Mittwoch, 25. Februar 2015

Forscherferien Fasching 2015: Einblicke in das Schreinerhandwerk

Bettingen. Die Arbeit von Schreinern lernten vierzehn Kinder zwischen

acht und elf Jahren im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring

Wertheim am Freitag kennen. Bei der Schreinerei Kraft in Bettingen

erfuhren sie von Geschäftsführer Simon Kraft und seinen Mitarbeitern

vieles über die Tätigkeiten und die eingesetzten Maschinen und

Werkzeuge. Außerdem durften sie einige Tätigkeiten ausprobieren. Das

Unternehmen mit seinen aktuell zwölf Mitarbeitern ist auf den

Innenausbau von Geschäftsräumen spezialisiert. Das Angebot umfasst

sowohl die Planung als auch den Bau von Möbeln für Kunden in ganz

Europa. Zuerst erfuhren die jungen Forscher, dass die Berufsbezeichnung

Schreiner schon sehr alt ist, heute verwende man hauptsächlich den

Begriff Tischler. Auch die Materialien seinen vielfältiger geworden,

neben Holz und Spanplatten verarbeite man im Unternehmen unter anderem

Glas, Metall und Kunststoffe, aber auch bedruckte Oberflächenfolien.

Zuerst lernten die Gäste anhand von Fotos verschiedene Projekte der

Schreinerei kennen. Dabei sahen sie auch, wie Licht die Wirkung eines

Raums verändern kann. In der Werkstatt stellten die beiden Lehrlinge,

Manuel Nenner aus dem zweiten Lehrjahr und Fabian Klüpfel aus dem ersten

Lehrjahr, die verschiedenen Werkzeuge und Maschinen vor. Die Kinder

staunten über die große Presse, mit der Platten verbunden werden. Zum

Einsatz kämen aber auch altbewährte Werkzeuge wie das Streifmaß, mit dem

man in genau festgelegten Abständen das Holz einritzen kann. Auf der

Baustelle komme auch der Handhobel zum Einsatz. Wie es ist damit zu

arbeiten, konnten die Gäste selbst testen. In den ersten Wochen der

Ausbildung übe man zuerst nur die Arbeit mit Handwerkzeugen wie Säge,

Hobel und Feile, berichteten die Lehrlinge. Im nächsten Raum erklärten

sie den Kindern den Plattenzuschnitt, die Formatkreissäge und die

maschinellen Hobel. Besonders interessant war die große CNC Fräse. "Das

Abfallholz wird geschreddert, in einem großen Silo neben dem Gebäude

gelagert und anschließend in unsere Heizung verbrannt", erläuterte

Kraft. Viel Arbeit würde die Kantenleimmaschine abnehmen, die die

Platten rundherum mit einer Band versieht. Sie schafft bis zu 20 Meter

Randlänge pro Minute.

Im Büro erläuterte Sven Pfandler, der im Unternehmen für Planung und

Kundenberatung verantwortlich ist, die Anforderungen des Tischlerberufs.

Man müsse gut Kopf rechnen können, weiterhin seien Technik und Deutsch

wichtig, aber auch Sportlichkeit, denn man muss heben können. "Wichtig

ist Fleiß, denn ihr müsst bereit sein auch im Beruf viel zu lernen." Im

Anschluss präsentierte er die Planung eines Regals und Schranks mit

Hilfe eines 3D- Konstruktionsprogramms. "Wichtig ist es hier richtig zu

arbeiten, sonst wird das ganze auch falsch gebaut", betonte er. Die

Daten des Programms würden direkt an die CNC Maschine übertragen. Das

Programm werde auch verwenden um 3D-Modelle für ganze Räume zu erstellen.

Als Schreiner habe man neben dem klassischen Weg Lehrling, Geselle,

Meister und Techniker auch mit Möglichkeit Holztechnik zu studieren,

beschrieb er die Chancen.

Nun durfte sich jedes Kind als Schreiner versuchen. Zuerst sahen sie das

Zuschneiden und automatischen Hobeln von Echtholzplatten, danach wurden

diese in der CNC Maschine mit ihrem Namen beschriften. Nun mussten die

Nachwuchsforscher noch die Kanten von Hand abschleifen, bevor sie die

Schilder mit nach Hause nehmen durften.