Montag, 29. Juli 2013

Kinderkulturwochen: Axolotl kennen gelernt / Einblicke in eine besondere Tierart

Hofgarten. Einen Einblick in die Haltung ganz besonderer Tiere bekamen

15 Kinder am Freitag beim "Axolotl Abenteuer" im Rahmen der

Kinderkulturwochen. In der gemeinsamen Aktion des Stadtjugendring

Wertheim und der Züchterin Rita Thomas lernten die Kinder die Tierart

der Axolotl genau kennen. Unterstützt wurde Thomas dabei von ihren

beiden Söhnen Nathan (10) und Joseph (8). Die Begeisterung der Familie

für ihre außergewöhnlichen Tieren steckte von Anfang an die Teilnehmer

an. "Mir als Züchterin ist wichtig, dass diejenigen die sich solche

Tiere halten sich auch gut damit auskennen", erklärte sie zu Beginn.

Deshalb gestaltete sie den Workshop nicht nur mit viel Nähe zu den

Tieren sondern auch mit viel Information



"Ich finde das Angebot das Stadtjugendring toll", erläuterte sie ihre

Motivation mitzumachen. "Ich denke jeder hat oder kann etwas das er

anbieten könnte, bei mir sind das eben die Axolotl". Sie gehören zur

Familie der mexikanischen Querzahnmolche. Ihr natürlicher Lebensraum ist

der Xochimilco-See und der Chalco-See bei Mexiko-Stadt. Dazu gehört ein

Kanalsystem vulkanischen Ursprungs. Durch die Ausdehnung der Stadt wird

dieses System aber immer kleiner. Außerdem nimmt die Umweltverschmutzung

zu und die Tiere dienen in Mexiko auch als Lebensmittel. Dadurch stehen

sie heute auf der Liste der bedrohten Tierarten.



Axolotl lassen sich gut zu Hause halten, allerdings gibt es wichtig

Regeln die dabei zu beachten sind. Diese machen die Haltung zu einer

teilweise aufwendigen Angelegenheit. Die Wassertemperatur des Aquarium

sollte zwischen zwölf und 20 Grad liegen. Als Kühlmittel können dabei

zum Beispiel Kunststoffflaschen mit gefrorenem Wasser dienen. Der Boden

sollte aus kleinem, nicht spitzen Material bestehen. "Die Tiere haben

einen Schnapp-Saugreflex, sie saugen alles ein, was die Schnautze

berührt", erklärte Thomas. Da dies auch für den Bodenbelag gelten kann,

muss dieser so beschaffen sein, dass sich die Tiere dabei nicht

verletzen können. Außerdem sollten die Tiere Rückzugsmöglichkeiten haben.



Die Kinder waren überrascht als sie hörten, dass ein Axolotl 25 bis 30

Zentimeter groß und genauso alt werden kann. Ein besonderes Erlebnis für

sie war es, die Tiere mit mitgebrachten Regenwürmer zu füttern. Vorher

galt es jedoch Hände zu waschen, gründlich, so dass alle Bakterien weg

sind, aber ohne Seife, denn die schadet den Tieren. Dabei kam eine Zange

zum Einsatz. Schnappten die Tiere zu konnte man beobachten, wie sie den

Wurm einsaugten. Für das Füttern gab Nathan einen Tipp: "Regt sich ein

helles Axolotl auf bekommt es einen roten Schwanz", dann solle man es

besser in Ruhe lassen.



Gefüttert werden die Tiere in der Regel allerdings mit speziellem

Pelletfutter, der Wurm war damit etwas Besonderes.



Die Kinder erfuhren auch einiges über die Vermehrung und Aufzucht der

Tiere. Nach dem Schlüpfen dürfen diese nur mit kleinen, lebenden

Salzwasserkrebsen gefüttert werden. Auch diese durften sich die Kinder

mit Hilfe von Vergrößerungsgläsern ansehen.



"Nach etwa einem Jahr sieht man dann die Hoden beim männlichen Tier, so

kann man die Geschlechter unterscheiden. Vorher geht das nicht",

berichtete die Expertin.



Im Aquarium konnten die Teilnehmer Tiere in verschiedenen Farben sehen.

So gab es unter anderem einen schwarzen Wildling, aber auch einen ganz

weißen Albino. Natürlich stellten Nathan und Joseph ihre Tiere auch

namentlich vor.



Besonders staunten die Kinder über das Wunder der nachwachsenden Organe.

"Abgerissene Beine und Kiemen wachsen von alleine vollständig nach.

Warum das so ist weiß man noch nicht genau", erklärte Thomas.



Was jedoch der Höhepunkt des Kurses war, da waren sich die Kinder einig.

"Mir gefiel das Anfassen der Tiere am besten, die sind so glitschig",

erklärte der neunjährige Robin, was die achtjährige Antonia voll bestätigte.



Am Ende bewiesen die Kinder in einer kleinen Axolotlprüfung das sie viel

neues über die Tiere gelernt hatten.



Aufgrund des großes Interesse bietet Rita Thomas einen weiteren Kurs an,

auch dieser ist bereits mit 15 Kindern ausgebucht.