Wertheim. Das ständige Bemühen von Stadtjugendringleiter Birger-Daniel
Grein, im Dienste seiner "Klientel" immer neue Partner für interessante
und lehrreiche Ferienexkursionen zu gewinnen, führte am Donnerstag zu
einer speziellen Stadtführung für Kinder. Die Besonderheiten Wertheims
brachte dabei Alfons Göpfert den Teilnehmern näher.
Von der Stiftskirche aus leitete er die 20 wissensdurstigen Mädchen und
Jungen ab sechs Jahren durch die Gassen der Altstadt und erklärte ihnen
auf verständliche Weise, was die Bürger im Spätmittelalter und der
frühen Neuzeit für Berufe hatten, wie sie ihre Häuser vor Neidern und
Spöttern aus der Nachbarschaft zu schützen versuchten, und wie die alten
"Weinsäufer" erstmals auf den Biergeschmack gekommen sind.
Höhepunkt der Führung war ein Besuch im Spitzen Turm. In dem ging es
einst alles andere als rechtsstaatlich zu, als er noch als
Graftschaftskerker fungierte. Ohne auf Details einzugehen, berichtete
Göpfert den Kindern doch vom "peinlichen Verhör", das dort regelmäßig
vorgenommen wurde.
Beachtlich war die Vorbildung, die viele der Mädchen und Jungen
mitbrachten. Stolz konnten einige von sich aus wiedergeben, was ein
Steinmetzzeichen ist, dass Schiffe früher von Pferden gezogen wurden,
oder dass es "der Napoleon" war, der Kreuzwertheim von der uralten
Grafschaft Wertheim abgeschnitten hat.
Quelle: Fränkische Nachrichten vom 18. Juni 2011
Foto: Alexander Gutmann