Hofgarten. Eine spannende Forschernacht rund um das Thema Wasser bot der Stadtjugendring Wertheim e.V. von Donnerstag auf Freitag in der zweiten Woche seiner Forscherferien Pfingsten. Übernachtet wurde im Bootshaus des Kanu Club Wertheim beim Hofgarten. Die zwölf jungen Forscher zwischen sieben und zehn Jahren lernten dabei historische, technische und naturwissenschaftliche Aspekte des lebenswichtigen Stoff kennen. Die Betreuung und Workshopleitung lag beim SJR Vorsitzender Birger-Daniel Grein und SJR Vorstandsmitglied Urte Bauer. Unterstützt wurden die beiden von Juniormentor Eric Herberich. Den Anfang machte eine Zeitreise in das mittelalterliche Wertheim. Die Kinder lernten unter anderem, dass man Fäkalien auf dem Misthaufen neben dem Haus entsorgte und es eine Zeit gab in der das Waschen mit Wasser als Schädlich galt. Die Vorstellung des damit verbundenen Geruchs sorgte dafür, dass die Kids froh waren nicht in dieser Zeit zu leben. Weiterhin ging es um die Wasserver- und entsorgung im Laufe der Jahrhunderte. Auch die Veränderungen von Schifffahrt und Fischerei auf den Flüssen Wertheims, sowie die Badehäuser und beiden alten Schwimmbäder an Main und Tauber wurden thematisiert. Beim Lesen eines alten Zeitungsartikel über das Kneippbad Wertheim bewiesen manche Jungforscher, dass sie altdeutsche Texte problemlos vorlesen können. Beeindruckte waren die Kinder von den verschiedenen historischen Fotos die das Leben in Wertheim im 19. und 20. Jahrhundert deutlich machten. Im Freien folgten verschiedene Experimente zu den Themen Oberflächenspannung, Dichte, sowie optische Effekte von Wasser. Dem neunjährigen Malte gefiel vor allem der "Superabsorber", das Kunststoffpulver das unter anderem in Windeln eingesetzt wird, kann das 100-fache seines Eingengewichts an Wasser aufnahmen. Überraschend war es für manch andere, dass heißes Wasser leichter ist als kaltes. Spielerisch wurden die Ursachen der einzelnen Phänomene erklärt. Viel Spaß hatten Kinder und Betreuern bei den Wasserspielen, die in einer großen Wasserschlacht endete. Am Abend widmete man sich dem Thema Wertheim und das Hochwasser, sowohl geschichtlich als auch aktuell. Besprochen wurden weiterhin Gefahren im und am Wasser sowie auf dem Eis. Dabei erfuhren die Nachwuchsforscher wie sie sich im Notfall verhalten sollen und was zum Beispiel bei einer Unterkühlung zu tun ist. Erfolgreich geübt wurden der Notruf und die stabile Seitenlage. Abenteuerlich wurde es bei der Nachtrallye durch den Wald zur Wertheimer Burg. Auf dem Weg galt es zwölf reflektierende Kuverts mit Fragen zum Stoff des Tages zu finden. Die richtigen Antworten lieferten die die Koordinaten für die Zielpunkte Engelsbrunnen, Wappenbrunnen und Kittsteintor in der Altstadt. Dort gab es weitere spannende Infos zur Stadtgeschichte. Erst gegen drei Uhr in der Nacht schliefen die letzten Kinder ein. Am nächsten Morgen beschäftigte man sich mit der Technik von Wasserkraftwerk, Schleuse und Kläranlage. Anhand der Ortschronik von Mondfeld wurde der Holztransport in Form von Flößen erörtert. Danach baute sich jeder Teilnehmer ein Modellfloß aus Stöcken und Schnur. Besondere Höhepunkt war es anschließend, das mit viel Konzentration gebaute Wassergefährt in der Bucht am Bootshaus schwimmen zu lassen. Rückblickend waren alle Teilnehmer mit der abenteuerlichen Nacht bei er es viel zu erfahren gab zufrieden.


