Freitag, 8. Juni 2012

Forscherferien: Zu Besuch beim KIKA

Blick hinter die Kulissen des Fernsehens



Wertheim/Erfurt. Große Augen konnte man bei den Teilnehmern der

Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim am vergangenen Dienstag

beobachten. Zusammen mit ihren Betreuern Birger-Daniel Grein, Daniela

Löser, Sylvia Herberich und Ulrike Kiesecker besuchten fünfunddreißig

Kinder den Kinderkanal (KIKA) in Erfurt. Dabei zeigte sich, dass die

Kinder zwar Experten für die einzelnen Serien des Senders waren, aber

keiner von ihnen gedacht hätte wie groß der Produktionsaufwand wirklich

ist.

Beim KIKA angekommen wurden die Kinder und ihre Betreuer zuerst durch

den Sender und das Kindermedienzentrum Erfurt geführt. Dabei hatten man

die exklusive Möglichkeit einen Blick in die Kulissen der Kinderserie

Schloss Einstein zu werfen. Geführt wurden die Kinder dabei vom

verantwortlichen Regisseur der Serie und vom Schauspieler Ferdinand

Dölz, der in der Jugendserie die Rolle des Brunos verkörpert. Diese

Gelegenheit nutzen die Kinder um viele Fragen zum Leben als junger

Schauspieler loszuwerden. Ferdinand berichtete dabei, dass man an fast

jedem Wochentag den ganzen Nachmittag drehen würde. „Das ist neben der

Schule ganz schön anstrengend.", berichtete er über seine Arbeit.

Außerdem staunten die Kinder darüber, dass pro Tag nur ungefähr sechs

Minuten der Serie entstehen, da manche Szene bis zu zehn mal gedreht

wird bis sie perfekt ist. Auch die einzelnen Kulissen, angefangen von

den Zimmern der Einsteinbewohner, über die Klassenräume bis zur

Cafeteria des Schlosses konnten besichtigt werden. Dabei lernten die

Kinder, dass die leckeren Brötchen in der Theke lediglich aus Kunststoff

sind und man für jedes Produkt ein neues Etikett entwerfen müsse, da im

KIKA sämtliche Werbung verboten sei.

Wie man auch im Studio Wetter erzeugen kann sorgte bei den Besuchern für

staunen. Während man Regen mit echtem Wasser simuliert, erzeugt man

Schnee mit Hilfe von zerkleinerten Kunststofffolien.

Im Anschluss an den Besuch im „Schloss Einstein" begab man sich in das

Studie in dem Shows wie KIKA live produziert werden. Dort konnte man

einen Blick auf die Kulisse der KIKA Serie „

Das Baumhaus" werfen. „Die Serien die heute produziert werden, seht ihr

in etwa vier Monaten im KIKA. Das ist auch der Grund warum man manchmal

an Ostern einen Weihnachtsbaum und Schnee in den Serien sieht.",

erklärten die Gästebetreuer des Senders.

Erstaunen weckte auch die Information das ein Scheinwerfer über

zehntausend Euro kostet und man für den Preis einer Fernsehkamera ein

kleiner Einfamilienhaus bekommt.

Außerdem konnten die Kinder einen Blick in die Maske und die Technik der

Bild- und Tonregie werfen.

Ganz besonderes Glück hatten einige der neun und zehnjährigen Teilnehmer

der Forscherferien. Von ihnen zeichnete man kurze Statements auf, in

denen sie von ihrer Lieblingsserie erzählten. Diese kurzen Clips sollen

in einigen Montane im KIKA ausgestrahlt werden.



Aber auch alle anderen Teilnehmer konnten Filmluft schnuppern. Mit Hilfe

der sogenannten Trickboxx, einer Kiste mit Kamera und angeschlossenem

Computer erstellten sie, unter professioneller Anleitung, eigene kleine

Trickfilme. Dazu wird ein Bild gelegt und abfotografiert. Danach werden

die Figuren ein Stück bewegt und erneut fotografiert, eben wie bei der

echten Trickfilmproduktion. Wie die Filmprofis erklärten, muss man für

jede Sekunde Film acht Bilder aufnehmen. So erfuhren die Kinder hautnah

wie aufwendig die Produktion eines Trickfilms ist.

Am Ende des Tages hatten alle jungen Forscher und deren Betreuer viele

einmalige Eindrücke gewonnen und werden so manchen Serie jetzt mit

anderen Augen sehen.





Foto 1: Die Kinder im „Schloss Einstein"

Foto 2: Konzentriertes arbeiten an der Trickboxx