Freitag, 30. Oktober 2009

Kinder erfuhren viel über das Ritter-Leben

Wertheim. Kinder und Mittelalter - von der Faszination dieses einfachen
Erfolgsrezeptes konnte man sich am Mittwochmittag überzeugen, als die
geprüfte Stadtführerin Helga Hiller im Namen des Stadtjugendrings gut 20
Mädchen und Jungen über die Wertheimer Burg führte. Das altehrwürdige
Gemäuer verwandelte sich unter dem Ansturm der Meute flugs in einen
riesigen "Abenteuerspielplatz". Für Kinder verständlich legte Hiller die
Gründe dar, die Menschen wie die mittelalterlichen Wertheimer überhaupt
erst zum Burgenbau bewogen. Das Leben eines Ritters oder Grafen war aber
meist nicht sehr spaßig: Im Winter hatten die Burgbewohner nur den
warmen Pferdestall unter ihren Wohnräumen als Heizungsersatz. Für ihre
Kinder gab es außer Stoffbällen keine sehr spannenden Spielzeuge. Wenn
die Männer wirklich einmal in die Schlacht zogen, konnte man sie in
ihren unglaublich unbequemen Ritterrüstungen nur noch an den
komplizierten Wappen auf ihren Schilden erkennen. Besser hatten es da,
wer sich ein Schloss leisten konnten. Das war nämlich nur darauf
ausgelegt, ein komfortabler Wohnraum zu sein. So ganz konnte Helga
Hiller die kindliche Illusion des Mittelalters als Ära des puren
Abenteuers natürlich trotzdem nicht zerstören. Burgen und Ritter,
Schwerter und Turniere - das ist und bleibt einfach "cool"! gut / Bild
Gutmann
Quelle: Fränkische Nachrichten vom 30.10.2009