Montag, 19. August 2013

Kinderkulturwochen: Kinder treffen den Oberbürgermeister

Wertheim. Dort wo normalerweise die Gemeinderäte über wichtige

Zukunftsfragen beraten hatten am Donnerstag Kinder die Möglichkeit ihre

Fragen an Oberbürgermeister Stefan Mikulicz zu stellen. Im Rahmen der

Kinderkulturwochen hatte das Stadtoberhaupt, das zugleich Schirmherr der

Veranstaltungsreihe ist, die jungen Bürger eingeladen um mehr über ihn

und seine Aufgaben zu erfahren. Der Vorschlag für das Treffen stammte

vom Stadtjugendring Wertheim. Mikulicz sagte sofort zu. So nahmen 14

Kinder zwischen sieben und elf Jahren im Sitzungssaal des Rathauses

Platz. "Wer von euch kennt mich?" fragte er in die Runde. Die meisten

der Kinder hoben die Hand. "Ich hab dich beim Familienlauf gesehen",

erklärte zum Beispiel der siebenjährige Ray Lenski. Zuerst stellte der

Oberbürgermeister die Aufgaben des Gemeinderats vor. "Das sind 26

Bürgerinnen und Bürger, die hier einmal im Monat tagen und dabei

bestimmen wie die Zukunft der Stadt baulich und inhaltlich aussehen

soll", erläuterte er. "Ich bin der Vorsitzende des Gemeinderats und

außerdem Leiter der Verwaltung", fügte er hinzu. Aufgabe der Verwaltung

sei es, so der OB, die Entscheidungen des Gemeinderats umzusetzen. Das

Stadtoberhaupt legte aber auch Wert darauf die jungen Besucher näher

kennenzulernen. So wurde über Musikinstrumente, Lieblingsserien aber

auch Lieblingsbücher gesprochen. Dabei zeigte sich, zur Freude von

Mikulicz, dass die Kinder oft die Stadtbücherei nutzen.



Auf die Frage wer denn selbst einmal OB werden möchte meldete sich nur

ein Junge. Mikulicz stellte dabei fest: "Das macht aber viel Spaß." Er

selbst hatte als Kind auch nicht das Ziel Oberbürgermeister zu werden,

"eher Polizist", merkte er an. Später arbeitete er dann als Architekt

und Bauingenieur bis er in einer größeren Stadt Baubürgermeister und

schließlich Wertheims Oberbürgermeister wurde.



Es wurde auch die Frage erklärt wie man Oberbürgermeister werden kann.

Dabei erläuterte der OB die Schritte von der Bewerbung bis zur Wahl auf

acht Jahre. Er erläuterte den Kindern auch, dass sein Arbeitstag zwölf

bis 14 Stunden umfasst und vollgepackt ist mit Besprechungen, aber auch

Empfängen und Vorortterminen.



Mikulicz wollte auch wissen, was die Kinder an seiner Stelle verändern

würden. Unter der Vorschlägen waren dabei auch ganz konkrete

Kritikpunkte. So schlug die elf jährige Svenja Kiesecker vor, für den

Fußweg vom Burgblick zum Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium einen

Winterdienst einzurichten und die Straßen in Ordnung zu halten.



Die Kinder stellten im Gespräch auch viele persönliche Fragen. Dabei

erfuhren sie, dass der OB drei Töchter hat und seine Freizeit am

liebsten mit der Familie verbringt. Zwei elfjährige

Nachwuchsjournalisten nutzten den Termin auch um Material für einen

Artikel in ihrer Schülerzeitung zu sammeln. So entlockten sie Mikulicz,

dass er als Kind auch mal in Raufereien verwickelt war, und dass er auch

heute noch Spielzeugläden mag. Außerdem erklärte er, auf Nachfrage der

zwei Mädchen, dass in seinem Kühlschrank keinesfalls kaltes Wasser

fehlen darf. Mit etwas zögern verriet er auch seinen Abischnitt von 2,4.

"Das war aber der zweit beste Schnitt, damals gab es die Note eins fast

nie", ergänzte er.



Nach dem Gespräch überreichte er den Kindern ein kleines Präsent. Im

Anschluss führte Kathrin Lampert die jungen Besucher durchs Rathaus,

wobei sie zuerst das Standesamt und die Druckerei besichtigten. Gestaunt

wurde über den großen Aktenvernichter auf der Rückseite des Rathauses.



Außerdem besuchte man das Dienstzimmer des OB. Den Abschluss bildete ein

Besuch im Ordnungsamt wo die Mitarbeiter den Kindern die Funktion einer

Lasermessanlage zur Geschwindigkeitskontrolle vorführten.