Mittwoch, 25. Februar 2015

Forscherferien Fasching 2015: Spannender Einblick in die Arbeit eines Architekten

Reinhardshof. Große Augen gab es bei den jungen Forscher beim

Baustellenforschertag im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring

Wertheim. Heiko Dosch, freier Architekt aus Nassig ermöglichte zwölf

Kinder zwischen acht und elf Jahren einen besonderen Einblick in die

Baustelle des neuen Logistikzentrum der Firma TFA Dostmann auf dem

Reinhardshof. Unterstützt wurde er dabei von seiner Ehefrau Katrin

Dosch. Die Kinder lernten auch die Aufgaben eines Architekten und die

Regeln beim Planen und Bauen von Häusern kennen. Anfangs stellte Dosch

das Bauprojekt vor, in dessen Baucontainer sich die Gruppe traf. Im

neuen Logistikzentrum sollen Waren die im Ausland für die Firma

hergestellt wurden, gelagert, neu verpackt und versendet werden. Die

Planungen für den Komplex hätten mit dem Entwurfs eines Logistikers

begonnen, die die Anforderungen beschrieben. Auf deren Grundlage habe er

dann die weiteren Pläne erstellt. Wie er an Beispielen demonstrierte,

unterscheide man Grundrisspläne, die in einem Art Schnitt das

Gebäudeinnere abbilden und Außenansichten. "Beide Pläne müssen zur

Genehmigung beim Bauamt der Stadt Wertheim eingereicht werden." Im

Anschluss sammelten die jungen Forscher Gründe warum es genaue Vorgaben

für die Errichtung von Gebäuden gibt. Grundlage seien, so der

Architekt, einmal die Flächennutzungspläne, die festlegen wo zum

Beispiel ein Wohngebiet und wo ein Industriegebiet ist. Darauf aufbauend

seien die Bebauungspläne, die unter anderem Gebäudegrößen, Fensterarten,

Dachfarben und Baumaterialien vorschreiben. "Das ist wichtig, dass zum

Beispiel zwischen den Fachwerkhäusern der Altstadt keine

Stahl-Glas-Bauten entstehen", stellte ein junger Forscher fest. Weitere

Gründe seien zum Beispiel der Lärmschutz oder das vermeiden von Streit

mit den Nachbarn, zählten die Kinder auf.

Dosch erläuterte den Bau der Halle anhand von Fotos. Am Anfang sei die

Vermessung des Grundstücks gestanden, dabei ermittle man unter anderem

dessen Gefälle. Erstaunt waren die Kinder über die großen Maßstäbe des

Bauprojekts. So sei das Grundstück 26 400 Quadratmeter groß, das Gebäude

habe rund 4000 Quadratmeter Fläche. "Es steht im oberen Drittel des

Grundstücks, so dass eine Erweiterung nach unten möglich ist." Die Halle

würde noch zwei weitere Mal auf das Gelände passen. Das Gebäude sei rund

16,5 Meter hoch. Die Regale im Inneren würden bis auf eine Höhe von 14

Metern reichen. "Um zum Beispiel Lampen an der Decke anzubringen, setze

man eine Scherenhebebühne ein", erklärte er. Diese konnten die Kinder

auch in Aktion sehen. Zu Beginn habe man große Stützen aufgestellt, die

in Aschaffenburg produziert wurden. Am meisten werde Beton mit

Stahleinlage als Baumaterial verwendet, denn das Stahlgerüst gebe dem

Beton halt. Insgesamt kämen 300 bis 400 Tonnen Stahl zusammen. Auch die

einzelnen Baugeräte wurden erläutert. Beim Rundgang durch die Baustelle

und den Gebäuderohbau sahen die Kinder neben der großen Lagerhalle auch

den Bereich wo später angeliefert und versendet wird. Dabei wurden sie

auf große Betonplatten aufmerksam. Diese seien nötig, um den

Notstromgenerator aus dem Keller ein und auszubauen. Er versorgt die

Sprinkleranlage mit Strom und bringt bereits nach fünf Sekunden seine

volle Leistung, erklärte Dosch den staunenden Kindern. Überhaupt sei

Brandschutz wichtig, so gebe es unterirdisch einen Wassertank für die

Sprinkleranlage der rund 640 000 Liter Wasser fasst. Während des

Rundgangs durfte jedes Kind einmal mit dem großen Bagger mitfahren, was

natürlich besonders gut ankam. Zurück im Baucontainer lernte der

Nachwuchs die einzelnen Planelemente kennen und jeder zeichnete einen

Grundrissplan seines Traumhauses. Am Ende durfte jeder Teilnehmer auch

einige Planteile am PC konstruieren.