Am 3. Februar 2019 wählt Wertheim einen neuen Oberbürgermeister.
Dem Stadtjugendring Wertheim e.V. (SJR) als Dachverband der Vereine mit Jugendarbeit ist wichtig, wie sich ein zukünftiger Oberbürgermeister in diesem Amt für die Vereine, ihre Jugendarbeit und die Interessen von Kindern und Jugendlichen einsetzen möchte.
Per E-Mail wurden alle drei Kandidaten von uns zu diesen Themen befragt.
Ihre Antwort finden Sie folgend in originalem Wortlaut. Die Antworten sind in der Reihenfolge der Nachnamen der Kandidaten wiedergegeben ( Markus Herrera Torrez, Wolfgang Stein, Gerhard R. Wolf).
Wir bitten alle Wertheimer Bürger von ihrem Stimmrecht Gebrauch zu machen und so die Entscheidung über dieses wichtige Amt mit zu treffen!
Folgend die Fragen und Antworten:
SJR: Wie soll die Stadt Wertheim zukünftig die Jugendarbeit der Wertheimer Vereine und Organisationen unterstützen?
Markus Herrera Torrez: Die Vereinsförderung der Stadt Wertheim muss ganz besonders auf die Vereine und Organisationen ausgerichtet sein, die sich durch eine hervorragende Jugendarbeit auszeichnen. Diese unbezahlte Arbeit im ehrenamtlichen Bereich muss durch höhere Fördersätze bei den Vereinszuschüssen gefördert werden. Gleichzeitig kann die Stadt Partner und Hilfesteller in verschiedenen Bereichen sein. Sei es juristisch, pädagogisch oder auch organisatorisch. Das in Wertheim schon vor vielen Jahren die Stelle eines Kinder- und Jugendbeauftragten geschaffen wurde, war absolut richtig. Dessen verbindende Arbeit muss noch weiter gestärkt werden.
Wolfgang Stein: Bereits jetzt gibt es umfangreiche Förderungen für Vereine, die sich in der Jugendarbeit engagieren. Zusätzlich werden in nahezu jeder Ortschaft und den Stadtteilen Gebäude in Form von Sporthallen oder Bürgerhäusern zur Verfügung gestellt. Beispielsweise sei hier die Halle in Nassig genannt, die sich im Bau befindet und gerade für die Jugendarbeit des Sportvereins von großer Bedeutung ist. Auch bei anstehenden Investitionen der Vereine ist die Stadt Wertheim immer mit im Boot. In Wertheim betreibt nahezu jeder Verein eine hervorragende Jugendarbeit, so dass auch die Jugendarbeit durch die Vereinsförderung profitiert. Ich denke, dass die Vereine selbst am besten entscheiden können, wie und in welchem Umfang die Jugendarbeit zu leisten ist. Die Stadt sollte sich nicht in die Autonomie der Vereine durch eine spezifizierte Förderung einmischen. Gerne werde ich natürlich, sollte es aus den Vereinen heraus besondere Anforderungen durch die Jugendarbeit geben, diese mit dem Gemeinderat diskutieren und wenn erforderlich auch Mittel hierfür in den Haushalt einstellen.
Gerhard R. Wolf: Die sollten durch Bekanntmachungen wie durch Zeitungen und anderen Medien mit Verkündet werden um sie damit Finanziell zu unterstützen. Und um Finanzielle Unterstützung zu finden oder zu Werben. (Nicht nur Innerorts)
SJR: Welche Wege würden Sie als Oberbürgermeister gehen, um die Wünsche und Anregungen von Kindern und Jugendlichen zu erfassen und in Verwaltungshandeln bzw. politische Prozesse mit ein zu beziehen?
Markus Herrera Torrez: Wichtig ist vor allem, dass Kinder und Jugendliche ernst genommen werden. Dass man ernsthaft mit ihnen ins Gespräch, in den Austausch kommt, um zu erfahren, welche Ideen und Gedanken sie für ihre Stadt haben, damit Wertheim kinder- und jugendfreundlicher wird. Genau das möchte ich tun. Bevor man Formate schafft, um diese Ideen und Gedanken in den politischen Prozess hineinzubringen, muss dieser Austausch erstmal stattfinden. Ich kann mir z.B. einen Jugendgemeinderat, ein Kinderforum oder auch einen stetigen Austausch über die Sozialen Medien vorstellen.
