle Kinder. Gemeinsam schaffte man es dann auch die fünf W-Fragen
zu sammeln, die man bei einem Notruf beantworten sollte. Schwenk und
seine Kollegen erklärten den Kindern auch wie die Alarmierung
funktioniert. Wählt man bei uns die Notrufnummer geht der Anruf in der
Rettungsleitstelle Bad Mergentheim ein. Von dort aus werden die
Feuerwehren über Funk alarmiert. Bei der Feuerwehr Abt. Stadt geht
dieser Alarm auf sogenannten Meldeempfängern ein. Danach begeben sich
die Wehrmänner zur Wache. In der Funkzentrale sahen die Kinder auch ein
große Anzeigentafel die mit farbigen Dioden den Status aller
Feuerwehrfahrzeuge von Wertheim und seinen Ortschaften anzeigt. Auch ein
PC findet man in der Funkzentrale. Er dient so Zorneth zur Dokumentation
der Einsätze. Auf Nachfrage der Kinder erklärten die Ausbilder, die
Feuerwehr Abt. Stadt hat im Jahr im Durschschnitt 120 Einsätze, davon
sind 30-40 Brände, vom Mülleimerbrand bis zum Großbrand. Hinzu kommen
zehn bis fünfzehn Verkehrsunfälle mit eingeklemmter Person und einige
weitere Aufgaben.

In der zweiten Fahrzeughalle durften die Kinder das Einsatzleitfahrzeug
betreten. „Es ist eine Art rollende Funkzentrale. Von hier aus steuert
der Einsatzleiter den Einsatz", erklärte Schwenk. Auch einen Blick auf
die Ausrüstung des VRW, der das erste Fahrzeug bei Verkehrsunfällen ist
konnten die Besucher werfen. Die Betreuer gingen auch auf die Beladung
des Dekon LKW ein, der zum reinigen des Personals nach
Gefahrguteinsätzen dient. Dazu hat er neben einem Dusch- und einem
Aufenthaltszelt auch eine ganze Heizung an Bord. Daneben sah man die
Ölsperre und das Boot der Feuerwehr. Es kann maximal zehn Personen
aufnehmen und wird bis zu 60 Stundenkilometer schnell. „Normalerweise
sind aber nur drei Mann Besatzung an Bord", erklärte Schwenk.
Große Augen rief auch die Drehleiter hervor, die bis in 30 Meter Höhe
ausgefahren werden kann.
In ihren Korb passen bis zu drei Personen mit zusammen höchstens 270
Kilogramm wiegen dürfen.

Nach der ganzen Information konnten die Kinder bei verschiedenen Spielen
ihr Geschick beweisen. Unterstützt wurden sie dabei von den Jungen und
Mädchen der Jugendfeuerwehr.
So galt es mit der Kübelspritze Bälle von Pylonen zu schießen und mit
einem Strahlrohr ein aus Holz gebautes „Feuer" umzuwerfen. An einer
anderen Station musste man Bälle möglichst schnell durch einen langen
Schlauch befördern und beim Schlauchkegeln galt es mit Hilfe
verschiedener Feuwehrschläuche Holzkegel umzuwerfen.
Am Ende des Nachmittages hatten die Kinder viel Spaß gehabt und einiges
neue über die Feuerwehr gelernt.

*Stichwort Jugendfeuerwehr*
Die Jugendfeuerwehr Wertheim beteiligte sich als Mitglied des
Stadtjugendring an den diesjährigen Forscherferien Ostern.

Die Jugendfeuerwehr richtet sich an Kinder und Jugendliche ab zehn
Jahren, die Interesse an Technik und Feuerwehr haben.

In folgenden Abteilungen der Feuerwehr Wertheim gibt es aktuell eine
Jugendfeuerwehr:
Abteilung Stadt, Bettingen, Dertingen, Dörlesberg, Mondfeld, Nassig,
Sonderriet, Sachsenhausen, Reicholzheim, Höhefeld, Kembach und Urphar