Montag, 3. August 2015

Premiere des Zirkuscamps war ein voller Erfolg / Show riss Publikum von den Stühlen

Mondfeld. 90 Kinder, drei Tage intensives Training und am Ende eine Show, die die rund 400 Zuschauer von den Stühlen riss, so lässt sich das Zirkuscamp des Stadtjugendrings Wertheim (SJR) zusammenfassen. Dieses fand von Donnerstag bis Samstag in der Maintalhalle Mondfeld statt. Unter der professionellen Anleitung von Zirkuspädagogen Marcus Kohne und Artist Christoph Wilhelm vom Zentrum Mikado aus Birkenau studierten die Jungen und Mädchen zwischen sieben und elf Jahren eine Zirkusnummer ein, die sie zum Abschluss in einer großen Manege präsentierten. Unterstützung bekamen sie dabei von insgesamt 15 ehrenamtlichen Helfern des Vereinsverbands. Auch die Essensversorgung wurde komplett ehrenamtlich realisiert. Weitere Rückendeckung bekam das Projekt von vielen Spendern. Am Donnerstag stand nach einer ausführlichen Einführung das freie Training auf dem Plan. Bei diesem konnten die Kinder alle angebotenen Zirkusnummern ausprobieren und dabei viel neues Lernen. Am Abend entschieden sie sich dann für eine Nummer die im Laufe des Freitags weiter ausgebaut und mit Musikbegleitung zu einer perfekten Show optimiert wurde.

Kinder waren begeistert
 "Die Devil-Sticks haben mir am meisten Spaß gemacht, deswegen habe ich mich für sie entschieden", stellte der achtjährige Bastian fest. "Am Schwierigsten war das Einüben der Tricks" ergänzte die neunjährige Sinja die ebenso zur Gruppe der Jongleure und Devilstickspieler gehörte. Ihr gefiel alles am Camp. Für die achtjährige Luana waren die Proben am besten. "Die langen Trainingszeiten waren aber auch ganz schön anstrengend", blickte Bastians Zwillingsbruder Peter vor der Aufführung auf das Camp zurück. So standen an den ersten beiden Tagen sechs volle Zeitstunden Training an. Für das Durchhaltevermögen der Kinder dabei war Kohne voll Lob. "Ich hatte selten eine Gruppe, die bei so langen Übungszeiten so gut mitmachte." Neben dem Spaß stand beim Camp auch die persönliche Entwicklung der Teilnehmer im Fokus. "Zirkuspädagogik fördert die motorische Entwicklung der Kinder und steigert ihr Selbstbewusstsein", heißt es dazu in der Projektbeschreibung des Camps. Am Samstagvormittag war es Zeit für die Generalprobe. Nach ihrem Abschluss verwandelten sich die Kids durch Kostüme und Schminke endgültig in Zirkuskünstler.

Gelungene Abschluss-Show
In ihrer Show, die von der neunjährigen Sonja und dem elfjährigen Eric moderiert wurde, konnten die Kinder das Publikum mehr als überzeugen. So zeigte die Akrobatikgruppe mit ihren atemberaubenden Kunststücken, dass es Pyramiden nicht nur in Ägypten gibt. Scheinbar mühelos ließen die Tellerdreher ihre runden Objekte auf Stäben kreisen, führten sie um den Körper und gaben sie rotierend untereinander weiter. Auch die Diabolo-Spieler zeigten, welche Würfe und Kunststücke mit ihrem Gerät möglich sind. Mutig waren die Drahtseilläufer, die auf ihrem Weg scheinbar mühelos Kunststücke vollführten. Alles andere als teuflisch war der Auftritt der Devilstick-Spieler und Jongleure, die mit ihren fliegenden Tüchern, Bällen und Stäben die Gäste in den Bann zogen. Für viele Lacher sorgten die gefräßigen, tanzenden Raupen mit ihren Gärtnern die sich zu Dompteuren wandelten. Großen Applaus erhielten weiterhin die Einradfahrer. Die meisten der Kinder lernten das Fahren auf nur einem Rad erst seit Beginn des Camps. Ein gelungener Balanceakt war die Show der Kugelläufer, die trippelnd auf großen Kunststoffkugeln ihre Kunststücke vollführten. Beim großen Finale gab es für alle Künstler Standing Ovation. Auch Mondfelds Ortsvorsteher Eberhard Roth war voll des Lobes für das rein ehrenamtlich Engagement des SJR und das Camp. "Das Ergebnis zeigt, hier wird vorbildliche Jugendarbeit geleistet", erklärte er in einem Grußwort am Ende. Weiterhin freute er sich, dass der Verband die Veranstaltung in die Maintalhalle geholt habe, die man gerne mietfrei zur Verfügung gestellt habe.  Birger-Daniel Grein, SJR-Vorsitzender und Projektleiter des Camps zog am Ende sein persönliches Resümee: "Für mich und alle anderen Betreuer und Helfer war der Aufwand enorm, aber jede Minute hat sich gelohnt."