Samstag, 21. Juni 2014

Forscherferien Pfingsten: Über Technik des ADAC Rettungshubschraubers Christoph 18 gestaunt

Wertheim/Ochsenfurt. Ein besonderes Erlebnis hatten 23 Kinder am Montag

im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim. Begleitet von

dessen Vorsitzendem Birger-Daniel Grein und dem Betreuer Alfons Göpfert

besuchten sie die Station des Rettungshubschraubers "Christoph 18" in

Ochsenfurt. Damit durften sie den Helikopter und seine Technik aus der

direkten Nähe betrachten und erfuhren vieles über Aufgaben und Arbeit

der Besatzung. Die Erklärungen übernahm Ernst Freier. Der leitende

Rettungsassistent ist bereits seit 1980 mit dem ADAC

Rettungshubschrauber von Ochsenfurt aus im Einsatz und gehört somit zu

den Urgesteinen der Station.

Die Aufgaben der Helibesatzung seien vielschichtig. Zum einen bringe man

den Notarzt schnell zur Einsatzstelle und transportiere Patienten

schnell und schonend ins Krankenhaus. Weiterhin gehöre die Verlegung von

Patienten und Suchflüge zu den Aufgaben. "Wir transportieren auch

Organe, Blutkonserven und dringende Medikamente", ergänzte Freier.

Der eingesetzte Helikopter sei rund zwölf Meter lang und habe ein

Gewicht von 3800 Kilogramm. Der gesamte Aufbau bestehe aus einem

glasfaserverstärkten Kunststoff. Seine Fluggeschwindigkeit betrage rund

250 Stundenkilometer. "Damit sind wir von hier aus in zehn Minuten in

Wertheim", beantwortete er die Frage eines jungen Forschers. Dazu sei

er mit zwei Triebwerken zu je 750 PS ausgestattet. "Vom Alarm bis zum

Start darf es maximal zwei Minuten dauern", betonte Freier weiter.

"Die medizinische Beladung an Bord entspricht der Ausrüstung eines

Rettungswagens und ist teilweise sogar besser", berichtete er und

erklärte die einzelnen Ausrüstungsdetails. Dennoch werde von der

Leitstelle immer ein zusätzlicher Rettungswagen zum Einsatzort

geschickt, dieser diene zum Beispiel als Wetterschutz, wenn man

Patienten aufwendig versorgen müsse.

Überrascht zeigten sich viele darüber, dass eine Flugstunde nur ungefähr

470 Euro kostet. Richtig teuer hingegen ist die eingesetzte Technik. Der

gesamte Hubschrauber habe einen Wert von rund sechs Millionen Euro.

"Eine einzelne Schraube kostet schon mal 15 Euro", betonte er.

Im Sommer dauerte die Flugbereitschaft von sieben Uhr morgens und halb

zehn abends. In dieser Zeit absolviert das Team durchschnittlich

zwischen fünf und zehn Einsätzen täglich. Seit Januar seien es, so der

Rettungsassistent, etwa tausend Einsätze gewesen.

Spannend fanden die Nachwuchsforscher auch den Blick ins Cockpit. "Alle

Flugtechnik ist aus Sicherheitsgründen doppelt vorhanden", erklärte der

Rettungsassistent. Die Kinder fragten auch nach technischen Details, wie

der Geschwindigkeitsmessung. Außerdem erklärte Freier, wie sich das

Fluggerät fortbewegt. So diene der große Rotor auf dem Helikopter dem

Auf- und Vortrieb, der Heckrotor dem Kurvenflug.

Er ging auch auf den Transport von Kindern ein. "Wenn ein junger Patient

wach ist, darf ein erwachsener Begleiter mitfliegen." Außerdem habe man

immer einen kleinen ADAC Bären als Tröster mit an Bord. Diese Nachricht

sorgte bei den jung Forschern für Erleichterung. "Ziel des Besuchs war

es auch den Kindern die Angst vor einem möglichen Flug nehmen",

berichtete Grein. Dies sei Freier sehr gut gelungen, lobte der Vorsitzende.

Am Ende zeigten sich die jungen Forscher vom Besuch des ADAC

Rettungshubschraubers beeindruckt.