Hofgarten. Gemeinsam mit der Axolotl-Züchterin Rita Thomas bot der
Stadtjugendring Wertheim im Rahmen der Kinderkulturwochen ein "Axolotl
Abenteuer" an. Das Interesse an den Tieren aus Familie der mexikanischen
Querzahnmolche war so groß, dass am Dienstag und Mittwoch eine Aktion
stattfand. Insgesamt nahmen rund 30 Kinder zwischen sieben und zwölf
Jahren am Kurs teil. Der natürlicher Lebensraum der Tierart sei, so
Thomas, der Xochimilco-See und der Chalco-See bei Mexiko-Stadt. Dazu
gehöre ein Kanalsystem vulkanischen Ursprungs. Durch die Ausdehnung der
Stadt werde dieses System aber immer kleiner. Außerdem nehme die
Umweltverschmutzung zu. Dadurch stehen die besonderen Tiere heute auf
der Liste der bedrohten Arten.
Axolotl ließen sich gut zu Hause halten, allerdings gibt es wichtig
Regeln die dabei zu beachten seien. Bei deren Erklärung wurde Thomas von
ihren beiden Söhnen, dem elfjährigen Nathan und dem neunjährigen Josef
unterstützt. "Die Wassertemperatur des Aquarium sollte zwischen zwölf
und 20 Grad liegen", erklärte Nathan. Als Kühlmittel könnten dabei zum
Beispiel Kunststoffflaschen mit gefrorenem Wasser dienen. Der Boden
sollte aus kleinem, nicht spitzen Material bestehen. "Die Tiere haben
einen Schnapp-Saugreflex, sie saugen alles ein, was die Schnautze
berührt", erklärten die jungen Experten. Da dies auch für den Bodenbelag
gelten kann, muss dieser so beschaffen sein, dass sich die Tiere dabei
nicht verletzen können. Außerdem sollten die Tiere Rückzugsmöglichkeiten
haben. "Fehlen Verstecke ist das, wie wenn ihr schlafen wollt und kein
Bett findet", verdeutlichte Nathan.
Von Rita Thomas erfuhren sie, dass die Tiere Eier legen und diese mit
einem Art Eiweißkleber an Blättern, Muscheln und Pflanzen festmachen.
Nach 14 Tagen schlüpfen sie. Gefüttert werden sie dann ausschließlich
mit kleinen, lebenden Salzwasserkrebsen. Axolotl verfügen über eine
besondere Eigenschaften. "Ich finde es spannend, dass ihre Beine und
Arme nachwachsen, wenn sie abgerissen werden", berichtete der
siebenjährige Finn Schreiner. Das gelte, so die Züchterin, auch für
andere Organe.
Am meisten freuten sich die Kinder als sie die Tiere streicheln und
füttern durften. Manche der Teilnehmer hatten dazu extra Regenwürmer
mitgebracht. Vor dem Berühren galt es jedoch Hände zu waschen,
gründlich, so dass alle Bakterien weg sind, aber ohne Seife, denn die
schadet den Tieren. Gefüttert werden diese von Thomas in der Regel
allerdings mit speziellem Pelletfutter, der Wurm war damit etwas Besonderes.
In den Aquarien konnten die Teilnehmer Tiere in verschiedenen Farben
sehen. So gab es unter anderem einen schwarzen Wildling, aber auch einen
Albino, dieser ist durch das fehlen von Farbpigmenten vollkommen weiß.
Am Ende bewiesen die Kinder in einer kleinen Axolotlprüfung, dass sie
viel neues über die Tiere gelernt hatten.


