Freitag, 5. Dezember 2014

Kinderuni: Viel Wissenswertes über das Vakuum erfahren / Dietmar Brandt referierte

Wertheim. Die Kinderuni Wertheim des Stadtjugendring Wertheim in

Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei drehte sich am Freitag den 28.

November um ein spannendes Thema aus der Naturwissenschaft. Die

Juniorstudenten gingen der Frage nach: "Was ist Vakuum und was bewirkt

es?" Dietmar Brandt, Verkaufsbereichsleiter bei der Bestenheider Firma

Vacuubrand, erläuterte mit Hilfe von vielen Experimenten den besonderen

Zustand. Die Juniorstudenten durften bei diesen kräftig mithelfen.

Zuerst räumte er mit einem weit verbreiteten Definitionsirrtum auf.

"Auch nicht ganz luftleere Räume haben Vakuum", betonte er. Man spreche

von diesem wenn sich in einem Raum weniger Luft befinde als in der

Umgebung. Ein praktisches Beispiel hierfür seien Saugknöpfe von

Handtuchhaltern oder die Saugnäpfe an den Füßen von Geckos. Auch beim

Bergsteigen könne man das Vakuum erleben. "Bereits oben auf der

Zugspitze mit ihren knapp 3000 Metern herrscht ein Vakuum von 30

Prozent, das bedeutet von drei Teilen Luft wurde eines weggenommen",

erläuterte der Experte. Auf dem Mount Everest mit rund 9000 Metern Höhe

seien es bereits 70 Prozent Vakuum. "Mir ist das zu beschwerlich,

deshalb arbeite ich bei Vacuubrand, da kann ich Vakuum im Raum machen",

scherzte er. Wie dies funktioniert und was Vakuum alles bewirkt

erarbeitete er dann gemeinsam mit den Kindern anhand vieler Experimente.

Zuvor stellte er klar, dass es selbst im Weltraum kein absolutes Vakuum

gebe. "Überall gibt es einige Luftmoleküle." Auch keine Vakuumpumpe

würde einen vollständig luftleeren Raum erzeugen können. Im ersten

Experiment sahen die Kinder, dass aufgeblasene Ballons unter Vakuum

wachsen, jedoch nicht wenn diese ein Loch haben. Die Luft im Ballon

dehne sich bei fehlendem Außendruck aus, da sich der Druck ausgleichen

will, erläuterte er. Das gehe aber nicht wenn der Ballon ein Loch habe,

denn dann entstehe auch in ihm ein Vakuum. Besonders gefiel den Kindern

als Brandt mit Hilfe von Vakuum drei große Blechdosen implodieren lies.

Damit bewies er auch, dass der Witz man habe Vakuum im Kopf nicht

funktionieren kann. "Der atmosphärische Druck drückt mit einem Kilogramm

je Quadratzentimeter auf unseren Schädel, wäre dieser luftleere wäre er

nicht mehr rund", machte er deutlich. Die Kinder durften auch den

Versuch der Magdeburger Halbkugel ausprobieren. Ist der Zwischenraum der

Kugel komplett evakuiert, hatten sie keine Chance die Hälften zu

trennen, anders sah es aus, wenn sich noch mehr Luft dazwischen befand.

Natürlich durfte auch der Versuch mit den im Vakuum wachsenden

Mohrenköpfen nicht fehlen.

Ein Kind durfte in ein Vakuummessgerät blasen und daran saugen. Damit

verdeutlichte Brandt, dass wir auch als Mensch Über- und Unterdruck

erzeugen können.

Anhand dreier Colaproben, normal, sirupartig und in Pulverform ging er

auf eine der häufigsten Anwendungen von Vakuum ein, dem Verdampfen von

Flüssigkeiten ohne Hitze. Wie das funktioniert verdeutlichte er an einer

Wasserprobe. Bei Raumtemperatur wurde sie in einen dichten Glasbehälter

gegeben aus dem die Luft gepumpt wurde. Zuerst begannen sich Blasen zu

bilden. "Die im Wasser gelöste Luft wird aus ihm herausgeholt",

erläuterte der Referent. Danach begann die Verdampfung. Zur Überraschung

der Kinder blieb am Ende Eis im Probebehälter zurück. "Jedes Teilchen

Wasser das verdampft nimmt Wärme mit, deshalb wird das zurückbleibende

Wasser immer kälter und gefriert", erklärte der Experte. Einige

Anwendungsbeispiele von Vakuum verdeutlichte er abschließend in einer

Geschichte über einen Forscher, der Pflanzenmedizin im Urwald suchte. Er

verwendete das Vakuum zum Beschleunigen der Filterung von Proben und zum

Verdampfen der Lösungsmittel. "Würde man die Probe erhitzen um dieses zu

verdampfen, könnte man Inhaltsstoffe zerstören", wusste eines der

Kinder. bdg