Samstag, 27. Februar 2016

Forscherferien Fasching 2016: Bei Fotokurs in der Altstadt vieles über das richtige Fotografieren gelernt

Wertheim. Dank moderner Technik ist ein Foto schnell geknipst. Was man alles beachten muss, um interessante und ansprechende Bilder zu erhalten, lernten elf Kinder am Freitag in einem Fotokurs der Forscherferien des Stadtjugendrings Wertheim e.V. Mit Rat und Tat stand ihnen dabei die ambitionierte Hobbyfotografin Hertha Götz zur Verfügung. Götz begann 2013 mit dem Fotografieren und ist mittlerweile bekannt für ihre vielfältigen gelungen Aufnahmen. Die Hobbyfotografie schule den Blick, man achte auf viele Details die man zuvor nicht sah, stellte sie fest. Unterstützung kam vom SJR-Vorsitzenden Birger-Daniel Grein, der unter anderem als freier Journalist vielfältige Fotoerfahrung sammeln konnte. Bevor es von der Stiftskirche aus auf Fototour durch die Altstadt ging, galt es die rechtlichen Grundlagen der Fotografie zu klären. So muss man Personen, die man auf dem Foto erkennen könnte, vorm Ablichten fragen. Außerdem darf man nicht ohne Erlaubnis Privatgrundstücke betreten um darin zu fotografieren. Erste Station der Gruppe war der Engelsbrunnen. „Beim Fotografieren von Häusern und Figuren müsst ihr darauf achten, dass die Spitzen mit auf dem Bild sind und noch etwas Rand bleibt", erklärte die Hobbyfotografin. Diesen könne man später am PC entfernen. Will man durch einen Zaun fotografieren, kann man ganz nahe mit der Kamera hingehen, er verschwinde dann auf dem Foto. Weiterer wichtiger Punkt sei es auf gerade Linien im Bild zu achten. An der englischen Telefonzelle beim Wappenbrunnen lernten die jungen Forscher, dass es besser ist, diese seitlich zu fotografieren, denn so erhalte man eine dreidimensionale Wirkung. Besprochen wurden auch die drei verschiedenen Perspektiven, neben der von vorne, gibt es die Vogelperspektive von oben und die Froschperspektive von unten. Kinder, Tiere und Blumen soll man immer auf „Augenhöhe" fotografieren. „Für ein Blumenbild lege ich mich auf den Boden", berichtete Götz von ihrem Vorgehen. Weiter ging die Tour über die jüdische Gedenkstätte zum Spitzen Turm. Am Main, der bereits leichtes Hochwasser hatte, konnte man Schwäne auf das Bild bannen. Bei ihnen sei wichtig, sie von der Nähe und mit ruhigem Hintergrund zu fotografieren. Anhand der Rosetten der Treppe zum Grafschaftsmuseum und dem Bogen des Hirschtores Richtung Burg übten die Teilnehmer, wie man diese als Rahmen für die Objekte auf seinem Bild nutzt. Bei Landschaftsaufnahmen, zum Beispiel von oben auf die Stadt, sei es wichtig darauf zu achten, dass der Blick nicht durch Objekte verdeckt wird. „Fotografieren ist Malen wie Licht", machte sie weiterhin deutlich. Ein besondere Lichtstimmung mache ein Bild zu etwas außergewöhnlichem. Auch Wolken würden ein Motiv interessanter machen. Grundlegend sei nicht ins Gegenlicht zu fotografieren, denn sonst wirke das Objekt dunkel wie bei einem Scherenschnitt. „Besser ist es die Sonne im Rücken zu haben." Am Ende des Nachmittags waren die Kinder nicht nur viele Fotos, sondern auch um viel Fachwissen reicher.