Blick hinter die Kulissen des Fernsehens
Wertheim/Erfurt. Große Augen konnte man bei den Teilnehmern der
Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim am vergangenen Dienstag
beobachten. Zusammen mit ihren Betreuern Birger-Daniel Grein, Daniela
Löser, Sylvia Herberich und Ulrike Kiesecker besuchten fünfunddreißig
Kinder den Kinderkanal (KIKA) in Erfurt. Dabei zeigte sich, dass die
Kinder zwar Experten für die einzelnen Serien des Senders waren, aber
keiner von ihnen gedacht hätte wie groß der Produktionsaufwand wirklich
ist.
Beim KIKA angekommen wurden die Kinder und ihre Betreuer zuerst durch
den Sender und das Kindermedienzentrum Erfurt geführt. Dabei hatten man
die exklusive Möglichkeit einen Blick in die Kulissen der Kinderserie
Schloss Einstein zu werfen. Geführt wurden die Kinder dabei vom
verantwortlichen Regisseur der Serie und vom Schauspieler Ferdinand
Dölz, der in der Jugendserie die Rolle des Brunos verkörpert. Diese
Gelegenheit nutzen die Kinder um viele Fragen zum Leben als junger
Schauspieler loszuwerden. Ferdinand berichtete dabei, dass man an fast
jedem Wochentag den ganzen Nachmittag drehen würde. „Das ist neben der
Schule ganz schön anstrengend.", berichtete er über seine Arbeit.
Außerdem staunten die Kinder darüber, dass pro Tag nur ungefähr sechs
Minuten der Serie entstehen, da manche Szene bis zu zehn mal gedreht
wird bis sie perfekt ist. Auch die einzelnen Kulissen, angefangen von
den Zimmern der Einsteinbewohner, über die Klassenräume bis zur
Cafeteria des Schlosses konnten besichtigt werden. Dabei lernten die
Kinder, dass die leckeren Brötchen in der Theke lediglich aus Kunststoff
sind und man für jedes Produkt ein neues Etikett entwerfen müsse, da im
KIKA sämtliche Werbung verboten sei.
Wie man auch im Studio Wetter erzeugen kann sorgte bei den Besuchern für
staunen. Während man Regen mit echtem Wasser simuliert, erzeugt man
Schnee mit Hilfe von zerkleinerten Kunststofffolien.
Im Anschluss an den Besuch im „Schloss Einstein" begab man sich in das
Studie in dem Shows wie KIKA live produziert werden. Dort konnte man
einen Blick auf die Kulisse der KIKA Serie „
Das Baumhaus" werfen. „Die Serien die heute produziert werden, seht ihr
in etwa vier Monaten im KIKA. Das ist auch der Grund warum man manchmal
an Ostern einen Weihnachtsbaum und Schnee in den Serien sieht.",
erklärten die Gästebetreuer des Senders.
Erstaunen weckte auch die Information das ein Scheinwerfer über
zehntausend Euro kostet und man für den Preis einer Fernsehkamera ein
kleiner Einfamilienhaus bekommt.
Außerdem konnten die Kinder einen Blick in die Maske und die Technik der
Bild- und Tonregie werfen.
Ganz besonderes Glück hatten einige der neun und zehnjährigen Teilnehmer
der Forscherferien. Von ihnen zeichnete man kurze Statements auf, in
denen sie von ihrer Lieblingsserie erzählten. Diese kurzen Clips sollen
in einigen Montane im KIKA ausgestrahlt werden.
Aber auch alle anderen Teilnehmer konnten Filmluft schnuppern. Mit Hilfe
der sogenannten Trickboxx, einer Kiste mit Kamera und angeschlossenem
Computer erstellten sie, unter professioneller Anleitung, eigene kleine
Trickfilme. Dazu wird ein Bild gelegt und abfotografiert. Danach werden
die Figuren ein Stück bewegt und erneut fotografiert, eben wie bei der
echten Trickfilmproduktion. Wie die Filmprofis erklärten, muss man für
jede Sekunde Film acht Bilder aufnehmen. So erfuhren die Kinder hautnah
wie aufwendig die Produktion eines Trickfilms ist.
Am Ende des Tages hatten alle jungen Forscher und deren Betreuer viele
einmalige Eindrücke gewonnen und werden so manchen Serie jetzt mit
anderen Augen sehen.
Foto 1: Die Kinder im „Schloss Einstein"
Foto 2: Konzentriertes arbeiten an der Trickboxx