Wie werden Einlagen hergestellt?
Wir schenken ihnen meist nur wenig Beachtung Beachtung. Und dennoch tragen uns unsere Füße ein ganzes Leben lang und verrichten dabei schwere Arbeit. Manchmal werden sie dabei von individuell gefertigten Schuheinlagen unterstützt. Wie diese hergestellt werden erfuhren 30 Kinder im Rahmen der Forscherferien. In zwei Gruppen besichtigten sie die Werkstatt der Firma Moldan Fußgesundheit und erlebten dabei hautnah wie mit Hilfe moderner Technik Einlagen entstehen. Zu Beginn jeder Fertigung steht ein virtuell Abdruck des Fußes. Wie dieser mit Hilfe einer Kamera und eines Scanners hergestellt wird konnten zwei Kinder direkt ausprobieren. Inhaber Rudi Moldan fertigte einen Scan des Fußes an und erklärte den Kindern im Anschluss anhand verschiedener Vergleichsbilder die verschiedenen Fußveränderungen, wie Hohl- oder Senkfuß. Außerdem zeigte er an einem Knochenmodell und mit Hilfe eines virtuellen Muskelmodells wie sich die verschiedenen Fußfehlstellungen auswirken.
Auch demonstrierte er, wie der Computer anhand des Abdrucks die richtige Schuhgröße ermitteln kann.
Im Anschluss erklärte Moldan mit einem Beweglichkeitstest wie wichtig die Beweglichkeit der Fußmuskulatur ist. Außerdem gab er einige Tipps wie diese einfach trainiert werden kann.
Nun begab man sich in die Werkstatt. Zuerst sahen die Kinder wie Einlagen in Handarbeit gefertigt werden. Aber auch dabei kommt moderne Technik zum Einsatz. Die Größe der Einlage wird anhand des Fußbildes, das auf einem Monitor zu sehen ist, zugeschnitten und es wird bestimmt wo die Plättchen aufgeklebt werden, die später den Fuß stützen sollen. Anschließend wird die Oberfläche der gesamten Einlage an großen Schleifmaschinen geglättet. „Manche Stellen werden aber auch aufgeraut, damit die Plättchen dort besser kleben bleiben“, erklärte Moldan den interessierten Forschern.
Weiter bestaunten die Teilnehmer die große Maschine mit dessen Hilfe man zu enge Schuhe um bis zu einem Zentimeter weiten kann.
Ein besonderer Höhepunkt für die Kinder war die CNC Fräse die sie in Aktion erleben durften. Computer gesteuert fertigt die Anlage aus einem Rohling automatisch eine passgenaue Einlagen. Im Büro demonstrierte der Orthopädieschuhmachermeister dann, wie aus dem Einlagenbild die Anweisungen für die automatische Fräse werden. Dazu wird zuerst die Größe der Einlage festgelegt, dann werden die nötigen Erhöhungen auf den Millimeter genau bestimmt. „Erfahrung ist dabei trotz aller Technik unersetzbar“, betonte Moldan. „Ich muss wissen wie die Einlage am Ende aussehen muss.“
Danach erfuhren die Kinder wie individuelle Maßschuhe hergestellt werden. Darunter auch ein Schuh für einen Kunden, dessen eines Bein stark verkürzt ist. Denn auch da können die passenden Schuhe eine große Hilfe sein.
Zuerst wird eine Schuhleiste aus Holz gefertigt, auf die eine Kunststoffhülle gelegt wird. Diese Hülle kann vom Kunden anprobiert werden. Nachdem man auf ihr Änderungen eingezeichnet, und den Leisten entsprechend angepasst hat wird das Oberleder aufgebracht. Anschließend wird die passende Sohle montiert, das Leder an ihr fest gezwickt und verklebt.
Die Kinder durften die einzelnen Arbeitsschritte nicht nur bestaunen sondern auch viele Materialien selbst in die Hand nehmen. Am Ende wurde von jedem Kind noch die Druckverteilung an den Füßen gemessen. Anhand bunten Farben sah man dabei wie stark die einzelnen Stellen des eigenen Fußes beim Stehen belastet werden. Einen Ausdruck dieser Messung durfte jedes Kind mit nach Hause nehmen.