Wolfgang Stein: Wünsche und Anregungen werden bereits jetzt über die Vereine und Schulen aber auch die Parteien an die politischen Gremien bzw. die Verwaltung herangetragen. Ich denke, die notwendigen Strukturen sind vorhanden und weisen auch die erforderliche Durchgängigkeit und Offenheit auf, so dass auch Kinder und Jugendliche sich Gehör verschaffen können. Immer wieder wird in Wertheim auch die Wahl eines Jugendgemeinderates diskutiert. Man hat sich jedes Mal dagegen entschieden, denn die längerfristige Bindung für ein zweijähriges Ratsmandat erscheint für die Jugendlichen nicht attraktiv. Deshalb wurde der Vorschlag der Jugendlichen gerne aufgegriffen und ich stehe hinter den neuen flexiblen und projektbezogenen Formen wie z.B. der Facebook-Seite JVW (Jugend von Wertheim). Dort finden die Jugendlichen eine Plattform für Vorschläge, Wünsche oder Probleme, die die Jugend von Wertheim betreffen und die sie hier direkt einstellen können. Diese Anregungen werden dann an den Kinder- und Jugendbeauftragten der Stadt Wertheim zur Bearbeitung weitergeleitet.
Ich möchte in Zukunft allerdings noch viel mehr Werbung für die jetzt schon bestehenden Möglichkeiten machen. Da sind alle gefordert. Die Zusammenarbeit der Schulen mit den politischen Gremien und der Verwaltung im Speziellen kann aber auch noch intensiviert werden. Ich kann mir vorstellen, in Zukunft häufiger zu einzelnen Fragestellungen Projekte mit den Schülern zu initiieren und zu bearbeiten. Ich werde diesbezüglich auf die Lehrerschaft zugehen.
Gerhard R. Wolf: Durch Internetmedien, die Jugend zu informieren und ihre Meinungen,
zur Schule und Versammlungsorte zu verbessern, um Probleme zu hören oder zu verstehen und Lösungen zugeben. Das auch ihnen ein Ohr offen steht.
SJR: Wie soll Ihrer Meinung nach die Leistung der Ehrenamtlichen in der Jugendarbeit der Vereine durch die Stadt Wertheim gewürdigt werden?
Markus Herrera Torrez: Anerkennung spielt hier eine wesentliche Rolle. Engagement in der Jugendarbeit muss immer hervorgehoben und auch besonders gewürdigt werden. In anderen Kommunen wurde z.B. eine Ehrenamtskarte eingeführt, die denjenigen Vergünstigungen in der Stadt bietet, die sich im Besonderen Maße für die Förderung der Jugend in den Vereinen einsetzen. Eine Stadt kann aber auch besondere Fortbildungen oder Informationsveranstaltungen kostenfrei anbieten und somit die Jugendarbeit der Vereine professionell begleiten.
Wolfgang Stein: Für unsere Stadt sind die ehrenamtlich Tätigen von ganz großer Bedeutung. Alle zwei Jahre findet in Wertheim die Ehrenamtsveranstaltung „Miteinander-Füreinander“ statt. Auch für Ende 2019 ist erneut eine Veranstaltung speziell für besonders engagierte Jugendliche geplant. Das gesellschaftliche Leben wäre nicht vorhanden, gäbe es unsere Ehrenamtlichen nicht. Eine Würdigung erfährt der Ehrenamtliche aber doch in erster Linie von den Personen mit denen er im Rahmen seiner ehrenamtlichen Tätigkeit zusammenarbeitet. Bereits jetzt gibt es unterschiedliche Möglichkeit durch die Ehrung in der Öffentlichkeit. Viel wichtiger jedoch ist die Unterstützung der ehrenamtlich Tätigen in ihrer täglichen Arbeit. Ich sehe meine Aufgabe darin, den Ehrenamtlichen die bestmöglichen Voraussetzungen für ihre Tätigkeit zu schaffen, damit sie ihre Arbeit möglichst ungehindert verrichten können. Hier stehe ich mit der gesamten Stadtverwaltung zur Verfügung, um auch in Zukunft alles in meiner Macht stehende zu unternehmen um eventuell bestehende Hürden zu beseitigen und bestmögliche Voraussetzungen für die ehrenamtlichen Tätigkeiten zu schaffen. Ich denke, die Wertschätzung kann man so am allerbesten ausdrücken und so wie ich unsere Wertheimer Ehrenamtlichen kenne, ist das ihnen am allerliebsten.
Gerhard R. Wolf: Man kann ein Tag der Jugend einführen wo sich die Jugend durch Vereine, Gemeinnützigkeit oder Forschung sich zu zeigen und Pressentieren zu können. Um sich, und ihre Unterstützer zu zeigen was sie alles geleistet haben.
SJR: Vielen Dank für die Antworten.