Samstag, 25. Mai 2013

Forscherferien: Entspannungskurs

Kinder lernten vieles rund um das Thema Entspannung

Wertheim. Bereits Grundschulkinder sind heute vielfältigen Stressfaktoren ausgesetzt. Zusätzlich fehlen viele von ihnen durch die lange Zeit in der Schule, bei Hausaufgaben aber auch durch PC- und Fernsehkonsum körperliche Bewegung und geistige Entspannung. Dies führt auch zu Konzentrationsproblemen. Im Rahmen der Forscherferien des Stadtjugendring Wertheim absolvierten deshalb zehn Kinder zwischen sechs und zehn Jahren im Tanzraum des Haus der Jugend und Vereine einen Entspannungskurs. Geleitet wurde dieser von der Entspannungsexpertin Moni Schmitt aus Dorfprozelten. "In der Entspannungsstunde für Kinder möchte ich mit den Kindern einen kleinen Ausgleich für ihren Alltag finden", erklärte sie die Ziele des zweistündigen Kurses.
In ihrer Einführung fragte Schmitt, welchen großen "Muskel" wir alle täglich benutzen. Mit einigen Tipps kamen die Kinder auf das Gehirn. "Wie entspannt sich denn euer Kopf", wollte Schmitt von den Kindern wissen. Die sechsjährige Verena schlug vor: "Einfach mal die Augen zu machen."
Die Entspannungsexpertin hatte den Kindern eine weitere Möglichkeit mitgebracht: den Kinder-Sonnengruß. Eine Bewegungsabfolge die aus Indien stammt. Sie hilft beim Entspannen und fördert die Konzentration. "Deshalb machen ihn viele Kinder am Morgen, gleich nach dem Aufstehen", erklärte Schmitt.
Ziel der spielerischen Übung ist es, dass sich die Kinder nur auf die Bewegungen konzentrieren und alle anderen Gedanken herum ausblenden lernen. Alles beginnt mit zwei gefalteten Händen, dem indischen Zeichen der Begrüßung. Danach folgen verschiedene Bewegungen, wie Strecken oder das Stehen wie eine Katze auf Händen und Füßen. Damit "begrüßen" die Kinder Himmel, Erde, Sonne, Berge, Täler und Tiere. Außerdem stellen die Bewegungen Gesundheit, Bewegung und das Fühlen dar.
Einige der Teilnehmerinnen und Teilnehmer wunderten sich darüber, dass eine Entspannungsstunde auch actionreich sein kann. So absolvierte man während der Sonnergrußbewegungen einen Slalom um die Teilnehmer oder kletterte über die Beine der anderen Kinder. Standen diese auf Händen und Füßen wurde auch unter ihnen hindurch geklettert. "Das war ganz schön anstrengend", fanden manche der Kinder. "Unser Kopf kann sich viel besser entspannen, wenn sich unser Körper ausgepowert hat", erläutere Schmitt darauf.
Nun wurde es tatsächlich ganz leise. "Stellt euch vor eure Matte ist eine Insel", erklärte die Trainerin. Auf ihr lagen die Kinder nun auf dem Rücken und konzentrierten sich nur auf ihren Atem. Sie sollten dabei möglichst leise Luft holen und ihre Atemzüge eine Minute lang zählen ohne an etwas anderes zu denken. "Damit sich unser Kopf entspannt müssen wir uns auf den Atem konzentrieren", erklärte Schmitt die Übung. Die Übung wirkte, die Kinder atmeten nach einigen Wiederholungen langsamer und fühlten sich entspannter. Danach konnten sich die Kinder während eines Spiels mit der Klangschale Bewegungen aus dem Sonnengruß wünschen.
Den Abschluss bildete ein Kreis im Schneidersitz bei dem das Typische "Om" des Yoga im Mittelpunkt stand. Ein zweiter Teil des Kurses findet am kommenden Montag statt. Dabei vertiefen die jungen Forscher das geübte und lernen außerdem die Geschichte zum Sonnengruß kennen.