Wertheim/Ochsenfurt. Ein besonderes Erlebnis hatten 23 Kinder am Montag
im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim. Begleitet von
dessen Vorsitzendem Birger-Daniel Grein und dem Betreuer Alfons Göpfert
besuchten sie die Station des Rettungshubschraubers "Christoph 18" in
Ochsenfurt. Damit durften sie den Helikopter und seine Technik aus der
direkten Nähe betrachten und erfuhren vieles über Aufgaben und Arbeit
der Besatzung. Die Erklärungen übernahm Ernst Freier. Der leitende
Rettungsassistent ist bereits seit 1980 mit dem ADAC
Rettungshubschrauber von Ochsenfurt aus im Einsatz und gehört somit zu
den Urgesteinen der Station.
Die Aufgaben der Helibesatzung seien vielschichtig. Zum einen bringe man
den Notarzt schnell zur Einsatzstelle und transportiere Patienten
schnell und schonend ins Krankenhaus. Weiterhin gehöre die Verlegung von
Patienten und Suchflüge zu den Aufgaben. "Wir transportieren auch
Organe, Blutkonserven und dringende Medikamente", ergänzte Freier.
Der eingesetzte Helikopter sei rund zwölf Meter lang und habe ein
Gewicht von 3800 Kilogramm. Der gesamte Aufbau bestehe aus einem
glasfaserverstärkten Kunststoff. Seine Fluggeschwindigkeit betrage rund
250 Stundenkilometer. "Damit sind wir von hier aus in zehn Minuten in
Wertheim", beantwortete er die Frage eines jungen Forschers. Dazu sei
er mit zwei Triebwerken zu je 750 PS ausgestattet. "Vom Alarm bis zum
Start darf es maximal zwei Minuten dauern", betonte Freier weiter.
"Die medizinische Beladung an Bord entspricht der Ausrüstung eines
Rettungswagens und ist teilweise sogar besser", berichtete er und
erklärte die einzelnen Ausrüstungsdetails. Dennoch werde von der
Leitstelle immer ein zusätzlicher Rettungswagen zum Einsatzort
geschickt, dieser diene zum Beispiel als Wetterschutz, wenn man
Patienten aufwendig versorgen müsse.
Überrascht zeigten sich viele darüber, dass eine Flugstunde nur ungefähr
470 Euro kostet. Richtig teuer hingegen ist die eingesetzte Technik. Der
gesamte Hubschrauber habe einen Wert von rund sechs Millionen Euro.
"Eine einzelne Schraube kostet schon mal 15 Euro", betonte er.
Im Sommer dauerte die Flugbereitschaft von sieben Uhr morgens und halb
zehn abends. In dieser Zeit absolviert das Team durchschnittlich
zwischen fünf und zehn Einsätzen täglich. Seit Januar seien es, so der
Rettungsassistent, etwa tausend Einsätze gewesen.
Spannend fanden die Nachwuchsforscher auch den Blick ins Cockpit. "Alle
Flugtechnik ist aus Sicherheitsgründen doppelt vorhanden", erklärte der
Rettungsassistent. Die Kinder fragten auch nach technischen Details, wie
der Geschwindigkeitsmessung. Außerdem erklärte Freier, wie sich das
Fluggerät fortbewegt. So diene der große Rotor auf dem Helikopter dem
Auf- und Vortrieb, der Heckrotor dem Kurvenflug.
Er ging auch auf den Transport von Kindern ein. "Wenn ein junger Patient
wach ist, darf ein erwachsener Begleiter mitfliegen." Außerdem habe man
immer einen kleinen ADAC Bären als Tröster mit an Bord. Diese Nachricht
sorgte bei den jung Forschern für Erleichterung. "Ziel des Besuchs war
es auch den Kindern die Angst vor einem möglichen Flug nehmen",
berichtete Grein. Dies sei Freier sehr gut gelungen, lobte der Vorsitzende.
Am Ende zeigten sich die jungen Forscher vom Besuch des ADAC
Rettungshubschraubers beeindruckt.

