Wertheim / Ostfildern. Einen Einblick in die besondere Arbeit der berittenen Polizei ermöglichten der Stadtjugendring Wertheim 48 Kinder zwischen sechs und vierzehn Jahren am vergangenen Freitag. Auf Einladung der Poizeiakademie Wertheim und deren Förderverein besuchten die Kinder die Reiterstaffel der Polizei Baden-Württemberg in Ostfildern. Begleitet wurden sie dabei vom SJR Vorsitzenden Birger-Daniel Grein, Günter Heberich, Uli Kiesecker und Otto Thoma (von der Polizeiakademie). Gleich als die Kinder das Gebäude der Reiterstaffel betraten bemerkte die zehnjährige Sarah „Hier riecht alles so gut nach Pferd“. Zu diesen sollten die Kinder im Laufe des Tages noch intensiven Kontakt bekommen.
Zuerst führte der Weg in den Lehrsaal der Staffel wo Hans-Peter Sämann, Leiter der Reiterstaffel, den Kindern vieles über seine Arbeit berichtete und eine Auswahl von Ausrüstungsgegenstände zeigte.
Wie Sämann erklärte wird die Reiterstaffel u.a. zur Sicherung von Fußballspielen eingesetzt wird. Dabei sind Fußballfans für Pferde eigentlich der reine Horror: Sie schwenken Fahnen, benutzen Rasseln und Tröten und treten in Massen auf. „Jedes normale Pferd würde hier reißaus nehmen“ . Doch die 25 Pferde in der Reiterstaffel sind einiges gewöhnt und werden auf solche Situationen vorbereitet.
Die Kinder nutzten die Gelegenheit viele Fragen zu stellen, die Sämann alle ausführlich beantworten konnte. So wurde geklärt, dass die Pferde im Alter von vier bis sechs Jahren in Dienst gestellt werden. Neben einer Grundausbildung in Dressur- und Springreiten lernen sie ihren natürlichen Fluchtinstinkt zu überwinden. Die Polizeipferde sind dabei stets einsatzbereit und in nahezu allen Situationen beherrsch- und reitbar. Insgesamt arbeiten 34 Reiter und Reiterinnen für die berittene Polizei, die teilweise auch Nachts zu Einsätzen gerufen werden.
Wie der Leiter weiter ausführte sei besonderes wichtig, dass sich Pferd und Reiter vertrauen.
So lernt ein Pferd, dass laute Geräusche oder schnelle Bewegungen meist harmlos sind.
Auch gab er den Kindern Tipps zum Umgang mit den Tieren mit: „An ein Pferd sollte man stets von vorne herangehen“.
Die Teilnehmer erhielten auch einen Einblick in die Ausrüstung der Reiterstaffel.
Die Helme sind sogar mit Kameras ausgerüstet, erklärte Sämann. „Wir sind stets vorne mit unseren Pferden um dazwischen zu gehen, wenn zwei aggressive Gruppierungen aufeinander treffen. Da muss die Ausrüstung stimmen. Dennoch vor einer galoppierenden Reiterstaffel haben dann doch die meisten Demonstranten Respekt und gehen auseinander.“
Sämann hatte auch schon einige kuriose Einsätze erlebt, denen er den Kindern gerne erzählte.
Nach dem theoretischen Teil war man live bei einer Trainingsstunde der Pferde dabei.
Die Polizisten entzündeten Feuerwerkskörper, klapperten mit Ratschen oder ließen Fahnen schwingen. Dennoch blieben die Pferde ruhig und sprangen über liegende Mülltonnen und andere Hindernisse. Nun duften auch die Kinder die Pferde streicheln und ihre Fragen loswerden, die sie an die Reiter stellten.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde die Schmiede und die Sattlerei besichtigt. Zu guter Letzt gibt es für alle Kinder noch ein Erinnerungsfoto.
Die Trainingsstunde war inzwischen auch beendet und die Pferde kamen zum Absatteln in die Stallungen zurück. Als Gastgeschenk hatten die Wertheimer Kinder Karotten mitgebracht, die die Polizisten auf Hufen gerne annahmen.

