Freitag, 5. April 2013

Forscherferien: Einblicke in die Herstellung eines wichtigen Baustoffs


Kinder besichtigten das Zementwerk Lengfurt

Wertheim/Lengfurt. Einen Einblick in den spannendsten Baustoffe
überhaupt erhielten 35 Kinder im Rahmen der Forscherferien des
Stadtjugendring Wertheim. Am vergangenen Donnerstag besuchten sie das
Zementwerk Lengfurt und verfolgten dabei den Weg von der Felswand hin
zum fertigen Zement. Begleitet wurden sie dabei von vier Betreuern unter
der Leitung von Stadtjugendring Vorsitzendem Birger-Daniel Grein. Zu
Beginn ging Norbert Hermann von Heidelberger Zement im Steinbruch
zunächst auf die Entstehung des dort abgebauten Kalksandsteins ein.
„Dieser entstand vorüber 200 000 Jahren", erklärte der Experte. „Damals
war das Gelände noch von einem Meer überdeckt". Bis zu 4000 Tonnen
Zement werden täglich in Lengfurt hergestellt. Insgesamt arbeiten 115
Mitarbeiter im Werk. Die Kinder durften auch die großen Maschinen
bestaunen. Sie bekamen ganz große Augen als sie sahen, dass selbst ein
Erwachsener neben den Fahrzeugen wie ein Zwerg wirkt. Hermann erklärte
auch die weiteren Schritte vom Stein zum Zement: Das gesprengte
Rohmaterial wird mit einem großen Muldenkipper zum Hammbrecher
transportiert. Dort wird es nun mit Hilfe von Stahlwalzen auf
Schottergröße zerkleinert bevor es mit Zusatzstoffen vermischt in den
Ofen wandert. Im Leitstand des Werkes konnten die jungen Forscher an den
Bildschirmen einen Blick auf die Flamme dieses sich drehenden Ofens
werfen. Diese kann bis zu zu 1450 Grad heiß werden. Das erhitzte
Material wird anschließend entstaubt, getrocknet und gemahlen. Der
Umweltschutz steht ganz oben beim Zementwerk in Lengfurt. Hermann
berichtete, dass der großen Drehofen soviel Energie benötigt, wie eine
Stadt mit 40.000 Einwohnern. Um diese möglichst umweltfreundlich zu
erzeugen werden verschiedene Abfälle, wie alte Reifen als Brennstoff
verwendet. Moderne Technik sorgt dabei für saubere Abgase. Nun wurde es
spannend. Ausgerüstet mit Schutzbrille und Helm ging es wieder in den
Steinbruch, wo die Kinder live ein Sprengung erleben konnten. In
sicherer Entfernung hörte man dreimal das Warnsignal ertönen, dann
folgte die Sprengung die nicht nur durch einen Knall sondern auch durch
eine große Staubwolke spürbar wurde.

Der fertige Zement wird in Lengfurt allerdings nicht mehr in Säcke
verpackt. Der Transport erfolgt nur noch über Silofahrzeuge. Zum
Abschluss gab es für die Teilnehmer ein Essen in der Kantine.

Sichtlich beeindruckt von den großen Maschinen, dem Material, dem großen
Steinbruch und der Sprengung machten sich die Kinder auf den Nachhauseweg.