Sonntag, 24. Januar 2016

Kinderuni: Prof. Dr. Thomas Haak referierte über das Thema Diabetes

Wertheim. Die erste Kinderuni des Stadtjugendrings Wertheim e.V.
beschäftigte sich mit einem spannenden Thema aus der Medizin.
Unterstützt wurde die Veranstaltung wieder von der Stadtbücherei
Wertheim. Professor Dr. Thomas Haak, Chefarzt der Diabetes Klinik in Bad
Mergentheim sorgte in seinem abwechslungsreichen Vortrag im
Kulturhaussaal dafür, dass die Nachwuchstundenten zu Experten in Sachen
Diabetes wurden. Dabei bezog er die vielen Fragen der Kinder mit ein. In
Deutschland ist fast jeder Zehnte von der Krankheit betroffen. So war es
kein Wunder, dass viele der Kinder bereits einen Bezug zum Thema hatten.
In einer Art „Medizinstudium in Kurzform" erklärte der Spezialist erst
die gesunde Funktion des Körpers, dann wie Krankheiten entstehen und
zuletzt die Möglichkeiten diese zu behandeln. Umfangreich fielen die
Fragen der jungen Zuhörer zu Beginn der Vorlesung aus. Wie entsteht die
Krankheit? Ist sie heilbar und was passiert dabei im Körper waren nur
einige davon. Diabetes mellitus wurde vor vielen Jahrhunderten entdeckt
und heißt auf Griechisch "honigsüßer Durchfluss", denn der Urin von
Diabetikern enthalte mehr Zucker als normal, so Haak.
Der Professor erklärte zunächst die Energielieferanten aus dem Essen.
Verschiedene Zuckerarten werden als Kohlenhydrate zusammengefasst. Diese
kommen vor allem in Pflanzen vor. Fett und Eiweiß finden sich
insbesondere in tierischen Nahrungsmitteln, wobei Fett der beste
Energielieferant sei. Deshalb, so Haag, ist dieses am gefährlichsten
bezüglich Übergewicht.
Mit Hilfe von Nahrungsmittelkärtchen wurde der gesundheitliche Wert
verschiedener Lebensmittel besprochen.
Dass Diabetes vor allem eine Wohlstandskrankheit ist, erklärte der
Chefarzt anhand von Limonaden. Er verriet: "Diese Getränke bestehen aus
konzentriertem Zuckerwasser. Da dieses nicht schmeckt, wird
Ascorbinsäure (Vitamin C) hinzugefügt. Dies ist dann ganz erfrischend."
Hinzu kämen zusätzlichen Geschmacksstoffe. Man merke bei diesen
Getränken gar nicht die getrunkene Energie. „Sogleich hat man Lust, die
nächste Flasche zu leeren."
Anschließend erläuterte der Experte das Zusammenwirken von Zellen,
Insulin und Kohlenhydraten. Das Insulin sei dabei eine Art Schlüssel,
dass dafür Sorge dass die Zuckermoleküle in die Zellen gelangen können.
Haag ging auch auf die zwei unterschiedlichen Diabetes-Arten ein.
Es gibt den Typ I ("Die Insulinproduktion ist kaputt"), deren Ursachen
man bis heute nicht herausgefunden hat und den Typ II, bei dem es nicht
mehr genügend Insulin im Körper gibt. Bei letztere sei Übergewicht eine
wichtige Gefahrenquelle. So sei ein gesundes Gewicht und Bewegung ein
guter Schutz gegen diesen Typ. Auch die Messung von Blutzucker und die
Behandlung mit Hilfe von Insulinpen und Insulinpumpe wurden besprochen.