Samstag, 9. September 2017

Kinderkulturwochen: Das Leben der Urgroßeltern ausprobiert




Wertheim / Großostheim. Einen besonderen Forschertag rund um das Leben früher erlebten 17 Kinder zwischen sechs und elf Jahren im Rahmen der "Kinderkulturwochen - Ferien für Entdecker". Begleitet von den beiden ehrenamtlichen Stadtjugendring-Betreuern Birger-Daniel Grein und Beate Zach besuchten sie das Bachgaumuseum in Großostheim. Dort erfuhren sie vieles über Handarbeit und die Kleidung ihrer Vorfahren. Bereits im Eingangsbereich stieß der alte Kolonialwarenladen mit der Registrierkasse aus der Zeit um 1900 auf reges Interesse. Die Engagierten des Museums erläuterten den Kindern die damaligen Waren und übten mit ihnen das Lesen alter deutscher Schrift. Beim Rundgang erfuhren die Entdecker, dass heute der geringste Teil an Kleidung in Deutschland produziert wurde, früher hingegen stellte man diese vor Ort her. Allerdings hatten die Leute auch weniger Kleidungsstücke. So bekam eine Magd im Jahr maximal drei neue Anziehstücke. Die jungen Entdecker konnten verschiedene Rohstoffe für Kleidung wie Baumwolle, Brennnesselfasern, Schafwolle und Lein befühlen. Vom Anpflanzen des Lein bis zum fertigen Stoff dauert es rund ein Jahr. Anhand der Ausstellungsstücke wurde die Leinbearbeitung und das Weben besprochen. Außerdem erforschten die Kinder, wie sich die Kleidung im Laufe der Geschichte veränderte. Nach einem Einblick in die Wohnstuben von früher, probierten sie unterschiedliche Aufgaben der damaligen Zeit aus. So lernten sie verschiedene Schafwollarten kennen und übten sich darin, diese am Spinnrad zu einem Faden werden zu lassen. Dies stellte sich als nicht so einfach heraus. An einer weiteren Station wurde gehäkelt. Besonders beliebt war das Waschen schmutziger Handtücher mit Kernseife, Wäschestampfer und Waschbrett.