Wertheim / Großostheim. Einen besonderen
Forschertag rund um das Leben früher erlebten 17 Kinder zwischen
sechs und elf Jahren im Rahmen der "Kinderkulturwochen - Ferien
für Entdecker". Begleitet von den beiden ehrenamtlichen
Stadtjugendring-Betreuern Birger-Daniel Grein und Beate Zach
besuchten sie das Bachgaumuseum in Großostheim. Dort erfuhren sie
vieles über Handarbeit und die Kleidung ihrer Vorfahren. Bereits im
Eingangsbereich stieß der alte Kolonialwarenladen mit der
Registrierkasse aus der Zeit um 1900 auf reges Interesse. Die
Engagierten des Museums erläuterten den Kindern die damaligen Waren
und übten mit ihnen das Lesen alter deutscher Schrift. Beim Rundgang
erfuhren die Entdecker, dass heute der geringste Teil an Kleidung in
Deutschland produziert wurde, früher hingegen stellte man diese vor
Ort her. Allerdings hatten die Leute auch weniger Kleidungsstücke.
So bekam eine Magd im Jahr maximal drei neue Anziehstücke. Die
jungen Entdecker konnten verschiedene Rohstoffe für Kleidung wie
Baumwolle, Brennnesselfasern, Schafwolle und Lein befühlen. Vom
Anpflanzen des Lein bis zum fertigen Stoff dauert es rund ein Jahr.
Anhand der Ausstellungsstücke wurde die Leinbearbeitung und das
Weben besprochen. Außerdem erforschten die Kinder, wie sich die
Kleidung im Laufe der Geschichte veränderte. Nach einem Einblick in
die Wohnstuben von früher, probierten sie unterschiedliche Aufgaben
der damaligen Zeit aus. So lernten sie verschiedene Schafwollarten
kennen und übten sich darin, diese am Spinnrad zu einem Faden werden
zu lassen. Dies stellte sich als nicht so einfach heraus. An einer
weiteren Station wurde gehäkelt. Besonders beliebt war das Waschen
schmutziger Handtücher mit Kernseife, Wäschestampfer und
Waschbrett.