Ehrenamtlicher Dachverband der Vereine und Organisationen mit Jugendarbeit in Wertheim am Main
Engagement für Kinder, Jugendliche und Vereine
Samstag, 30. März 2013
Forscherferien: Kinder besuchten Firma Woerner
Einblicke in die Metallbearbeitung
Wertheim. Einen Tag rund um die Metallbearbeitung erlebten 16 Kinder im
Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim am vergangenen
Mittwoch. Bei einem Besuch der Firma Woerner erfuhren sie vieles über
die Herstellung von Zentralschmieranlagen und die Arbeit mit Metall.
Nicole Fabig, zuständig für das Personal, und Ausbilder Helmut Ballweg
begrüßten die Kinder im Seminarraum der Firma und gaben einige
Informationen über das Unternehmen. Man habe aktuell 170 Mitarbeiter und
liefere Schmieranlagen in alle Welt. „Weiß jemand für was man
Zentralschmieranlagen braucht?" fragte Ballweg anschließend die Kinder.
Der neunjährige Konstantin konnte sofort die passende Antwort geben.
„Die benutzt man dazu anderem Maschinen automatisch zu fetten und zu
ölen." Sein Expertenwissen hatte er bei einem vorherigen Besuch der
Firma erworben, denn Woener bietet bereits Kindergartenkindern Besuche
im Unternehmen an.
„Die größte Maschine für die wir eine solche Schmieranlage gebaut haben,
war die größte Papiermaschine der Welt. Sie steht in China und hat über
1000 Stellen die geschmiert werden müssen", berichtete Ballweg weiter.
Für den Besuch der Forscherferienkinder hatte man sich ein besonderes
Programm einfallen lassen. Nach einer Sicherheitseinweisung wurden die
Kinder durch die Produktion geführt und durften dabei auch ganz nahe an
die Maschinen heran treten. Begleitet wurden sie dabei auch von fünf
Auszubildenden zu Industriemechanikern, die alle Fragen beantworteten.
So konnte man aus nächste Nähe eine CNC Fräse bei der Arbeit bestaunen
und sah einen speziellen Bohrer der nicht nur ganz tiefe Löcher ins
Metall bohren kann, sondern die dabei entstehenden Späne auch gleich aus
dem Bohrloch befördert. „Die Maschine arbeitet mit Öl das einen Druck
von über 120 Bar hat. Der Bohrkopf dreht sich 10.000 Mal pro Minute."
erklärte Ballweg.
Auch einen Blick auf die Herstellung der Transportröhrchen, die das Fett
und Öl zu den Schmierstellen leiten, durften die Kinder werfen. Im Laufe
ihres Rundgangs lernten sie noch weitere Bauteile einer
Zentralschmieranlage kennen. Ballweg erklärte auch, wie die Pumpe einer
solchen Anlage aus den vielen genau passenden Einzelteilen
zusammengesetzt wird.
Ein Teilnehmer wollte wissen ob die Firma ihre Geräte auch bei den
eigenen Maschinen einsetzt. „Ja", antwortete Ballweg, „manchmal sind wir
auch unsere eigener Kunde und nutzen unsere Technik auch bei den eigenen
Maschinen."
In der Qualitätssicherung sah man eine große Lupe mit deren Hilfe man
kleinste Werkstücke bis zu fünfzig Mal vergrößern kann. „So sieht man
auch kleine Kanten, die dort nicht hingehören", erläuterte der Ausbilder.
Auffällig war während der Führung das erstaunliche Vorwissen der Kinder,
auch derer die zum ersten Mal in der Firma zu Gast waren. In der
Verpackungsabteilung gefiel den jungen Besuchern vor allem die Maschine
die automatisch Papier für die Transportsicherung zerknüllt. Auf dem Weg
konnte man auch eine fertige Anlage bestaunen. Alleine der große
Ventilator, der die Maschine kühlt, sorgte bei den jungen Forschern für
große Augen. Auch die Lackieranlage und ihre Arbeitsweise wurde
ausführlich besprochen. Dabei erfuhren die Kinder, dass man die
Maschinen in allen Farben liefern kann. „Am beliebtesten sind aber weiß
und blau", erzählte Ballweg. Gemäß des Mottos der Forscherferien Ostern
„Mensch und Technik" war nun das menschliche Geschick der Teilnehmer
gefragt. Sie durften einen eigenen Buchständer herstellen. Dazu mussten
sie Metallrohre biegen, in eine vorgefertigte Platte mit der Maschine
Löcher bohren und alles mit Schleifpapier zum glänzen bringen. Mit Hilfe
der Auszubildenden konnte so jedes Kind ein selbst gebautes
Erinnerungsstück mit nach Hause nehmen. Man war sich dabei einig: „Das
war gar nicht schwer und hat Spaß gemacht." Nach einem Mittagessen in
der Kantine konnten die Kinder ihren Eltern stolz das eigenen Werkstück
präsentieren.


