Hofgarten. Einen Einblick in die Haltung ganz besonderer Tiere bekamen
15 Kinder am Freitag beim "Axolotl Abenteuer" im Rahmen der
Kinderkulturwochen. In der gemeinsamen Aktion des Stadtjugendring
Wertheim und der Züchterin Rita Thomas lernten die Kinder die Tierart
der Axolotl genau kennen. Unterstützt wurde Thomas dabei von ihren
beiden Söhnen Nathan (10) und Joseph (8). Die Begeisterung der Familie
für ihre außergewöhnlichen Tieren steckte von Anfang an die Teilnehmer
an. "Mir als Züchterin ist wichtig, dass diejenigen die sich solche
Tiere halten sich auch gut damit auskennen", erklärte sie zu Beginn.
Deshalb gestaltete sie den Workshop nicht nur mit viel Nähe zu den
Tieren sondern auch mit viel Information
"Ich finde das Angebot das Stadtjugendring toll", erläuterte sie ihre
Motivation mitzumachen. "Ich denke jeder hat oder kann etwas das er
anbieten könnte, bei mir sind das eben die Axolotl". Sie gehören zur
Familie der mexikanischen Querzahnmolche. Ihr natürlicher Lebensraum ist
der Xochimilco-See und der Chalco-See bei Mexiko-Stadt. Dazu gehört ein
Kanalsystem vulkanischen Ursprungs. Durch die Ausdehnung der Stadt wird
dieses System aber immer kleiner. Außerdem nimmt die Umweltverschmutzung
zu und die Tiere dienen in Mexiko auch als Lebensmittel. Dadurch stehen
sie heute auf der Liste der bedrohten Tierarten.
Axolotl lassen sich gut zu Hause halten, allerdings gibt es wichtig
Regeln die dabei zu beachten sind. Diese machen die Haltung zu einer
teilweise aufwendigen Angelegenheit. Die Wassertemperatur des Aquarium
sollte zwischen zwölf und 20 Grad liegen. Als Kühlmittel können dabei
zum Beispiel Kunststoffflaschen mit gefrorenem Wasser dienen. Der Boden
sollte aus kleinem, nicht spitzen Material bestehen. "Die Tiere haben
einen Schnapp-Saugreflex, sie saugen alles ein, was die Schnautze
berührt", erklärte Thomas. Da dies auch für den Bodenbelag gelten kann,
muss dieser so beschaffen sein, dass sich die Tiere dabei nicht
verletzen können. Außerdem sollten die Tiere Rückzugsmöglichkeiten haben.
Die Kinder waren überrascht als sie hörten, dass ein Axolotl 25 bis 30
Zentimeter groß und genauso alt werden kann. Ein besonderes Erlebnis für
sie war es, die Tiere mit mitgebrachten Regenwürmer zu füttern. Vorher
galt es jedoch Hände zu waschen, gründlich, so dass alle Bakterien weg
sind, aber ohne Seife, denn die schadet den Tieren. Dabei kam eine Zange
zum Einsatz. Schnappten die Tiere zu konnte man beobachten, wie sie den
Wurm einsaugten. Für das Füttern gab Nathan einen Tipp: "Regt sich ein
helles Axolotl auf bekommt es einen roten Schwanz", dann solle man es
besser in Ruhe lassen.
Gefüttert werden die Tiere in der Regel allerdings mit speziellem
Pelletfutter, der Wurm war damit etwas Besonderes.
Die Kinder erfuhren auch einiges über die Vermehrung und Aufzucht der
Tiere. Nach dem Schlüpfen dürfen diese nur mit kleinen, lebenden
Salzwasserkrebsen gefüttert werden. Auch diese durften sich die Kinder
mit Hilfe von Vergrößerungsgläsern ansehen.
"Nach etwa einem Jahr sieht man dann die Hoden beim männlichen Tier, so
kann man die Geschlechter unterscheiden. Vorher geht das nicht",
berichtete die Expertin.
Im Aquarium konnten die Teilnehmer Tiere in verschiedenen Farben sehen.
So gab es unter anderem einen schwarzen Wildling, aber auch einen ganz
weißen Albino. Natürlich stellten Nathan und Joseph ihre Tiere auch
namentlich vor.
Besonders staunten die Kinder über das Wunder der nachwachsenden Organe.
"Abgerissene Beine und Kiemen wachsen von alleine vollständig nach.
Warum das so ist weiß man noch nicht genau", erklärte Thomas.
Was jedoch der Höhepunkt des Kurses war, da waren sich die Kinder einig.
"Mir gefiel das Anfassen der Tiere am besten, die sind so glitschig",
erklärte der neunjährige Robin, was die achtjährige Antonia voll bestätigte.
Am Ende bewiesen die Kinder in einer kleinen Axolotlprüfung das sie viel
neues über die Tiere gelernt hatten.
Aufgrund des großes Interesse bietet Rita Thomas einen weiteren Kurs an,
auch dieser ist bereits mit 15 Kindern ausgebucht.


